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#8.11.20 – Frauen vor

Auch wenn es gerade in diesem Moment schön sonnig da draußen ist, der Winter rückt unaufhaltsam näher. Noch sind ein paar Blätter an den Bäumen, die die letzten Farben des vergangenen, manchmal nicht einfachen Jahres darstellen bevor demnächst alles grau in grau ist und man möglicherweise in Winterdepressionen verfällt. Was dagegen hilft? Natürlich das Fahrrad!

Doch wer in der dunklen Jahreszeit weiterhin mit dem Rad unterwegs ist, der steht auch oftmals vor der Frage, wie er sich und sein Fahrrad vor Nässe und Dreck schützt. Ich bin dahingehend ebenfalls fündig geworden und habe mein altes ROSE ProCross mit den SKS Speedrocker ausgestattet. Die Schutzbleche, die man mit Hilfe von Klettverschlüssen und Spanngummis befestigt, sollen mir auf den alltäglichen Wegen dienen. Dazu habe ich mir jetzt noch Überschuhe von VELOTOZE gekauft, die für matschige und regnerische Tage auf dem Gravelbike helfen sollen. Ein Praxistest steht da aber noch aus. 

Langsam wird es tatsächlich ernst bei der Nachwuchsfahrerin des Haushalts. In rund vier Wochen soll ihr erstes, eigenes Gravelbike kommen. Bisher wird da für etwaige kleine Ausfahrten noch mein ProCross benutzt. Schön, dass da anscheinend jemand angefixt wurde. Da kann man demnächst mal am Wochenende auch zusammen die Pisten der Nation unter die Räder nehmen. Auch wenn da noch viel Training von Nöten ist, wie mir scheint. Noch schwingt da eine große Unsicherheit mit. Es fehlt einfach an Praxiserfahrung. Die hatten wir alle am Anfang nicht. So viel ist sicher. Doch wenn Angst mit ins Spiel kommt, wird es schwierig. Angst und Hemmungen sind absolut kontraproduktiv. Doch wie damit umgehen? Langsam rantasten oder einfach ins kalte Wasser schmeissen? Wir werden genau schauen müssen, wenn das neue Rad da ist.

Auf Grund dieses Themas bin ich aber auf eine Idee gekommen. Schon bei meinem Confidential Gravelride köchelte es etwas vor sich hin. Warum waren so wenig Frauen am Start? Im Nachgang bekam ich Emails und Nachrichten, dass anscheinend tatsächlich doch gerne mehr mitgemacht hätten. Es gab verschiedene Gründe, warum am Ende die Anmeldungen der Frauen fast gegen Null tendierten. Außer Jule (Jule radelt) traute sich (Frau) nicht. Das ist schade.

Eine Hürde ist leider oft der Gedanke des vermeintlichen Leistungsunterschiedes zu den Männern. Doch das ist Quatsch. Am Ende zählt der Spaß. Und wenn Frau am Gravelride Spaß hat, dann einfach mal mitmachen. 

Doch um noch einmal auf meine kleine Idee zurückzukommen. Die Überlegung geht dahin, ein kleines Event in Richtung Frühjahr zu gestalten (wenn Corona es denn zulässt), wo Frauen ihr Geschick in Form von Praxisübungen auf einem ganztäglichen Gravelride vertiefen können. Mit vielleicht tollen Gästen, in zwangloser Atmosphäre  und abschliessenden gemeinsamen Grillen. Und für manche Männer ist das vielleicht auch etwas, um ihre Skillz zu verbessern. Mal sehen, was mir dazu noch einfällt und wie man das umsetzen könnte. Vielleicht haben die weiblichen Leser ja auch Ideen dazu? Dann her damit, let’s talk about!

Hier geht’s zu meinem kompletten Logbuch…

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4 Comments

  • Isabel

    Ich kann das mit der Unsicherheit soo gut nachvollziehen. Ich war ja früher nie eine begeisterte Radfahrerin, weshalb dich meine Fahrten auf Touren zur Schule und zurück oder ähnliches beschränkten. Jetzt sitze ich ja seit 1 1/2 Jahren und habe bei vielen Untergründen noch Sorge. Zu steil, zu sandig, zu matschig, zu geröllig… Sobald ich das Gefühl habe die Kontrolle nicht 100%ig zu haben, bin ich unsicher bis ängstlich. Vielleicht ist es der Tatsache geschuldet, dass ich ein Spätstarter bin oder eine Frau – ich weiß es nicht. Zwar versuche ich immer wieder, mich schwierigen Untergründen zu stellen, aber stoße dort noch schnell an meine Grenzen. Tatsächlich würde mich dies aber von echten Gravel-Events abhalten, da ich, bevor es schwierig wird immer noch am liebsten auf Asphalt unterwegs bin. 🙈

    • bikingtom

      Danke für deine ehrliche Einschätzung. Mit kleinen Schritten gegen die Unsicherheit ankämpfen ist bestimmt nicht verkehrt. Vieles ist einfach Kopfsache. Du wirst dich wundern, wie du reagierst, wenn du mal etwas wegrutscht. Ich gehe davon aus, du schaffst es, das Rad abzufangen. Denn, und das ist belegt, lernt dein Kopf und Körper damit umzugehen. Sprich, dein Körper und Kopf reagiert schon auf die Situation, bevor du die Situation bewusst erfasst hast! Das ist echt spannend! Und je mehr du übst, desto besser wird das! Ich sage mir immer: es gibt Nichts, was du nicht schaffst!

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