MOMENTE: USA-Roadbook Eastcoast – Teil 3

Ein paar Tage sind nun also wieder vergangen. So einiges habe ich wieder gesehen und erlebt. Unter anderem war ich zu Gast in Virginia Beach. Der dortige Boardwalk gillt angeblich als der längste der USA. Also wenn man das live vor Ort sieht, ok. Aber ob das wirklich stimmt? Um das zu testen, musste ein Fahrrad her. Gerade hier sollte das Radfahren sehr gut möglich sein. Denn es gibt direkt an der wirklich netten Promenade am Strand einen eigenen Bikepath! Doch woher ein gutes Rad nehmen? Sollte ja nicht so schwierig sein. Dachte ich zumindest. Doch das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Ich fand nur die typischen Strandbuden-Verleiher. Also Google beauftragt. Und siehe da, einen Radladen gab es. Also direkt dort hin. Doch zu meiner Enttäuschung werden dort keine Räder mehr verliehen. Gegen die Strandbuden-Verleiher ist kein Kraut

bikingtom,Virginia Beach,USA,Radfahren

Auf dem ersten Blick gar nicht schlecht…

gewachsen, so der nette Besitzer des kleinen Ladens. Deshalb hat er den Verleih seit einigen Jahren eingestellt. Wirklich schade. So blieb mir tatsächlich nur der Gang zu den Strandbuden-Verleihern um mir dort einen äußerst unkomfortablen Beachcruiser auszuleihen. Weder die Größe passte, noch war irgend etwas anderes bequem an diesem Bike. Auch die Kette, als Beispiel, hatte wahrscheinlich zum ersten und letzten mal bei Auslieferung ab Werk Öl gesehen. Sie war total verrostet. Aber was blieb mir über? Und so radelte/quälte ich mich mit diesem Eingang-Fahrrad über den Bikepath.

bikingtom,Virginia Beach,USA,Radfahren

…aber schau‘ sich einer die Kette an!

Der allerdings war wirklich nett! Das muss ich zugeben. Getrennt vom Boardwalk durch hübsche Bepflanzungen, dazu die häufige Anbringung von Schildern, die Rad- und Fußvolk auf diese getrennten Wege aufmerksam machten. Und trotz zahlreicher Touristen funktionierte das sogar relativ gut. Na ja, einige „Knaller“ gibt es ja immer die aus der Reihe tanzen. Aber doch, es klappte ziemlich gut. Unterwegs auf diesen Zwei-Richtungs-Radweg waren auch diese komischen Vier-Rad-Räder mit Überdachung, so eine Art Rikscha halt. Die waren irgendwie viel zu breit für den Radweg und wirkten etwas fehl am Platze. Na gut, musste ich halt drüber hinweg sehen. Aber es machte wirklich Spaß. Auch wenn es nur ein „von-links-nach-rechts-und-zurück-radeln“ war. So am Strand und auf der Promenade zu cruisen ist schon eine nette Sache. Am Ende kam ich so auf knappe 1o Kilometer ohne wirklichem Kraftaufwand.

bikingtom,Virginia Beach,USA,Radfahren

Der nette Bikepath am Strand von Virginia Beach.

Einen weiteren kleinen Trip konnte ich dann in Washington D.C. unternehmen. Das Hotel, in dem ich unterkam, besaß nämlich sogar eine kleine Anzahl eigener Fahrräder. Pfiffig wie ich finde, denn es war durchaus zu sehen, das dieses Angebot sehr gut angenommen wurde. Mittags waren meistens  alle Räder weg. Denn, und das sollte man gar nicht meinen, Washington ist eine durchaus komfortable Hauptstadt für Radfahrer. Zumindest rund um die Machtzentrale der USA und irgendwie auch dieses Planeten. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls lag die berühmte, sogenannte National Mall mit all ihren Sehenswürdigkeiten wie dem Capitol, dem Weißen Haus, dem National Air & Space Museum, dem Lincoln Memorial und sogar dem berühmten Arlington Friedhof, wo die ewige Flamme auf  John F. Kennedys Grab brennt, in unmittelbarer Umgebung.

bikingtom,Washington DC,USA,Radfahren

Kostenloses Verleihrad des Hotels.

