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Radtouren in der Bretagne

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Sommer, Sonne, Urlaubszeit. In der Corona-Zeitrechnung ist es an der deutschen Nord- und Ostseeküste rappelvoll, dicht an dicht wird sich an den Stränden gedrängt. Am Ballermann auf Mallorca sind wieder nicht zu belehrende Partypeople unterwegs, deren Verstand leider zu häufig der Unvernunft unterliegt. Doch was ist die Alternative zum Urlaub an unserer heimischen Küstenregion oder den Partyhochburgen Mallorcas? Wo kann man jetzt noch hin? 

Ich war vor ein paar Jahren schon einmal in der nördlichen Bretagne in Frankreich. Zur Urlaubszeit gab es dort erfreulicherweise Strände, die waren kaum besucht und oftmals wie leergefegt. Ein Urlaubsparadies. Daher fiel es nicht schwer, das Fahrrad erneut aufzuladen, die Koffer zu packen und sich abermals in die Bretagne zu begeben. Eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellte.

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Die Bretagne, die große Halbinsel im Westen Frankreichs, verspricht brachiale Naturschauspiele mit ihren gerade im nordwestlichen Teil oft zerklüfteten Steilküsten. Windumtost wurde hier eine einmalige Landschaft erschaffen. „Amor“, so wird die nördliche Küstenregion auf Bretonisch genannt. Nie wirklich flach, eher mal mehr, selten weniger hügelig. Mit saftigem Grün und viel Landwirtschaft. Ein ständiges Auf und Ab bietet dem ambitionierten Radfahrer auf den unzähligen, oft kaum befahrenen Straßen ein abwechslungsreiches Terrain auch im Landesinneren, dem „Argoat“. 

Dazu bietet die Bretagne geschichtlich ebenfalls vielerorts sehenswertes, historisches und kulinarisches. Pittoreske Dörfer, deren alte Häuser mit typisch quadratisch, behauenen Granit- oder Feldsteinen erbaut, die Dächer mit den typisch dazugehörenden Schindeln gedeckt wurden. Immerzu gibt es an deren dicken Mauern prächtig blühende Hortensien, ein Markenzeichen der Bretonen. Verwinkelte Gassen führen meist zu einem zentralen, kleinen Platz. Dort stehen dann die alten Kirchen, die mit ihren schönen Verzierungen oft sehr ehrfurchtsvoll wirken.

Auch die Sagen des Zauberers Merlin sowie überhaupt die gesamte Artus-Literatur aus dem 12. bis 15. Jahrhundert haben ihren Ursprung in der Bretagne. Von den Rittern der Tafelrunde und dem heiligen Gral haben viele von euch schon gehört oder auch gelesen. Das angebliche Grab des Zauberers Merlin, den Jungbrunnen, das Château de Comper, wo die Fee Viviane gewohnt haben soll und viele weitere Stationen der Artussage kann man im Forêt de Paimpont zumindest ein Stück weit entdecken. Der Wald überzog in früher Zeit fast die gesamte Bretagne, heute gibt es leider davon nur einen trauriger Rest.

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Es gibt irre viele Highlights, dass ich dies hier unmöglich alles aufzählen kann. Selbst ein dreiwöchiger Urlaub würde niemals reichen, alles zu erkunden. Doch ich zeige hier gerne ein paar Fotos zur Inspiration von meinen verschiedenen Radtouren, die ich hauptsächlich im nördlichen Teil der Bretagne gemacht habe. In den Regionen Côtes d´Armor, Ille-Et-Vilaine und Morbihan war ich meistens unterwegs, manchmal auf den herrlich zu fahrenden, autofreien „Voie Verte“-Radwegen.

Entlang uriger Kanäle mit den unzähligen, hübsch hergerichteten Schleusenhäuschen (mit immerzu herrlicher Blumenpracht versehen) oder über alte umgewidmete Bahntrassen kann man mit dem Fahrrad auf ganz wunderbare Weise die Bretagne erkunden. Erfreulicherweise, so konnte ich feststellen, selbst in der Urlaubszeit sind diese Radrouten verschwindend gering befahren. Radgenuss pur also.

