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MOMENTE

VOTEC Gravel Fondo Ride Ruhrpott

 

 

 

Letzte Woche Samstag war Gravel-Time angesagt. Die Jungs von GoodTimesRoll und VOTEC Bikes hatten eingeladen zu einer gemeinsamen Runde in den Hügeln bei Hattingen. Der „VOTEC GRAVEL FONDO RIDE Ruhrpott“, so der richtige Name, stand an diesem Tag auf dem Programm. Ein Freund hatte mich auf diese kleine, aber feine Veranstaltung aufmerksam gemacht und uns beide angemeldet. Und da VOTEC mit ein paar Testrädern anreisen würde, war ich natürlich sehr daran interessiert. Außerdem hatte ich sogar das Glück eines dieser wenigen Bikes zu ergattern. Denn als die Email hereinkam um ein Ticket für eines dieser Testräder zu bekommen, hatte ich nämlich just in dem Moment das Postfach gescannt! Da habe ich nicht lange gefackelt und Nägel mit Köpfen gemacht. Perfektes Timing würde ich sagen.

 

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Kurz vorm Start herrschte gute Laune.

Ein paar Tage später kam dann auch der Track herein. Da ich nicht unbedingt so der Höhenmeter-Mensch bin, musste ich erst einmal schlucken als ich das Streckenprofil sah! Viele kräftige und knackige Steigungen im zweistelligen Bereich. Gepaart mit dementsprechenden Abfahrten. So der erste Eindruck bei komoot. Mehr wollte ich im Vorfeld gar nicht wissen, umso intensiver ist die Überraschung am Starttag.

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Coole Jungs mit coolen Bikes.
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Daumen rauf, Herr Heldenkurbel! So ist gut.

 

Der Treffpunkt war am netten „Berger Hof“, der zugleich viele frische Produkte direkt vom Bauernhof anbietet. Die Hühner laufen einem direkt durch die Beine. Oder durch die Speichen, wenn man nicht aufpasst. So trafen sich doch einige wackere Recken zu besten, äußeren Bedingungen. Nur leicht bewölkter Himmel und angenehme Temperaturen versprachen einen tollen Tag. In einer alten Scheune gab es zunächst den obligatorischen Kaffee und andere Getränke und somit etwas Stärkung. Die Jungs von VOTEC waren direkt aus Stuttgart angereist und händigten mir mein Testbike, das VRX Comp, auch direkt ohne Probleme aus. Kurz den Sattel eingestellt, die Rahmengröße M schien bei meinen…hüstel, hüstel…171 Zentimetern zu passen. Zum Glück waren schon SPD-Pedals montiert, sonst hätte ich meine eigenen doch glatt vom „Ersatz-Bike“ im Auto abmontieren müssen. Glück gehabt also.

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Torsten Frank NACH der Runde. Locker-flockig mal eben abgerissen.

Auch bekannte Gesichter waren erfreulicherweise anzutreffen. Markus aus Duisburg, der auf  seinem Blog „Heldenkurbel“ auch gerne mal über seine Brevets schreibt. Oder zum Beispiel Martin Donat vom sehr lesenswerten „Lifecycle Magazin“ sowie Torsten Frank, der vor kurzem noch das Transcontinental Race erfolgreich bestritten hat und 4000 Kilometer quer durch Europa gefahren ist! Ihm war übrigens die Fitness auf dem Track deutlich anzusehen. Während wir kurz vor Ende doch reichlich hechelnd die Hügel im Schneckentempo hochkurbelten, zog er lässig von hinten an uns vorbei. Schwitzen? Pustekuchen. Sah eher nach gemütlicher Butterfahrt für ihn aus… 😉

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Sehr geile Maschine. Das VOTEC VRX Comp.

Doch beginnen wir zunächst am Anfang der Strecke, wo wir nach fliegenden Start nach knappen 200 Metern direkt kurz falsch abbogen. Typisches Herden-Denken. Einer fährt vor, alle anderen hinterher. Egal, nix passiert und ab übers…ähm…Radieschen-Feld. Ein paar werden wohl jetzt nicht mehr da wachsen wo sie sollten…

Der Track war jedenfalls sehr attraktiv. Trampelpfade durchs Gebüsch und über Wiesen boten einen prima Einstieg um warm zu werden. Auch für mich, der sich erst noch an solche teilweisen tricky Begebenheiten gewöhnen muss. Und hier fuhr ich ja ein mir noch im Verhalten unbekanntes Bike! Allerdings merkte ich schon nach kurzer Zeit , das dieses Fahrverhalten vom VRX sehr komfortabel war. Zunächst spielte es für mich auch keine Rolle, das ich vorne bei der SRAM Rival ja nur ein Kettenblatt besaß! An meinem eigenen Bike bin ich ja was anderes gewohnt. Doch hier schien es gut zu passen. Das Schalten war mit einem Hebel angenehm knackig und flüssig und gefiel mir gut. Mein Grinsen im Gesicht war wohl recht groß.