Da liegt es selbstverständlich für mich nahe, diese Sehenswürdigkeiten alle mit dem Fahrrad abzuklappern. Das Rad an sich war recht simpel. Und leider auch diesmal äußerst unbequem, denn die Größe war für mich nicht optimal einzustellen. Ich saß viel zu tief und eher wie ein Affe auf dem Schleifstein drauf, aber egal. Auch hier musste ich jetzt durch. Drei Gänge waren auch etwas wenig, den am Capitol Hill, wie der Name schon sagte, war es ein wenig hügelig. Drei Gänge waren hier somit unterdimensioniert bzw. nicht gut übersetzt. Das ging mir ordentlich auf die Knie. Ok, wie gesagt, es war umsonst.

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Wusstet ihr das die Gebrüder Wright vor dem Fliegen auch Fahrräder gebaut haben? Eins steht in Washington!

bikingtom,Washington DC,USA,Radfahren

Es steht im National Air & Space Museum.

In der Stadt selber konnte ich sowohl Abstellmöglichkeiten als auch einige gut gemachte Bike Lanes  so sehen. Zwar geht es immer noch besser, aber das was ich sah war ok. Überraschenderweise ist rund um diese Gegend gar nicht wirklich so viel Autoverkehr wie man jetzt für einen solchen Regierungssitz annehmen würde. Und da auf den Hauptverkehrsadern passable, eigene Bike Lanes eingerichtet wurden, kann man dort sehr gut von A nach B gelangen. Und das tat ich somit auch. Ein paar Bilder seht ihr ja hier. Gerne hätte ich die Stadt auch noch viel weiter mit dem Rad erkundet, leider blieb mir aber nicht die Zeit dazu. Das sollte mir dann in New York gelingen. Dazu bald mehr.

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Diese Straße führt zum Weißen Haus. Inklusive mittiger Bike Lane!

Hier die Links zu den bisherigen ROADBOOK-Einträgen:

USA-Roadbook Eastcoast – Teil 1

USA-Roadbook Eastcoast – Teil 2

Folgt mir doch weiterhin auf meiner kleinen Tour! Weitere Fotos von mir findet ihr auch bei Instagram!

Alle Fotos in diesem Artikel außer dem Titelbild ©2017 by bikingtom

 

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INTERVIEW: COBI – Ein Blick hinter die Kulissen sowie Aussichten für die Zukunft – Teil 2

Im zweiten Teil des großen Interviews mit COBI geht es unter anderem um praktisch unbegrenzte Möglichkeiten mit einer hochinteressanten Neuheit, dem COBI DevKit, sowie der Hardware der 2. Generation und warum China qualitätsmäßig ein toller Produktionsstandort sein kann! Steigen wir also direkt ein…

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Die Jungs beantworteten mir alle meine Fragen rund um COBI. Heiko Schweickhardt (links) und Carsten Lindstedt.

Eine andere, ganz neue Möglichkeit der Nutzung der App soll es ja bald geben, das sogenannte COBI DevKit. Was muss man sich darunter vorstellen und welchen Mehrwert des COBI stellt dies für die User da?

Heiko „Mit COBI haben wir aus Hardware und Software eine grundlegende Infrastruktur fürs Smartphone geschaffen, die eine Basis schafft um sehr einfach, interaktive Fahrrad-Miniapps zu entwickeln. Die Themen Smartphone-Halterung, Stromversorgung, Fernsteuerung, E-Bike- und Sensor-Ansteuerung werden vom COBI System übernommen, während sich Entwickler voll darauf konzentrieren können kreative und nützliche Anwendungen mit den Fahrdaten umzusetzen. Dazu gibt es eine einfache Entwicklungsumgebung die es sogar Hobby-Entwicklern ermöglicht mithilfe von Web Standards COBI Erweiterungen zu erstellen. Für alle die schon immer diese eine Killer-App fürs Fahrrad im Sinn hatten, aber durch die Komplexität abgeschreckt wurden. Das ist das DevKit.“

