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Vorbereitung auf das The Bright Midnight: Ernährung und Training

Die Zeit rast. Und der Kalender war in den letzten Wochen recht voll, so dass ich nie wirklich in Ruhe dazu kam, mich einmal über meinen Ernährungsplan und meine Vorbereitung auszulassen. Ihr mögt mir (hoffentlich) verzeihen.

Nicht mehr lange Zeit bis zum Start

Nicht einmal zwei Wochen, dann ist es bereits soweit und es geht nach Norwegen, das The Bright Midnight ruft. Ein halbes Jahr habe ich mir zusammen mit Lisa, meiner Cycling-Partnerin in Crime, mit der ich dieses Long Distance Cycling Event angehen werde, den Kopf zermartert, wie wir die Planung angehen. Angefangen von „wie kommen wir dahin?“ (Flugzeug bis Oslo, dann weiter mit dem Zug in die Einöde Tolgas), bis „wo schlafen wir vor Beginn des Events?“ (erst Flughafenhotel, dann Campingplatz in der Nähe von Tolga).

Sind das noch moderate Herausforderungen, geht es natürlich im größten Schritt darum, wie wir unsere Räder ausstaffieren, was wir mitnehmen, wie wir die Strecke angehen, was wir mit der Ernährung machen und das Training vorab gestalten. Das sind eine ganze Menge Dinge auf einmal, die einem ständig im Kopf herumspuken.

Ernährung,The Bright Midnight
Foto: KI generiert

Ernährung

Ich bin kein Experte, wenn es darum geht, was die perfekte Ernährung bei solch einem Ultra Cycling Event angeht. Allerdings kann ich meinen Körper mittlerweile aus der Erfahrung heraus ganz gut einschätzen, wenn es um darum geht, auf Long Distance Cycling zu gehen. Ich gebe zu, bei Ein-Tages-Rennen lasse ich mich gerne zu Beginn vom Speed und der Hektik anstecken, obwohl ich genau weiß, dass dies völlig idiotisch ist. Dennoch wird dies definitiv beim The Bright Midnight anders sein. Denn diese 1100 km mit all den Höhenmetern werden eine ganz anderes Kaliber sein.

Gut zu wissen: es wird genügend Versorgungsmöglichkeiten in Ortschaften geben, sodass wir uns dort möglichst mit „vernünftiger“, zielführender Ernährung verpflegen können. Permanenter Süßkram in der Foodpoutch ist auf Dauer halt too much und nicht gut für den Magen. Wichtig wird es sein, unterwegs ständig zu „knabbern“. Nüsse, Bananen und Salzkartoffeln wären eine Möglichkeit. In den Märkten in den kleinen Ortschaften Norwegens lässt sich garantiert derartiges finden. Den Berichten vom letzten Jahr nach sollte dies kein Problem darstellen.

Im Frühjahr habe ich die neuen Nahrungsergänzungsmittel der „Black Line“ von Powerbar kennengelernt, mit denen der Körper in der Lage ist, mehr Kohlenhydrate pro Stunde aufnehmen zu können. Bis zu 120 g sind dabei durch die Hilfe von Gels oder Pulver möglich. Das bedeutet theoretisch mehr/ länger Dampf in den Beinen.

Doch es gehört auch etwas Training für den Magen dazu, um diese Aufnahme gut verarbeiten zu können. Das habe ich die letzten Monate bei unterschiedlichen Gelegenheiten (Rennen, Bergtraining) getan. Das Ergebnis: ich bin überrascht, wie gut mein Magen das verpackt. Kein Magenkneifen oder ähnliches, sondern länger Energie in den beiden Stelzen. Wenn mich das eine Stunde am Berg länger durchhalten lässt, dann habe ich schon viel damit gewonnen. Ich bin dahingehend sehr zuversichtlich.

Ein anderes kleines Hilfsmittel werden für mich Salztabletten sein. Aufgrund der vielen Höhenmeter wird viel Schweiß fließen. Um den Salzhaushalt des Körpers zu unterstützen, helfe ich mit diesen leicht zu lutschenden Tabletten nach ihn wieder aufzufüllen.

Die Wasserversorgung wird ebenfalls ein elementarer Bestandteil des The Bright Midnight werden. Tatsächlich ist dies aber höchstwahrscheinlich der einfachste Teil des gesamten Long Distance Cycling Events. Denn: in Norwegen lässt es sich quasi aus jedem Bach trinken! Und davon gibt es viele. Sehr viele. Das einzige „Aber“ besteht darin, darauf zu achten, dass oberhalb der Wasserentnahme keine Kuhweide ist. Nun ja, das sollten wir hinbekommen.

Die Nahrungsaufnahme und die Verpflegung sollte recht gut klappen. Trotz Abschnitten, die vielleicht etwas länger durch die einsame Landschaft führen. Ich bin da wenig besorgt.

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Foto: The Bright Midnight

Die Streckenführung

Die finale Strecke ist den Teilnehmern mittlerweile bekanntgegeben worden. Wir werden auf 1107 Kilometer und 18260 Höhenmeter kommen. Von Tolga wird es zunächst in leicht zackigen Kurs in Richtung West gehen. Nationalparks werden dabei stets präsent sein, atemberaubende Landschaft inklusive. Fjorde werden wir eben so zu Gesicht bekommen, wie definitiv einige Berge, wie z.B. den 1476 Meter hohen Dalsnibba. Südwärts geht es dann bis Beitostølen, bevor es wieder durch Naturreservate Richtung Nordost und zurück nach Tolga geht.