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Unterwegs streift man kleine Örtchen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Je nach Tageszeit kann man dort in einer typischen Brasserie eine Pause einlegen. Und am Nebentisch den Dorfältesten beim Kartenspielen zusehen. Hier ist die Welt noch in Ordnung und die Uhr dreht sich etwas langsamer.

Kaum ist man wieder aus den Dörfern hinaus, empfängt einem die Stille der Natur. Das Landschaftsbild der Bretagne wird geprägt durch die Landwirtschaft. Die Felder werden durchzogen von vielen Wegen oder Straßen. Der Asphalt ist okay, für’s Rennrad gut genug. Einige berühmte Rennradfahrer kommen ja aus der Bretagne. Sie werden bei den Menschen gerne in Erinnerung gehalten. Besonders beeindruckend ist die tolle Bemalung eines Wasserturms mit dem Konterfei von Louisen Bobet in Saint-Méen-le-Grand.

In seiner kleinen Heimat-Stadt gibt es heute sogar ein Museum ihm zu Ehren, denn er gewann nichts anderes als dreimal hintereinander als erster französischer Radrennfahrer die Tour de France in den Jahren 1953 – 1955! Zu seinen Erfolgen kommen noch die Siege bei den Klassikern wie die der Flandern-Rundfahrt, Mailand – San Remo oder die Lombardie-Rundfahrt! Daher ist es kein Wunder, das sich voller Stolz in der Bretagne an dem 1925 geborenen und bereits 1983 verstorbenen Bobet erinnert wird. Die westliche Region der Halbinsel war anscheinend ein guter Geburtsplatz für großartige Radrennfahrer und potenzielle Sieger der großen Landesrundfahrten.

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Ein anderer berühmter Tour De France-Sieger aus der Bretagne ist niemand geringerer als „der Dachs“ Bernard Hinault! Fünfmal gewann er die Landesrundfahrt schlechthin! Geboren in Yffiniac ist Hinault übrigens gleichzeitig der letzte Franzose, der die Tour De France gewinnen konnte (1985)! Unzählige weitere Gewinne stehen in seiner Palmarès, darunter ebenso Klassiker wie Paris-Roubaix (1981) oder sogar zweimal Lüttich-Bastogne-Lüttich (1977/80). Lange hatte er nach seiner Karriere für die ASO, der Organisation der Tour De France, gearbeitet. In Frankreich ist er eine echte Radsportlegende. Einer seiner beiden ebenfalls radsportverrückten Söhne, Alex, betreibt einen Fahrradladen direkt in St. Malo.

Doch nach so viel Radsportgeschichte zurück zur Einsamkeit in der bretonischen Landschaft. Das ist durchaus ernst zu nehmen. Zwar ist das nächste Dorf immer irgendwo in Reichweite, doch sind die kleinen Straßen nur sehr spärlich befahren. Autos trifft man abseits der Hauptstraßen fast schon selten an, ein Traktor vielleicht mal irgendwo auf dem Feld. Aber ansonsten hat man eine wunderbare Ruhe, in der man über vieles nachdenken oder einfach nur mal abschalten kann.

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Man kann daher schon mal kleine oder größere Tiere erspähen. Wenn da um der Ecke der große Mäusebussard urplötzlich vor einem auftaucht und mit grazilen Flügelschwingen in aller Seelenruhe davon schwebt. Oder der Dachs mal schwupsdiewups aus dem Straßengraben springt und munter hüpfend todesmutig den Weg vorm Reifen kreuzt. Oder wenn es im Unterholz am Waldrand raschelt, taucht kurz darauf manchmal auch Rehwild auf, erschreckt sich und springt panisch davon. Kurze faszinierende Augenblicke. 