Carsten „Zwei wichtige Aspekte möchte ich noch ergänzen: Man kann die eigenen Module mit dem COBI-Controller steuern. Zusätzlich bekommt man Zugriff auf die Sprachausgabe des Smartphones, was die Bedienung ohne dabei hinschauen zu müssen ermöglicht. Im Grunde kann jeder seine eigenen Ideen umsetzen, der schon mal eine eigene Website programmiert hat – der Rest ist so einfach wie Lego.“

Heiko „Das DevKit ermöglicht eine Vielzahl neuer Funktionen speziell optimiert fürs Fahrradfahren. Design-Richtlinien, wie sichere und gute Fahrrad-Apps zu bauen sind, werden wir mitliefern. Wir haben natürlich in den drei Jahren Entwicklung viel darüber gelernt, was es bedeutet ein Fahrrad-Dashboard zu bauen. Diese Erfahrungen werden wir den Entwicklern an die Hand geben.“

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Mit dem DevKit sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt!     Foto: COBI

Carsten „Das COBI DevKit ist eine ganz neue Plattform fürs Fahrradfahren. Am besten schaut man sich zu Beginn einfach mal die mitgelieferten Beispiele an. Diese illustrieren verschiedene Anwendungsszenarien – aber auch unterschiedliche technische Funktionalitäten.”

Heiko „Es sind keine Grenzen gesetzt. Vom einfachen analogen Fahrrad-Tacho, bis hin zur komplexen Multi-User App, ist alles möglich. Wir freuen uns schon sehr auf die kreativen Ideen der Entwickler-Community.“

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So könnte z.B. eine eigene App aussehen, auf der man erkennen kann wo die Freunde gerade auf dem Rad unterwegs sind!        Foto: COBI

Das klingt wirklich cool. Ab wann soll denn das DevKit verfügbar sein?

Heiko „Ab 2020…*lacht*… Spaß beiseite, die ersten Entwickler dürfen bereits zur EUROBIKE ran. Unser Team wird natürlich als Starthilfe zur Verfügung stehen.“

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Einblicke ins DevKit Foto: COBI

Für die Frage „wie viele Fahrräder braucht der Mensch“ gibt es die bekannte Formel n+1 wobei n für die bereits vorhandenen Räder steht. Euer System ist bisher leider jeweils auf einen Hub beschränkt, so das man das COBI nicht einfach bei seinen Rädern untereinander nach Belieben wechseln kann. Viele Radfahrer würde diese Möglichkeit sicherlich begrüßen…

Carsten „Wir haben es im ersten Schritt durch das myCOBI-Portal möglich gemacht, das eigene Bike mit mehreren Nutzern zu teilen. Es gibt aber tatsächlich bereits Nutzer, die mehrere COBI Systeme auf verschiedenen Rädern mit einer App benutzen. Auch dafür wird es eine Lösung geben. Zum genauen Release-Zeitpunkt, können wir aktuell noch nichts sagen.“

Ok, dann kommen wir schon zum nächsten Thema: Motorunterstützung. Bisher war ja meist der Bosch-Motor die erste Wahl, auch auf Grund der weiten Verbreitung. Aber wie sieht es denn mit anderen Herstellern aus?

Carsten „Zusätzlich zum COBI für Bosch ist bei ausgesuchten Händlern und Online-Stores bereits ein Nachrüst-Set für Räder mit Brose Antrieb erhältlich. Zum Beispiel das Turbo Levo von Specialized macht damit nun noch mehr Spaß *lacht*“

Die erste Generation der Hardware befindet sich seit geraumer Zeit im tagtäglichen Einsatz, zigtausende an Kilometern wurden bereits von den Usern abgespult. Was waren eure Überlegungen bei der seit kurzem erhältlichen 2. Generation und was unterscheidet sie vom Vorgänger?

