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The Bright Midnight 2024: Einmal Himmel und zurück

Titelfoto: Gavin Kaps @ospreyimagery

Bevor ihr die Geschichte meines DNF beim The Bright Midnight 2024 lest, müsst ihre eins vorab wissen: den ersten Teil habe ich frisch nach dem Scratchen im Zug auf dem Weg zurück ins Base Camp auf dem Iphone getippt. Die Worte, Gedanken mussten einfach in diesem emotionalen Moment raus. Nicht selten, dass ich dabei innehalten und eine Träne verdrücken musste. Ihr lest es also Raw & Uncut. Beim zweiten Teil hatte ich ein paar Tage Abstand, wieder einen etwas klareren Kopf. Dennoch, die Enttäuschung lässt sich nicht leugnen. Doch lest selbst…

Kurz vorm Start waren wir voller Energie und guter Dinge.

Das emotionale Ende zuerst

Gescheitert. Sang- und klanglos. Die Emotionen fahren in mir Achterbahn und sind für mich gerade fast nicht zu ertragen. So lange habe ich mich akribisch auf das The Bright Midnight vorbereitet. Und dann, nach einem Tag, bricht eine Erkältung durch, die mich dann am dritten Tag schlussendlich aus dem Rennen wirft. Keine Kraft in den Beinen, die mich über die schönsten Höhenzüge Norwegens bringen sollten. Stattdessen Quälerei in fast jeden Anstieg. Kein Tempo und schieben, wo es eigentlich kein Schieben geben sollte. Ein einziger Krampf.

Und ständig das Gefühl für Lisa einen Bremsklotz hinter sich herziehen zu müssen. Für mich ganz furchtbar. Für sie wahrscheinlich auch. Verständlich. Ja, man versucht noch mit Ibus dagegenzuhalten. Doch der Körper reagiert nur kurz darauf. Der Moment der Erkenntnis, dass es einfach nicht reicht, das Ziel zu finishen und es utopisch ist, ist für mich emotional die Hölle, mental fühle ich mich gebrochen. Da habe ich Lisa bereits allein auf die Reise geschickt, meine Tränen sieht sie zum Glück nicht. 

Als ich an dem Punkt stehe, die Route verlassen zu müssen, weil es keine Möglichkeit gibt, nach Tolga zurückzukehren – Orte mit Bahnanschluss sind von nun an rar –, fühle ich mich extrem verloren und einsam.  All die Mühe mit der Vorbereitung, Organisation und ja, auch das Geld, aber vor allem der Aufwand, den ich in dieses Adventure of my Lifetime gesteckt habe, verpuffen in dem Moment, sind bedeutungslos. Einfach weg, alles umsonst gewesen. Geplatzt wie eine Seifenblase. Wegen so einer banalen Triefnase zur Unzeit.

Woher die kommt? Vielleicht vom ersten Tag in 14 Stunden Dauerregen zu fahren? Wenn da eventuell vorher schon etwas unter der Oberfläche geschlummert hat, kommt eins und eins zusammen. Es ist müßig, darüber zu spekulieren. Die Enttäuschung gleicht einer brachialen Niederlage. Ein Schlag mit voller Gewalt ins Gesicht. Ich wollte doch nur das größte Abenteuer meines Lebens fahren. Es hat nicht sollen sein.

Dabei bot das The Bright Midnight alles, was das Abenteuerherz begehrt. Diese Landschaft in Norwegen zeigt deutlich die Urgewalt der Natur. Zerklüftete Berge, satte Wälder, wilde Gebirgsbäche und atemberaubende Wasserfälle, die einem die Kinnlade herunterfallen lassen. Und eine unendliche Einsamkeit im Schoße Mutter Natur. Danach habe ich gesucht.

Unvergessliche Erlebnisse

Bei der ersten Flussüberquerung im Nirgendwo des Flåman Naturreservats war es fast noch Spaß, mit den nackten Füßen durch das eiskalte, schon weh tuende Gebirgswasser zu stapfen. Unfassbar, die dortige, ewig währende und einsame Landschaft zu durchfahren. Eher auf Trails, als auf Wegen. Rutschend, körnerfressend, aber so beeindruckend, sich dort ganz und gar auszuliefern. Sonnenschein wäre zwar geil gewesen, aber so war es doch schon eine krasse und ehrfürchtige Erfahrung im Outdoor. Hike&Bike kurz darauf folgend, nicht ohne sich erneut nasse Füße im teils sumpfigen Gelände zu holen.