Die Wälder in der Bretagne sind, wie oben bereits erwähnt, eher sporadisch geworden. Nur fünf Prozent Wald gibt es hier noch! Ein herber Verlust und in Frankreich Negativrekord. Einst bestand der typische Urwald aus dichten Buchen- und knorrigen Eichenwäldern. Doch seit dem Mittelalter wurde stark gerodet, die Landwirtschaft beanspruchte immer mehr Fläche. Die Felder wurden mit den typischen Hecken, den „bocage“ oder Steinmauern quasi umzäunt. So änderte sich das Landschaftsbild rapide. Leider unwiederbringlich.

Die intensive Landwirtschaft begünstigt die Gewässerverunreinigung und hat somit ökologische, im schlimmsten Fall gesundheitliche Folgen. Hat das Folgen für den Tourismus? Vielleicht, ja. Man muss daher auch mal die Bretagne hinterfragen und sich solch mögliche Folgen vor Augen führen, wenn man durch die malerische Landschaft radelt. Nun aber gut mit dem Zeigefinger erheben. Kommen wir besser zu appetitlicheren Themen.

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Was wäre die Bretagne ohne ihren Fischreichtum und all ihrer Meeresfrüchte in den Küstengewässern? Sie zu kosten ist ein Genuss. Ein Austern-Teller frisch am Hafen von Cancale gefällig? Ein Gedicht! Oder wie wäre es mit dem feines, festes Fleisch besitzenden bretonischen Hummer? Gegrillt oder in Sahnesoße eine Delikatesse. Oder doch lieber „Moules de bouchot“, Zuchtmuscheln von den Muschelbänken, serviert mit Pommes? Eine Leckerei für Groß und Klein. Ein Tipp: man bestellt sich in den vielen kleinen Restaurants eine der berühmten Meeresfrüchte-Platten. Dadurch hat man eine tolle Auswahl und dem Gaumen wird geschmeichelt. Wenn man sich darauf einlässt. Es ist nicht alles jedermanns Geschmack. Ich spreche da aus Erfahrung. 

Trotzdem ist es sehr empfehlenswert die bretonischen Spezialitäten auf Radtouren bei einem Stopp einmal näher kennenzulernen. Ein Crêpe oder Galette gehört unbedingt dazu. Genauso wie ein gutes Glas Cidre, den berühmten Apfelschaumwein, der zu den beliebtesten Getränken in der Bretagne gehört. Ob „brut“, „fruite“ oder „dox“, also trocken, halbtrocken oder süß – gekühlt ist er ein erfrischendes Sommergetränk und nach langen Radtagen eine leckere Belohnung für die durstige Radler-Kehle. 

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Die Küste der Bretagne ist rau und zerklüftet. Wie viele Schiffe hier bei Stürmen auf Felsen aufliefen und sanken lässt sich vermutlich nicht mehr nachvollziehen. Zu ihrer Sicherheit wurden etliche Leuchttürme an der Küste errichtet. Insgesamt 52 Stück. In ganz Frankreich gibt es übrigens nur 148 davon! Und weil der Bau unter den schwierigsten Bedingungen stattfanden, werden die Leuchttürme draußen im Meer auch „Höllen“ genannt. Ganz im Gegenteil zu denen auf dem Festland, die mit „Paradiese“ betitelt sind. Ob die Bezeichnungen den Leuchttürmen gerecht wird? 

Zumindest lohnt es sich einigen von Ihnen bei einer Radtour oder Wanderung an der zackigen Küstenlinie einen Besuch abzustatten, wie zum Beispiel dem am Cap Fréhel. Die Gegend am Cap gilt übrigens als eines der größten Heidegebiete Europas. Wer hätte das gedacht? Der „Phare de Men Ruz“ bei Ploumanac’h an der Côte de Granit Rose ist ebenfalls ein lohnenswertes Ziel. Auch, wenn am Wochenende in dem kleinen Küstendorf viel zu viele Touristen einfallen und nicht wissen, wohin mit ihren Blechdosen, den Autos.

Die im Abendlicht bei untergehender Sonne rosafarben wirkenden bizarren Felsformationen muss man gesehen haben. Nicht umsonst meinen die Menschen darin allerlei Figuren zu erkennen. Da braucht man nicht mal viel Fantasie zu. Doch die Felsen, die manchmal aussehen, als ob sie ganz und gar unvernünftig übereinander gestapelt wurden, sind geformt von Wind und Wetter.