Klingt schon fast harmlos, wird es aber eher nicht. Zwar enthält die Strecke round about 60 % Asphalt und 40 % Offroad, aber auf der Länge der Strecke gesehen, kann das immer noch ein ordentlicher Krampf auf Schotter und anderen Pfaden sein. Doch wie ihr wisst: ich liiiiebbee Gravel!

Asphalt heißt übrigens nicht, dass es einfach zu fahren ist. So geht es den Trollstigen hinauf. Halleluja! Da sind ein paar Serpentinen zu überwinden.

Nach neuesten Infos ist vor ein paar Tagen die Straße aber bis Ende des Jahres gesperrt worden. Es gab Felsabbrüche, die zum Glück nur Blechschaden angerichtet haben. Spannend wird sein, ob es eine Umfahrung geben wird. Für Radfahrer könnte es aber möglicherweise ein Durchkommen geben. Doch ob das Risiko eingegangen wird, steht noch nicht fest. Justina Leveika, der Organisator, weilt derzeit noch in den USA bei der Tour Divide, die er gerade just in diesem Moment tatsächlich gewonnen hat. Wow! Also: Infos zur einen eventuellen Streckenänderung werden noch ein paar Tage auf sich warten lassen müssen.

Die Streckenführung bedeutet für Lisa und mich allerdings auch, unsere Tagesabschnitte gut einzuplanen. Denn sollten wir in großer Höhe Rast einlegen, wird es vermutlich recht kalt. Wohingegen es in tieferen Lagen wärmer sein wird. Dort ein „Nachtlager“ aufzuschlagen, wäre sinnvoller. Auch muss rechtzeitig für Verpflegung gesorgt werden, falls wir uns entscheiden, Ortschaften hinter uns zu lassen und noch ein Stück weiter in die Nacht zu fahren und unser Lager in der Wildnis aufzuschlagen. In Norwegen gilt das „Jedermanns“-Recht, wir können einfach überall umfallen und schlafen.

Landschaftlich wird es eine wahre Wonne und ich freue mich riesig auf das Land und die Natur. Das wird ein einig großes Abenteuer. Muss nur noch das Wetter mitspielen. *Fingerkreuz*

Training für das The Bright Midnight

Mittlerweile sind dieses Jahr einige Kilometer zusammengekommen. Fast 7000 davon stecken bereits in meinen Beinen. Dabei habe ich ebenso einige Höhenmeter sammeln können, als auch Ausdauer auf Langstrecke. Darunter fallen ein paar Events, so wie selbst geplante Touren. Die Beine scheinen gerade in Form zu kommen.

War ich doch jüngst erst beim 400-Kilometer-Brevet Fleche Állemagne erfolgreich, in Italien Höhenmeter auf den Spuren der Tour de France schrubben oder danach auf der Schwäbischen Alb bei der Everve Graveltour beruflich als Tourguide dabei. Dazu gab es vor kurzem in Frankreich eine Gelegenheit um im Gelände zu klettern und jüngst habe ich das 300 Kilometer lange Flatland300 in den Niederlanden gefinisht. Das Trainingslager mit meinem Radsportverein Altenessen Cycling e.V. im Teutoburger Wald darf ich auch nicht vergessen.

Dazu kommen ein paar weitere 200-Kilometer-Touren, die ich unter anderem mit dem Rennrad gefahren bin. Es fällt natürlich auf, das ich kein spezielles Trainingsprogramm absolviert habe. Selbst auf dem Rollentrainer nicht. Dort habe ich lediglich Strecken gefahren, auf denen ein paar Höhenmeter zu erklimmen waren. Intervalle? Fehlanzeige. Zwar hatte ich die Wattzahlen immer im Blick, mehr aber auch nicht. That’s it. Das alles sollte dennoch eine gute Grundlage für Norwegen und das The Bright Midnight sein, denke ich.

Trotzdem: manchmal überkommen mich die Gedanken, ob das alles wirklich ausreicht? Ist das nicht alles doch eine Nummer zu groß? Beim Blick auf die Höhenmeter wird mir ganz anders…manchmal. Was ist, wenn ich scheitere? Doch letztendlich kann ich es nur herausfinden, wenn ich es ausprobiere. Man muss auch einmal was riskieren. Leidenschaft. Wille. Leben. Genuss. Ein positives Mind-Set, das ist wichtig.

Jetzt geht es an die Details des Set-ups. Was ich genau mitnehme und an meinem Gravelbike anschraube, zeige ich euch bereits in Kürze. Rechtzeitig, bevor es nach Norwegen geht.

Zum ersten Bericht über die Vorbereitung zum The Bright Midnight geht es hier.

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Gravel, Bikepacking, Ultracycling und Rennrad. Das sind meine Steckenpferde. Ich liebe es in der Natur auf dem Rad unterwegs zu sein. Sei es auf entspannten Touren, bei sportlichen Herausforderungen oder eigenen Grenzen verschiebenden Events. Radfahren ist meine Leidenschaft. Sowohl als Hobby als auch beruflich.

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