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Unser Team mit den Starternummern 151 A & 151 B. Foto: Nils Laengner

Und dann der langgezogene, nicht aufhören wollende Aufstieg zwischen ehrfürchtigen Bergen wie dem 1382 Meter hohen Veslnøsen und dem 1252 hohen Flåen, vorbei an noch vorhandenen Schneefeldern, in der Abfahrt  dann durch dichte Wolken- und Nebelfetzen, im wahnsinnigen, höllischen und nicht zu empfehlenden Tempo. Völlig nass beim Burger-Brater in Oppdalen einlaufend, wo sich Dutzende Fahrer versuchten, trocken zu bekommen. Wo Gesichter ganze Bände sprachen. Die Lüfter in den Toiletten zum Trocknen der Radklamotten als Föhn im Dauereinsatz glühten. Ein paar salzige Pommes und Burger intus, rüber zur Tanke, den kostenlosen Hochdruckreiniger für eine schnelle, grobe Säuberung der verkrusteten Räder missbraucht, um sich unmittelbar darauf wieder in die Fänge des Regens zu schmeißen. 

Ja, ich habe geflucht wie ein Rohrspatz, als wir Nachts im Regen durch die kilometerlange Hike&Bike-Section am Ufer des Storvatnet die Räder geschoben, gewuchtet, gezerrt haben. Über Stock und noch mehr Steine, durch Pfützen und Bachläufe, die Schuhe samt inhaltlichen Zehen irgendwann komplett durchweicht. 

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Die darauffolgende Abfahrt fühlte sich an wie ein Ritt durch einen Schlund. Dichte Nebelfetzen ließen das kleine, rote Rücklicht bedrohlich wirken. Die Hände verkrampften bei dem Manöver, die Bremsscheiben glühten förmlich. Nebenan irgendwo ein lautes Hintergrundrauschen. Ein imposanter Wasserfall, den wir nur schemenhaft in dieser kurzen Spanne der leichten Dunkelheit erspähten. Bright Midnight. Ganz Dunkel wurde es nie. So verschwand das Zeitgefühl schnell.

Um halb fünf morgens waren wir in unserer Unterkunft in Sunndalsøra. Völlig fertig, zermürbt, nass und müde. Auf dem Tresen der Rezeption lag unser Schlüssel fürs Zimmer. Wir hatten Stunden zuvor in der Unterkunft wegen eines Schlafplatzes angerufen. Es war alles kein Problem. Die Türen am Eingang wurden einfach aufgelassen. Norwegen halt. Lange Schlaf war dennoch nicht drin. Vorher belagerten wir alle Heizkörper, um unsere Sachen wieder einigermaßen trocken zu bekommen. Weiter ging‘s am Morgen, nicht nur gefühlt wieder viel zu spät. Denn Zeit bedeutet Strecke, bedeutet Kilometer.

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Während des Aufstiegs von Sunndalsøra hinauf in die Wildnis des Torbudalen Biotopvernområde ging es mit mir dann rapide bergab wo ich doch viel lieber bergauf fahren wollte. Anständig in die Pedale treten ging eher schlecht als recht. Irgendwie fühlte es sich schwammig an. Zwischendurch musste ich sogar für ein kurzes Stück absteigen und schieben. Ein fürchterliches Gefühl. Oben angekommen, ging es vorbei an riesigen Stauseen, über herrliche Schotterpisten, den rauen Wind straight und mit voller Wucht in my Face und mich fast vom Rad blasend. Hier war nicht ich der Herr im Hause, sondern die Natur zeigte ihre unbarmherzigen Muskeln. 