Wind und Wetter ausgeliefert sind ebenfalls die ausgemusterten und abgewrackten Kutter. In entlegenen Winkeln einiger kleiner Werften verrotten die Holzschiffe und ihre Skelette vor sich hin, sind Ebbe und Flut ausgesetzt und warten auf ihren endgültigen Niedergang. Was für Geschichten könnten sie wohl erzählen? Vom garstigen Sturm auf hoher See, von einem außergewöhnlichen Fischfang oder vielleicht einem menschlichen Drama? Das wird man wohl nie mehr erfahren. Spannend ist ein Blick auf die Werften allemal wie zum Beispiel beim Landriais-Trockendock in Minihic-sur-Rance.

Ganz krass finde ich die Gezeiten in der Bretagne, also Ebbe und Flut. Sie sind zwar an der Küste nicht überall gleich stark, aber sie gelten als die stärksten der Welt. Bis zu 15 Kilometer weicht das Meer an der Grenze zur Normandie zurück, selbst viele Flüsse bis tief ins Landesinnere liegen dann trocken. Höhenunterschiede bis zu 14 (!) Metern sind möglich. Das muss man sich mal vorstellen, was da für eine Kraft dahintersteckt. Nicht umsonst gibt es sogar ein Gezeitenkraftwerk bei St. Malo. Das begehbare Stauwehr ist äußerst beliebt bei Anglern. Die Gewässer dort sind sehr fischreich. 

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Das Wetter in der Bretagne an sich ist im Schnitt relativ mild. Doch Hochdruckgebiete wechseln sich gerne mal rasch mit Tiefdruckgebieten ab. Und da die Bretagne wie ein Zipfel in den Atlantik hineinragt, muss man oft auch mit vorherrschenden Westwind rechnen. Im Küstenbereich weht dann eine steife Brise, die auf der Radtour, unterwegs in die „falsche“ Richtung, schon mal ein wenig nerven kann. Dafür gilt die Luft in der Bretagne als ziemlich sauber. Kein Wunder, denn echte Industrie gibt es hier fast überhaupt nicht. Da ist es gar nicht schlimm, wenn einem der frische Wind ins Gesicht und in die Lungen fegt.

Wer auf mehrtägigen Radtouren in der Bretagne unterwegs ist und spontan eine Übernachtungsmöglichkeit sucht könnte leicht in verträumten Dörfern fündig werden. Wenn man am Straßenrand ein Schild erspäht mit der Aufschrift „Chambre d’Hote“, dann gibt es die Möglichkeit vielleicht noch ein Zimmer für die Nacht zu ergattern. Und eine heiße Dusche und ein kuscheliges Bett für sanfte Träume dazu.

Hin und wieder allerdings besitzen die alten Steinhäuser gerade in den kleinsten Weilern einen morbiden Charme. Vergammelte Fensterläden, Gras in der Einfahrt und abbröckelndes Mauerwerk zeugen davon, das hier niemand mehr wohnt. Aber wenn man dann ein paar speckige Gardinen an den Fenstern sieht, ist man sich da schon nicht mehr so sicher. Man weiß also nie so genau, ob da noch jemand lebt. Erst wenn das Dach eingestürzt ist, kann man davon wirklich ausgehen. Auch das gehört zur Bretagne dazu.

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Das mit dem „nicht sicher“ gilt übrigens genauso für Hunde. Die haben mich, obwohl nie einer zu nah an mich rankam, trotzdem sehr genervt. Das Gekläffe und auf den ersten Metern friedlichen Radfahrern nachjagen ist sehr unangenehm. Gerade wenn man mit dem Rad unterwegs kleine Höfe streift, sollte man mit diesen Kläffer-Kötern lieber rechnen. Zur Not: Fahrrad zwischen sich und dem Hund bringen und ruhig bleiben. Alle andere wie Fersengas geben ist kontraproduktiv, obwohl ich selber gerne davon sprinte. Da sollte man sich seiner aber schon sehr sicher sein.  