Warten auf alle in der Gruppe am Hindernis Zaun.

Die ersten Anstiege gingen überraschend einfach zu bewältigen und kosteten mich kaum Kraft. Und die ersten Abfahrten flutschten ebenfalls sehr gut. Tempo konnte die Maschine unter mir anscheinend prima verpacken. Doch die Schotter-Abfahrten auf den Waldwegen waren nicht zu verachten. Die Geschwindigkeiten waren bei dem losen Untergrund hoch, deshalb musste ich mich darauf verlassen, das die Scheibenbremsen am VOTEC zuverlässig ihren Dienst verrichten würden. Und das taten sie. Gefühlt manchmal echt am Anschlag, aber trotzdem jederzeit sicher. Ich habe sie definitiv nicht geschont bei dieser Tour.

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Netter Weg in den Hügeln bei Hattingen.

Es waren aber auch Streckenabschnitte auf geraden Wegen dabei. Dort konnte ich mich von der Schnelligkeit des VRX überzeugen. Und die war überraschend leichtgängig zu erreichen. Das hat mich sehr positiv überrascht. Hier konnte ich mich von den Vorteilen der guten Laufräder des VOTEC überzeugen. Der Spaßfaktor war bei mir groß.

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Tempo gab es im Schulenberg-Tunnel.

Zur Halbzeit nach 25 Kilometern gab es an einem Parkplatz eine kleine Versorgungsstation. Da wäre ich fast daran vorbei geplästert. Obst, Wasser, diverse Riegel und Gels gab es dort. Sehr nett gemacht. Andere Fahrer trudelten nach und nach ein oder fuhren wieder los. Und irgendwann wurde gemunkelt, das jetzt die Tour erst so richtig dreckig werden würde. Tatsächlich dauerte es genau bis zum ersten Anstieg nach der Pause bis ich keinen Grip mehr auf dem Weg fand, wegrutschte und ein Stück schieben musste! Der nun teilweise nasse Untergrund mit feuchtem Laub bei einem fetten Anstieg war in der Kombination mit den Schwalbe G-One Allround nicht zu schaffen. 

Trails, die ordentlich Spaß boten.
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Mancher Ausblick sollte auch mal genossen werden.

Mehr Kraftaufwand war also nun auch gefordert. Die schwierigen Abschnitte nahmen jetzt zu. Wege, die eher ausgetrockneten Bachläufen ähnelten, führten irgendwann zu saftigen Wiesen um dann wieder über dicksteinige Trampelpfade zu führen. Alle Achtung wer sich dort tatsächlich mit dem Bike durchquälte ohne sein Gefährt zu tragen. Aber auch die nun kommenden rasanten Abfahrten durch die herrlich hügelige und landschaftlich schöne Region waren ein Heidenspaß. Zumindest bis zu dem Punkt, wo es am Ende sofort wieder in die Höhe ging. 

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Kleinigkeiten, die den Charme solcher Rides ausmachen. Super.
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Sauber verlegte Züge. Die Bereifung war aber manchmal auf dem feuchten Terrain etwas glitschig.

Nach und nach merkte man allen Fahrern in der Gruppe die Anstrengungen an. Die einen fielen zurück und die anderen zuckelten weiter. Und noch andere wiederum waren wohl schon wieder am Ziel angekommen. Ich kämpfte mich weiter vorwärts hinauf oder hinunter. Bei den steileren Wegen fehlte mir mittlerweile häufiger ein weiterer „Berg-Gang“. Immer öfter erwischte ich mich dabei, das ich immer noch mal versuchte auf ein kleineres Ritzel zu schalten. Aber da war nichts mehr. Die RIVAL kam an hier an ihre Grenze. Bis zu einem gewissen Punkt ist sie von der Übersetzung her sehr angenehm zu fahren und die Sprünge zwischen den Gängen harmonisch. Doch danach, so mein Empfinden, fehlte mir tatsächlich das zweite, vordere Kettenblatt. Oder ein anderes Ritzel. Je nach Befinden eines jeden Fahrers.

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Hier war das Wetter noch in Ordnung.