So eine unwirkliche Naturgewalt ringsherum. Glitzernde Seen, plätschernde Bächlein und rauschende, klare, türkisfarbene Wassergewalten. So unglaublich schön. Ich Jammerlappen mittendrin, der es fast nicht verdient hat, die Schönheit dieser Natur zu sehen. An verrückten Hängen wieder zu Tale rauschend, bis das die Bremsscheiben glühten. Samt einem finsteren Tunnel ohne Licht, der einen förmlich verschlang. Ein Erlebnis sondergleichen. Im Tal gefühlte zehn Grad wärmer.

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Dann die Suche im beginnenden Regen nach einem Campingplatz. Wo wir zunächst an einen vorbeifuhren, ohne zu wissen, dass dort in schönster Lage einer ist und so erst zu einem Supermarkt einen Ort weiter kamen. Dort saßen bereits ein paar Fahrer, alle unschlüssig was sie jetzt machen sollten. Dort fand sich zufällig ein hilfsbereiter Mann, der gerade an der Kasse bezahlte, und von sich aus ganz spontan eine Unterkunft, sprich zwei Cabins, auf ebendiesen Campingplatz organisierte. Als ob es das Normalste auf der Welt wäre, solch komischen, fremden Figuren, wie wir es waren, zu helfen. Großartig.

So waren wir plötzlich auf ebendiesen Platz zufällig mit vier Teilnehmern, aßen gemeinsam Spagetti, doch ich nahm in weiser Voraussicht zum Schlafen die kleine Cabin für mich allein, die anderen teilten sich die große Hütte. Dort fiel morgens um fünf auch die Entscheidung, dass Lisa alleine weiterfahren sollte. Besserung war nicht in Sicht. Mit mir als Bremsklotz wäre das kein schönes Erlebnis mehr für sie. Das war alles andere als leicht und ein ganz merkwürdiger, denkwürdiger und betrübter Moment. Ich war unendlich traurig, wegen dieses Scheiterns. Es half alles nichts, zwei Stunden später musste ich allein weiter fahren. In meinem mir möglichen Tempo.

Von dort gab es keine andere Möglichkeit anderweitig wegzukommen. Die Sonne versuchte ihren Platz an diesem Morgenhimmel zu finden und brach ihr Licht in den Nebelschwaden über dem Wasser. Ein unglaubliches Schauspiel. Der erste Anstieg ließ nicht lange auf sich warten. Besser, als gedacht ging es aufwärts. Die Ibu tat anscheinend kurzfristig ihren Dienst. Danach wurde es zu meinem Segen zunächst eine „Flachetappe“. Dennoch kam ich einfach nicht auf Geschwindigkeit und der zweite Teil des Dramas nahm seinen Lauf.

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Und wieder war die Kette einfach abgefallen, beim Schalten vom Großen auf das kleine Kettenblatt. Wie so oft bei der Sram Force AXS der ersten Generation. Zack, danach war ich mit dem Thema durch. Wollte ich vom großen Blatt herunterschalten, ging dies. Doch in die andere Richtung nicht. Ich checkte alles, was möglich war. Der Akku und die Batterien sind dabei immer die ersten Verdächtigen. Doch keine Chance. Der Umwerfer bewegte sich zwar, die Kette ließ sich aber nur noch per Hand umlegen, das Problem nicht vor Ort beheben. Der Tiefpunkt war erreicht. 

Wo es am Wasser entlang des Langfjorden bis nach Andalsnes noch wenig zu schalten gab, kam dies aber später umso dicker. So stand ich bei Steigungen am Straßenrand und wechselte das Kettenblatt von hand. Das war kein prickelndes Gefühl.

Der Zwischenstopp zum Mittag spülte fast die gleichen Leute wieder zusammen, wie die Nacht zuvor. Einer bereits gescratched, weil die Hydraulik an der Hinterradbremse defekt war und Abfahrten auf Schotter viel zu gefährlich wären, die anderen beiden mit Knieproblemen auch kurz davor die Segel zu streichen. Ich wollte aber nicht aufgeben. Vielleicht würde es ja doch noch ein Stück weitergehen können…ein bisschen zumindest…

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Dann stellte ich fest, das der in diverse Teilstrecken eingeteilte Track mir einen satten, vierzehn kilometerlangen Anstieg vorenthielt. Irgendwas stimmte da nicht, zu viele Änderungen am Track kurzfristig im Vorfeld des Starts. Keine Ahnung, da war was bei mir untergegangen. Aber ich musste darüber, dutzende Kilometer entlang der gut befahrenen E6. Was ein Segen, das ich ein Radarlicht hatte.