Carsten „Als wir vor 3 Jahren COBI für Bosch entwickelt haben, benutze der Standard-Intuvia Controller eine analoge Technologie zum Übertragen der Steuersignale. Von Bosch wurde dann, abgeleitet vom Nyon Controller eine digitale Variante entwickelt, die robuster ist. Die alten Standard-Controller wurden dann nach und nach beim eBike Service ersetzt. Dadurch konnten einige Nutzer plötzlich ihr COBI nicht mehr steuern. Das Problem ließ sich leider nicht per Software-Update lösen, weil dafür einfach andere Hardware notwendig war. Mit dem neuen Hub ist dieser nun wieder kompatibel zu allen Bosch Antrieben inkl. Controllern am Markt.“


Die Akkupacks beim COBI für „Bio-Bikes“ hatten euch eine Zeit lang Probleme bereitet und musste oftmals zum Leidwesen aller umgetauscht werden. Woran hat das gelegen und wie ist die heutige Situation?

Carsten „Es gab zum Marktstart Probleme mit den zugekauften Pins, welche die Verbindung zum Hub herstellen. Interessanterweise waren alle Battery Packs, die wir zum Test hier hatten fehlerfrei. Von den Kunden kamen dann die ersten Beschwerden, woraufhin die Fehleranalyse losging. Als die Ursache gefunden war,  wurden deutlich bessere Pins verbaut und die Qualitäts-Tests in der Produktion optimiert. Wann immer jemand ein Problem hat, wird das Battery Pack von uns so schnell wie möglich ersetzt. Natürlich kostenfrei.“

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Im Showroom von COBI.       Foto: COBI

So weit ich weiß produziert ihr das COBI in China. Wie schwer ist es die hohen Ansprüche an Qualität dort sicherzustellen und jemanden zu finden der das auch vor Ort überwacht?

Carsten „Die Qualität der Produkte aus China kann richtig gut sein, nur kann es schwierig sein, den richtigen Partner zu finden. Hier profitierten wir von unseren erfahrenen Hardware-Kollegen und deren Netzwerk. Unser Produzent stellt auch Logitech Produkte her, wenn er nicht gerade COBI Systeme herstellt. Es gibt vor Ort Teststationen für Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Rütteln und so weiter. Die Testkriterien wurden von uns definiert. Zusätzlich haben wir Ort einen Experten, ein erfahrener deutscher Ingenieur, der bereits viele Jahre in China lebt. Er sichert bei Bedarf die Qualität in der Produktion.“

Heiko „Wer uns bei Kickstarter verfolgt hat der weiß, dass wir am Anfang in Osteuropa ( in Polen, d.R. ) produzieren wollten und nicht in China. Aber wir haben in China bessere Bedingungen vorgefunden. Früher hat man in China produziert weil es günstig war; heute aufgrund der höheren Dichte an Kompetenz und langjährigen Erfahrung. Wir haben dort auch eigene Software-Tools zur Qualitätsprüfung im Einsatz.“

Auch in Nordamerika hat COBI inzwischen eine Zweigstelle. Hierzulande bekommt man ja von dem Geschäft dort drüben nicht viel mit. Wie sieht es denn dort auf dem Markt für euch aus? Wo ist der Unterschied zum hiesigen europäischen Markt?