Wer vielleicht nach solcher Hatz oder einfach nach einigen Kilometern Pedalierens eine Pause und eine Stärkung braucht, dem kann ich diese kleinen süßlich schmeckenden Küchlein empfehlen, die man in zahlreichen Regional-Märkten bekommt. Die heißen „Pain d’ épices“. Das ist eine Art Honigkuchen, oder, man staune, Lebkuchen genannt. Als Zutaten werden unter anderem gerne Zimt, Sternanis oder Koriander verwendet.

Dieser Honigkuchen stammt aller Wahrscheinlichkeit nach ursprünglich sogar aus China. Durch keinem geringeren als Dschingis Khan trat er seine Verbreitung an. Durch die Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert wurde der Honigkuchen dann in immer mehr westlichen Teilen der Welt bekannt. Hier wurde das Rezept vielerorts durch die Mönche in den Klöstern verbreitet und gelangte dadurch schließlich bis in die Bretagne. 

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Ich habe die kleinen Küchlein auf meinen Radtouren durch die Bretagne zu schätzen gelernt. Irgendwo anhalten, ins Gras setzen und den Geschmack genießen. Herrlich. Auf diese Weise kommt man schnell wieder zu Kräften, bevor es weiter über die stetig kommenden Hügelkuppen geht. Radfahren wird da zum echten Genuss! Nur Pausenbänke sind zwischen den vielen Feldern äußerst rar gesät. Die sucht man dort auf Radrouten oft vergeblich. Irgendwo habe ich als vermeintlich gewiefter Radfahrer aber immer ein lauschiges Plätzchen gefunden.

Um noch einmal auf die Wegbeschaffenheit zurückzukommen. Die Gegenden, in denen ich unterwegs war, boten für Gravelbike-Fans zwar eine nette Anzahl an Möglichkeiten abseits der Straßen zu fahren. Doch die Planung dazu war nicht immer ganz so leicht. Das ein oder andere Mal waren die Gravelpfade beziehungsweise Feldwege, schlicht und einfach nicht zu fahren. Dornen und Gestrüpp machten dem Fahren hier hin und wieder ein jähes Ende.

Einmal bin ich derart tief im Wald auf matschigen Wegen eingetaucht, das es zu spät war um umzukehren. Ich kämpfte mich durch dichten Bewuchs, wurde von einem frei laufenden, großen schwarzen und zum Glück nur knurrenden Hund mitten im Wald auf dem einzigen Pfad gejagt, stolperte über Wurzeln und versank mit den Füßen beim Schieben im Matsch. Auf der Karte war dieser Weg als ganz normaler Weg eingezeichnet. 

In kleinerer Form kam das noch öfters vor. Wege, die mit Brennnesseln überwuchert waren oder Schiebepassagen aufwärts wegen puren Gerölls und Wurzelteppich.

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Daher kann ich nur empfehlen bei der Planung für solche Strecken im Vorfeld ganz genau hinzuschauen damit solche bösen Überraschungen ausbleiben. Ein bisschen Glücksspiel bleibt es trotzdem, das aber manchmal auch auf ganz wunderbare Art und Weise mit tollen Ausblicken entschädigen kann! Getreu dem Motto: „Warum einfach, wenn es auch schwer geht?“ Es lohnt sich trotzdem – immer!

Am Ende bedeutete für mich „Radtouren in der Bretagne“ zu machen unbeschwert zu sein. Die raue, mal sanfte Landschaft zu genießen, mich an der Vielfältigkeit der kulturellen, historischen und kulinarischen Schätze zu ergötzen und somit einen entschleunigenden Urlaub gehabt zu haben, in dem ich mich erholen konnte. Bewusst habe ich mich von touristischen Hotspots so gut wie fern gehalten. Denn die gibt es nach wie vor. Da muss man sich nichts vormachen. Doch trotz Urlaubssaison und Nationalfeiertag und damit verbundenen Touristenströmen hielt sich alles bei uns zumindest noch in Grenzen.