Die Norweger fahren grundsätzlich sehr rücksichtsvoll gegenüber Radfahrern. Aber auf so einer Straße macht das dennoch keinen Spaß. Es bleiben einem nur wenige Zentimeter auf dem Randstreifen. Gefangen zwischen Leitplanken und dem vorbeifahrenden Blech. Irgendwann gab es dann zumindest einen ausgebauten, begleitenden Radweg. Aber bis dahin war es sehr zäh und monoton. 

Die Entscheidung rückte immer näher, als ich schließlich von der unendlichen Europa-Straße hinab in das kleine Tal mit herrlicher Schotterpiste abbog. Die Sonne machte ein unheimlich schönes, sanftes und warmes Licht um diese abendliche Uhrzeit. Entlang des Wassers des Gudbrandsdalslågen ging es unaufhaltsam dem Cut entgegen. Plötzlich überkam es mich emotional, Tränen rannen meinen Wangen hinunter.  All die Anstrengungen und die Mühe, bis hierhin zu gelangen, spulten sich vor meinem inneren Auge ab. Der Track ging rechts weg, ich würde geradeaus fahren, in Richtung Dombås und scratchen. Geknickt sein ist nicht annähernd die passende Beschreibung für diesen Moment. Grausam schon eher.

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Was wäre gewesen, wenn ich einfach einen Tag, vielleicht auch zwei pausiert hätte? Wäre das besser gewesen, die klügere Entscheidung? Was hätte mein Körper dazu gesagt? Ja, ich habe Selbstzweifel, ob ich mich nicht überschätzt habe. Ein bisschen fühle ich mich gerade nicht dazugehörig, wenn man das so sagen kann.

Bin ich jetzt fertig mit solchen Geschichten? Mache ich sowas nochmal? Augenblicklich ist mein Bedarf gedeckt. Die Gedanken drehen Kreise, Nebelschwaden im Kopf, das Durchdringen fällt schwer. Ein komisches Gefühl. Ich könnte gerne darauf verzichten. Dieses Gefühlswirrwarr in mir…ich suche noch den Knopf, um es wieder auszuschalten. 

Körperlicher Zerfall im Zeitraffer, aber nur bei mir. Danke, Phillipp @philandluna 😉

Mit ein paar Tagen Abstand

Meine getrübte Stimmung hat sich etwas gebessert. Nicht zuletzt durch viele tolle Gesprächen mit bemerkenswerten und sympathischen Ridern im Camp. Das Gefühl kam dort rasch zurück, „dazuzugehören“. Der gemeinsame Spirit war in diesen Tagen „danach“ großartig und tat meiner geschundenen Seele richtig gut. 

So saßen wir zum Beispiel in einer großen Gruppe deutschsprachiger Teilnehmer in der Sonne schmokelnd, rund um einen Holztisch und jeder erzählte etwas von seiner Geschichte, seinen persönlichen Eindrücken und Erlebnissen. Ein Riesengaudi und sehr interessant zugleich. Als dann die ersten Dosen Bier geöffnet wurden, nahm der Tag seinen Lauf. Viel bewegt haben wir uns nicht mehr, dafür umso mehr Spaß gehabt und dem bunten Treiben an diesem Tag um uns herum zugeschaut. Irgendwann wurde Fingerfood ganz frisch aus dem Ofen serviert, später folgten Chips und noch das ein oder andere zusätzliche Hopfengetränk. Am Abend wurde der Grill aufgebaut, Hot-Dogs als Wraps mit Krautsalat folgten. Ein Tag wie im Bilderbuch.