Heiko „Die USA benötigen das richtige Timing – es ist kein wirkliches Fahrrad-Land, aber ein totales Gadget-Land. Im T-Mobile-Flagship Store in Santa Monica wird COBI als Highlight präsentiert, aber davon abgesehen lassen wir es noch relativ ruhig angehen. Diese gezielten Platzierungen werden wir aber weiter ausbauen und wenn die Amerikaner plötzlich E-Bikes als Gadgets entdecken sind wir bereit durchzustarten.“

Carsten „Wir haben einen sehr erfahrenen Salesman eingestellt, der aus dem Fahrrad-Business kommt und vor Ort alles regelt. Mit dem Haibike Urban Plus und dem IZIP E3 ProTour gibt es zwei e-Bike Modelle am Markt, die standardmäßig mit  COBI ausgestattet sind. Besonders freut uns, dass es auch dort bereits richtig gute Testergebnisse gibt.“

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Vom Start-Up-Unternehmen zum Vorreiter beim äußerst angesagten Thema „Connected Biking“. Was ist nötig um dieser Rolle auch weiterhin gerecht zu werden?

Heiko „Als Connected Biking wird vieles bezeichnet. Wenn man Leute auf der Straße fragt, geht das von „Bluetooth-Verbindung zum Fahrrad“ bis „GPS-Sender im Rahmen“.  Aber was bringt es eigentlich dem Nutzer? Fährt er dadurch öfter Fahrrad? Bereichert es sein Leben? Wir denken der Schlüssel um erfolgreich zu sein ist dem Fahrer “Superkräfte” zu verleihen – ihm Möglichkeiten im Kontext des Fahrradfahrens zu bieten, die vorher einfach nicht möglich waren. Und davon möglichst viel, elegant und sicher.“

Carsten „In einem Satz: Connected Biking heißt für uns Fahrrad und Fahrer ganzheitlich zu vernetzen – mit seiner Digitalen Welt und allem, was ihm wichtig ist.“

Eine letzte Frage. Die EUROBIKE steht quasi vor der Tür und ist für viele Firmen der Fahrradbranche eine Art Trend-Barometer und somit Pflichtveranstaltung. Wie wichtig ist es für euch dort als Aussteller Präsenz zu zeigen?

Carsten „Auf der Eurobike werden wir den Händlern und den Herstellern unsere Hardware- und Software-Neuerungen vorstellen. Für die Hersteller von E-Bikes werden wir eine neue COBI Version vorstellen – welche deutlich stärker auf die Anforderungen der Hersteller zugeschnitten ist. Für den Handel und die Kunden wird das neue Battery-Pack mit gesteigerter Leistung, verkürzter Ladezeit und der lang ersehnten Anschlussmöglichkeit für das Nabendynamo-Kabel vorgestellt! Für Fitness-Enthusiasten werden wir 2018 moderne Bluetooth Sensoren ins Angebot aufnehmen.

Wir freuen uns auf tolle Gespräche mit den Besuchern und können es kaum erwarten, die Zukunft von COBI anfassbar zu machen.“

Ich danke euch für das offene und ehrliche Gespräch und die Zeit die ihr euch dafür genommen habt! Ich bin gespannt, wie ihr eure Ideen weiterentwickeln werdet. Die Kunden dürften sich freuen!

Und wer den ersten Teil des Interviews noch einmal lesen möchte, der findet den Link zu dem Artikel hier!

 

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INTERVIEW: COBI – Ein Blick hinter die Kulissen sowie Aussichten für die Zukunft – Teil 1

Im ersten Teil des großen Interviews gewähren die Jungs unter anderem einen tieferen Einblick hinter die Kulissen und zeigen so auch mal eine Seite von COBI, die man bisher vielleicht nicht kannte! Höchst interessant! Dazu gibt es noch weitere spannende Infos wie zum Beispiel das Thema Fitness-Integration! Der zweite Teil des Interviews erscheint dann am Freitag, den 18. August!