Das ist natürlich alles keine Gewähr. Vorsicht ist immer noch angebracht, die Zahlen an Corona-Fällen stiegen dort gerade deutlich, als ich diese Zeilen tippte.

Trotzdem. Jeder wird hier seinen Platz, sein Highlight und seine schöne Erinnerung finden. Radfahren in der Bretagne bedeutet Genuss. Und da bin ich mir dann doch ziemlich sicher. ★

Infos zu Radtouren in der Bretagne gibt es auf der offiziellen Tourismus-Seite zu finden und sind sehr hilfreich bei der Planung.
2014 war ich das erste Mal in der Bretagne. Gleichzeitig zählen meine beiden damaligen Tour-Berichte zu den ersten Blog-Artikeln, die ich veröffentlichte. Noch sehr amateurhaft ;-) Wer da trotzdem zusätzlich gerne hinein schnuppern möchte, der guckt einfach mal auf meiner Radtouren-Seite FRANKREICH.
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7 Comments

  • Chanti Schmitz

    Richtig schöne Bilder von Deiner tollen Reise. Und auch schön geschrieben. Weckt die Sehnsucht.. Danke fürs Teilhaben lassen.

  • uli b

    …hach, wie schön! Einiges habe ich wiedererkannt. Nur muss man wie du Glück mit dem Wetter in der Bretagne haben. Das hattest du definitiv. Meine Schwiegertochter kommt aus Brest und so weiß ich, dass der Wettergott nicht immer wohl gesonnen ist. Mir hat die Armor Küste total gut gefallen. Empfehlen kann ich noch die Halbinsel Crozon…

    …Gruß Uli

  • Robert

    Hallo Tom, das ist ein feiner Bericht, der definitiv Lust auf Nachahmung macht. Wie hast du An- und Abreise in die Bretagne gestaltet? Hast du das Rad ans Auto gehängt? Oder gibt es eine ordentliche Bahnverbindung mit Fahrradtransport in die Region?

    • bikingtom

      Mit dem Auto und Fahrradträger auf der Anhängerkupplung geht das ganz gut 😉 Ich glaube, das Bahnfahren in Frankreich mit dem Rad nicht so dolle ist.

  • rollinger

    Hallo, ja Bretagne, verrate bitte nicht alle Geheimtipps 🙂 Du bist ziemlich rumgekommen auch ich bin jedes Jahr dort oder in der Normandie. Tolle Gegend und das mit dem Wetter hat sich leider stark verändert. Die letzten drei Jahre war es im Sommer oft bei 28 Grad und manchmal drei Wochen ohne Regen. Die Bevölkerung ist dort überfordert, es gibt keine Bewässerungsanlagen, die hatte man nie gebraucht. Also Gärten etc vertrocknen schnell.
    Nichtsdestortrotz. Ich bliebe die Bretagne einfach alles und vor allem den Respekt den sie einem Radler mit einem Surly Big Dummy und Gepäck entgegen bringen. Weite Überholmanöver oder einfach so mal ein kalte Orangina, weil man jemandem Platz gemacht hat. Kein lautes Wort, kein Gehupe und das gilt scheinbar für ganz Frankreich.
    hach Bretagne, Deine Bilder machen mir Gänsehaut. Das Baden im kalten Meer, leere Strände, schöne Städte, sauber Luft. Wie sagte meine Frau: “ In der Bretagne sieht es ständig aus als würde es gleich regnen und abends hat man Sonnenbrand“. Das Gild besonders für den westlichen Zipfel Finistere.
    Danke für die Fotos. Ich schau gleich nochmal.

    • bikingtom

      Ja, die Bretagne ist wirklich ein Ort zum verlieben. Die Autofahrer sind zweifellos gegenüber Radfahrern aufgeschlossen. Sollte man gar nicht meinen. Ob ich alle Geheimtipps verraten habe, weiss ich nicht 😉 Ich gehe davon aus, dass es noch so viiieeel mehr dort zu entdecken gibt. VG, Tom

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