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Im Blick hatte ich dennoch stets Lisa auf der Website Followmychallenge, dort, wo man den Fahrern bei diversen Events als Punkte (Dots) auf einer Karte folgen und sehen kann, wie sie vorankommen. Jeder Fahrer hatte dazu einen Tracker im Gepäck. Lisa war nicht mehr weit entfernt vom Ziel. Kurz darauf bog sie bei bestem Wetter um die Ecke zum Camp und finishte dieses Brett von Bright Midnight. Großartig. Sie schaute müde aus und hatte seit zwei Tagen ordentliche Knieschmerzen. Dennoch konnte sie noch lächeln. Ich freute mich riesig für sie. Sie hatte den nötigen Biss, war tough gegenüber allen Widrigkeiten und bekam verdient die Finisher-Medaille von Justinas umgehangen. Klasse und Chapeau!

Fazit

Trotz dem DNF bin ich schlussendlich nicht völlig enttäuscht. Über 500 km sind jetzt ja auch nicht ganz so wenig und erlebt und gesehen habe ich trotzdem eine ganze Menge großartiger Dinge. Dies kann mir niemand mehr nehmen.

Die fantastische Natur in ihrer ganzen extremen Pracht zu sehen ist atemberaubend und fordernd zugleich. In solcher Kulisse wird man unweigerlich demütig. Zu erkennen, wie klein der Mensch doch auf diesem Planeten eigentlich ist, ist ein wesentlicher Punkt des The Bright Midnight, wie ich finde. Ja, es ist ein Privileg, hier mit dem Gravelbike fahren zu dürfen. Selbstverständlich sollte dies niemals sein. Ich glaube schon, dass Teilnehmer durch solche Erlebnisse besser für ihr Verhalten in der Natur sensibilisiert werden und dies auch hinaus in ihre Heimat und ihr Umfeld tragen können. 

In Erinnerung werden mir definitiv die vielen freundlichen Menschen in Norwegen am Rande der Strecke bleiben. Bescheiden, freundlich, hilfsbereit und warmherzig. Davon sollte man sich selbst mal eine Scheibe abschneiden, wie es so schön heißt. 

Immer ein Thema: die Optimierung des Gepäcks. Trotz der widrigen Umstände wäre ich wahrscheinlich auch mit weniger Sachen ausgekommen. Hätte man in der Planung berücksichtigt, dass fast jeder Campingplatz auch Cabins, also kleine Holzhütten hat, hätte ich zum Beispiel durchaus die Isomatratze weglassen können. Ja, das The Bright Midnight ist durchaus in einem stärkerem Race-Modus fahrbar. Das zeigte nicht zuletzt der Gesamtsieger Alex McCormack in überragender Zeit und wenig Equipment am Gravelbike.

Aber hinterher lässt es sich immer einfach reden, wie man solche Ultracycling-Events angeht. Jedes hat für sich stets einen eigenen Charakter, lässt sich anders planen. Daher: what’s next?

Alle Teilnehmern gratuliere ich vom ganzen Herzen. Ob Finisher oder nicht, es waren alle unfassbar, großartig und inspirierend! Ihr habt meinen allergrößten Respekt.

Zum Schluss ein dickes Lob und Danke an Justinas Leveika, seiner Familie, Freunden, Fotografen (Merci für die Nutzung der tollen Fotos, Nils Laengner, Gavin Kaps und Philipp!!!) und allen Helfern für all die Mühe der Organisation des The Bright Midnight. Sie haben dafür gesorgt, das die familiäre Atmosphäre dieses Events ein weiteres Highlight der Zeit in Norwegen war. 

Und wer weiß, vielleicht komme ich eines Tages wegen einer offenen Rechnung beim The Bright Midnight nach Norwegen zurück. Sag niemals nie…

The Bright Midnight – Mein Video

Ein kleiner Eindruck meines „Erlebnisses“ The Bright Midnight. Viel Spaß beim anschauen…

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Die rote Linie ist meine zurückgelegte, etwas über 500 Kilometer lange Strecke. Screenshot: komoot
Alle meine Artikel zum The Bright Midnight in der Übersicht:
- Vorbereitung auf das The Bright Midnight - Teil 1
- Vorbereitung auf das The Bright Midnight: Ernährung & Training
- Equipment für das The Bright Midnight: Detailierter Überblick
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Gravel, Bikepacking, Ultracycling und Rennrad. Das sind meine Steckenpferde. Ich liebe es in der Natur auf dem Rad unterwegs zu sein. Sei es auf entspannten Touren, bei sportlichen Herausforderungen oder eigenen Grenzen verschiebenden Events. Radfahren ist meine Leidenschaft. Sowohl als Hobby als auch beruflich.