Der Himmel hatte sich mittlerweile ins gräuliche verwandelt, die Wettervorhersage stimmte also. Gegen Nachmittag sollten kleinere Schauer auftreten. Kurz vor dem Ziel, wir steckten an einem Hang im Wald, bemerkten wir die ersten Tropfen. Doch unter dem Schutz der Blätter kam kaum etwas durch. Wir kurbelten weiter. Und für jemanden, der nicht immer so Höhenmeter-Geil ist, waren die letzten Meter doch recht anstrengend. Irgendwas faselte ich von „zumindest bis morgen früh habe ich die Schnauze voll“ und musste dabei lachen. So ging es eigentlich auf der gesamten Strecke. Wir hatten enormen Spaß. Auch wenn es mal anstrengend wurde, der Fun blieb.

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Macht das Bock oder macht das Bock?
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Quäl dich, du Sau!
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Auch Straßen kamen mal vor.
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Am Ende gab es Belohnung für alle! 😉

Am Ende kamen alle wohlbehalten wieder an. Bei Kaffee und anderen iostonischen Getränken, dazu leckeren Kuchen, wurde noch etwas geplaudert und gefachsimpelt. Es war ein wirklich schöner Tag gewesen. Und ein cool geplanter Track, der mehr Off-Grid bot, aber trotzdem ein hohen Spaß-Faktor hatte. Das VOTEC VRX Comp war ein prima Begleiter bei dieser wunderbaren Gravel-Fahrt. Auch wenn die Haltung auf dem Rad recht gestreckt ist, machte das Bike richtig Laune. Leicht, agil und wendig zu fahren, dabei jederzeit sicher im Handling auch auf schwierigen Wegverhältnissen. So muss sich ein Gravelbike anfühlen. Man bekommt eine wirklich gute Ausstattung zu einem sehr fairen Preis von rund 1500€. Abzug in der B-Note gibt es an der Schaltung auf Grund nur bedingt echter Bergtauglichkeit. Meckern auf hohen Niveau und oftmals reine Glaubensfrage 😉 Ob das Bike nun empfehlenswert ist? Wer auf der Suche ist nach einem Fahrrad dieser Gattung ist, der sollte ruhig einmal einen Blick auf das VOTEC werfen. Viel verkehrt kann man mit dem VRX Comp nicht machen! Kein Wunder, erfreut sich das Modell großer Beliebtheit…

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An sich eine sehr gute Übersetzung, nur an wirklich schwierigen…
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…Steigungen kommt die SRAM RIVAL manchmal an ihre Grenze.
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Das VOTEC VRX Comp lohnt bei Suche nach so einem Bike einer näheren Betrachtung.

 

4 Comments

  • alexalex

    Tja der Trend des 1x Antrieb ist eher was für den ambitionierten Fahrer. Und in Sachen Reifen…, so einen G-One würde ich auf der Straße fahren. Ohnehin geht bei mir der Trend, falls er sich nach mal durchsetzten würde, zu einem Gravelbike mit der Möglichkeit fette 29″ aufnehmen zu können. Da gibt es noch ein paar gut Dreckwühlschlammreifen oberhalb des Continental MountainKing CX 32-622.

    Aber das ist ein ganz anders Thema…

  • Heldenkurbel

    Danke für den tollen Artikel. Als wäre ich selbst dabei gewesen 😉

    Mir hat es das VRX auch angetan, und da ich selbst noch kein Gravel, CX, o.ä. Rad habe (ja, ich kenn die Unterschiede) kommt das VRX nicht zuletzt wegen des tollen Preis/Leistungsverhältnisses auf jeden Fall in die engere Wahl. Lediglich ein paar zusätzlich Befestigungspunkte würden mir fehlen, z.B. für einen dritten Flaschenhalter unter dem Unterrohr oder Cages an der Gabel.

    Du hattest übrigens ein VRX Pro mit SRAM Rival, etwas besseren Laufrädern und Carbonsattelstütze für rund 1.800€. Ich hatte das VRX Comp mit Apex Antrieb was für rund 1.500 € über den Tisch gehen würde, wenn…, ja wenn die Räder in den Größen M oder L denn noch lieferbar wären. Da heißt es warten auf die nächste Baureihe für 2019 und schnell sein. Die soll etwa im März rauskommen und u.A. eine eigenentwickelte neue Gabel mitbringen.

    Und was 1-fach oder 2-fach Antrieb angeht, da stehe ich auch vor dem Dilemma wofür ich mich letztlich entscheiden soll. Shimano 105 als Alternative ist weniger sexy (und schwerer) als die SRAM 1-fach Gruppen. An sich bin ich mit 1-fach ganz gut zurecht gekommen auf der Tour.

    Viele Grüße aus Duisburg!
    Markus

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