Schon länger begleite ich durch diverse Artikel die Firma COBI, die sich durch ihre smarte „Connected Biking“ Lösung mittlerweile einen sehr guten Ruf erworben hat. Ich hatte die tolle Gelegenheit die Jungs in ihrem Headquarter in Frankfurt für ein Interview zu treffen. Carsten Lindstedt ( Co-Founder & Head of Brand Experience ) und Heiko Schweickhardt ( Co-Founder & Head of Software Development ) empfingen mich im Loft-artigen Flagshipstore, gelegen am Frankfurter Westbahnhof. Sie nahmen sich an einem Freitagabend eine ganze Menge Zeit um all meine Fragen zu beantworten. Dabei zeigten sie vor allem eins, nämlich bedingungslose Leidenschaft für ihr Produkt. Die Überzeugung, der Glaube an ihr Produkt COBI, spiegelte sich in jeder Antwort, jeder Aussage und jedem Wort wieder. Wenn das ein Garant für ein erfolgreiches Product-Placement eines Start-Ups ist, dann haben die Jungs bisher wohl nicht ganz so viel verkehrt gemacht! Oder wie Heiko es wohl passend sagt: „Wir rollen erst noch zur Startbahn!“ Und das kaufe ich den Jungs ab! Denn sie haben anscheinend noch eine ganze Menge Überraschungen in petto!

 

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Carsten Lindstedt

Zu Beginn führte Carsten mich erst einmal durch das Headquarter, gleichzeitig der Flagship-Store des Unternehmens. Dort kann man im modernen, lockeren Ambiente die ganze Produktpalette direkt montiert auf verschiedenen Fahrrädern oder in Vitrinen bestaunen. Hier bekommt man schnell eine Vorstellung davon, was das COBI überhaupt ist. Die Kunden können hier testen, sich kompetent alle Funktionen erklären lassen oder bekommen Tipps und Unterstützung bei der Montage des Systems direkt vor Ort

Die Grenzen zwischen den offen gestalteten Büros und dem Store sind fließend, die Wege zwischen den einzelnen Abteilungen wie Softwareentwicklung, Kundenservice oder dem Testlabor “The Garage” sind kurz. Überall stehen die verschiedensten Fahrräder diverser Marken herum auf denen das COBI auf Herz und Nieren im tagtäglichen Einsatz geprüft und getestet wird. An der Wand hängt ein Teil der vielen Auszeichnungen, die das Team weltweit bereits eingeheimst hat. Ein wenig sympathisch-chaotisch sieht es vielleicht hinter den Kulissen aus, so stellt man sich ein Start-Up-Unternehmen wohl auch vor. Doch im COBI-Universum macht das durchaus Sinn. Denn die Kreativität scheint dadurch nur noch mehr beflügelt zu werden wie ich dann im Interview bei einem wohlverdienten Feierabendbierchen zum späten Abend feststellen durfte.

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Heiko Schweickhardt

Hallo Carsten und Heiko, stellt doch mal in kurzen Worten das COBI vor, für die Leute die es noch nicht kennen.

Carsten „COBI ist das weltweite einzige “connected biking” System, welches das Smartphone vollständig als digitales Cockpit ins Fahrrad integriert und so jedes Fahrrad zum vollvernetzten Smartbike macht. Besonders viel Spaß macht das Plug and Play Upgrade beim Bosch System, da dort zusätzlich Motorsteuerung und eine Vielzahl von Live-Daten integriert werden, auch die verbauten Lichter können automatisch gesteuert werden. Die zentrale COBI App für iOS und Android wurde speziell für den Radfahr-Kontext gestaltet und kann während der Fahrt sicher und komfortabel per Lenkerfernbedienung bzw. Sprachausgabe bedient werden. Die Hände bleiben so am Lenker und der Blick auf die Straße gerichtet. Eine weitere Besonderheit ist, dass sämtliche Funktionen kabellos updatefähig sind. Das gilt neben den Apps auch für die Firmware, welche die Elektronik abseits des Smartphones steuert – sogar für das kabellose Rücklicht – genau wie bei Tesla.“

Heiko „Bei COBI geht es darum alles was man am Smartphone liebt beim Fahrradfahren einfach zugänglich zu machen, egal um was es sich dreht – das beginnt bei Navigation, Musik und Fitness, aber erstreckt sich früher oder später auch auf Apps an die man im Fahrrad Kontext noch gar nicht denkt, aber diese durch COBI dem Fahrradfahrer zugänglich gemacht werden.“

 

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Foto: COBI

 

Warum gerade das Smartphone?