9 Comments

  • Uli Benke

    …ich kann dir mitfühlen. Zwischen einem Hochgefühl vor dem Start und der bitteren Erkenntnis, dass man das Rennen nicht zu Ende fahren kann, habe ich ja live erlebt. Einen ganz kleinen Teil des Bright Midnight habe ich auch gefahren (schöne Grüße gehen raus an Andreas Hacke #4) und kann deinen Eindruck der norwegischer Landschaft nu bestätigen. Auch wenn es „nur“ 500 km waren: RESPEKT TOM! Jetzt erhole dich mal … und dann wird wieder gegräwwelt. Gruß Uli

  • Fabian Batke

    Toller, ehrlicher Bericht! Hab dir ein versöhlicheres Ende gewünscht
    Aber wie sagt man so schön? Mund abputzen, weitermachen.
    Liebe Grüße, Fabian ✌️

    • Flo

      Gut geschrieben, und gestrampelt. Schade dass es mit dem finish nicht geklappt hat. Aber ich denke, man nimmt trotzdem unglaublich viel an Erfahrungen und Eindrücken mit. Schon allein der Weg zur startlinie ist eine große Herausforderung. Danke fürs miterleben lassen. Vielleicht sieht man sich ja mal irgendwo wieder.

  • Conny

    Wow, Du gehst gestärkt daraus hervor. Glückwunsch an Lisa (unbekannterweise)! Phantastisches „Krabbel-Geläuf“ – eine epische Landschaft. Vlt. fährst nochmal zum Genießen hin. LG & tschüss

  • alex

    Du bist gefahren und das ist die Hauptsache. Nur so konntest Du diese Erfahrung machen und jede Erfahrung hat was, auch wenn sie nicht immer die beste ist. Für einen Infekt kann keiner was, abharken. Nachharken würde ich bei Sram, auch wenn das wahrscheinlich kaum in geeigneter Weise mit dem Support laufen könnte. Ansonsten…

    …ich sehe Dich schon beim nächsten Start dort. 😉

  • Ralf Jahnel

    Lieber Tom,
    am Ende bereust Du immer dass, was man nicht gemacht hat, wenn man die Möglichkeit dazu hatte.
    Du hast gemacht! Finishen ist super, aber „machen“ ist wichtiger.
    Hast Du eben mit Norwegen noch eine Rechnung offen, so what!
    Vielleicht kommt ein neuer Moment zum „machen“, wer weiß. Aber erst mal sei stolz auf Dich, dass musst Du Dir gönnen und nehmen.
    Ich finde das eine großartige Sache die Du angegangen bist – mega bärenstark!
    Und auch schmerzhafte Erinnerungen sind Erinnerungen, die Dir niemand mehr nimmt und die die Geschichten Deines Lebens sind. 🤌🏻💪🏻
    Kommst halt nächstes Jahr mit zum Nürburgring. Basta!
    Tolle ehrliche Story – toller Typ!
    Wir sehen uns 🍻

    • bikingtom

      Hi Ralf!
      Ganz lieben Dank für deine aufmunternden Worte! Ja, die Erinnerungen sind trotz allem krass, das Erlebte unvergesslich. Mal sehen, ob sich die Rechnung irgendwann mal begleichen lassen kann…
      Und: wir sehen uns definitiv bald wieder. Entweder auf einen der Afterworkrides oder gerne auch mal so! 🙂 LG, Tom

      • Volker Lerch

        Hi Tom,
        Das ist ein toller Bericht mit klasse Fotos – ich habe eine Vorstellung von der Strecke und davon bekommen, was du durchgemacht haben musst. Und es ist auf jeden Fall eine großartige Leistung, auch wenn du die zweite Hälfte nicht fahren konntest. Blöde Erkältung. Nicht deine Schuld.
        Deine Erlebnisse kann dir niemand nehmen und ich wette, dass du auch unsagbar tolle Eindrücke hattest. Und diese sind wichtig !
        Liebe Grüße, Volker

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