Carsten „Das Smartphone hat für viele Menschen einen sehr wichtigen Platz im Alltag eingenommen. Man trägt es ständig bei sich, es bietet Zugang zur Lieblingsmusik, den Freunden, allerlei wichtigen Online-Services und vielem mehr. Mit den passenden Apps wird vieles bereits jetzt zentral gesteuert. Die Lieblingsserie wird zum Fernseher, und die neusten Hits – passend zum individuellen Geschmack – zur Anlage gestreamt. Bus- oder Bahn-Tickets kauft man bei Bedarf bequem per App, man entdeckt neue lokale Angebote und kann per Navigation den Weg dahin planen. Bezahlt wird auch schon bald per Smartphone. Es ist also ganz natürlich, dass man auf all das auch beim Radfahren nicht verzichten möchte. Kurz: das Smartphone ist Teil des Radfahrens, so oder so. Das Ergebnis sind teils gefährliche Kompromisse, die jeden Tag auf den Straßen und Radwegen zu beobachten sind: ob das Smartphone zum telefonieren zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt oder einhändig fahrend zum Navigieren oder Chatten vor die Nase mit freihändigen tippen gehalten wird. Entweder nimmt man das so hin, oder man überlegt sich eine bessere und sicherere Lösung, die auf das Smartphone zugeschnitten ist. Zunächst gibt es ein paar grundlegende Problem zu lösen. Zuallererst den richtigen Ort fürs Smartphone zu finden und eine einfache und zugleich sichere Befestigung zu bieten. Ort und die Ausrichtung war für uns naheliegend: im Querformat zentral am Lenker – wie im Auto-Cockpit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die sichere und zuverlässige Bedienung beim Fahren. Neben der Steuerung per Lenkerfernbedienung wurde das App-Design fürs Radfahren gestaltet: Große, klare Typografie, starke Kontraste, nur ein Minimum an relevanter Information – immer passend zum inhaltlichen bzw. dem Bewegungs-Kontext, also ob man gerade fährt oder steht. Die integrierte Ladefunktion per eBike-Batterie oder dem wechselbaren Battery Pack beim COBI für normalen Räder, behebt das schmerzhafte Laufzeitproblem des Smartphones bei intensiver Nutzung.“

 

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Was war euer Schlüsselmoment, wo ihr gedacht habt „wow, das ist eine geile Idee, das müssen wir machen“?

Carsten „Diesen Moment hatte zuerst Andreas (Gahlert, COBI CEO & Founder), das war so gegen Oktober 2013 auf dem Feldberg an dessen Fuße er wohnt. Er war einer der ersten der vom E-Bike begeistert war. Als er mal wieder unterwegs war und Klingel, E-Bike-Display, Smartphone, Powerbank und Licht am Lenker sah, dachter er sich: „Es kann doch nicht sein, dass der Lenker so voll ist, und die Geräte nicht miteinander vernetzt sind! Und warum kommt der Ladestrom fürs Smartphone nicht direkt vom E-Bike?” Das musste man doch zu einem zentralen Gerät zusammenfassen können. Es folgten diverse technische Machbarkeitsprüfungen. Anschließend hat Andreas dann erste Industriedesign-Skizzen und ein 3D-Renderings beauftragt: sieht denn so etwas total schlimm am Lenker aus und könnte man das tatsächlich mit anspruchsvollem Design lösen? Mit den ersten vielversprechenden Skizzen und positiven Rückmeldungen zur Elektronik fragte er uns vier ehemalige Kollegen schließlich, ob wir das zusammen stemmen wollten. Wir alle konnten einfach spüren, was aus dieser Vision und diesem Team entstehen könnte. An einem Freitag hatte er mich gefragt, und ich sagte ihm “mein Bauch sagt ja, aber gib mir mal Zeit bis Sonntagabend”. Nachdem ich meiner Freundin Idee und Vision erklärt hatte und sie fragte, was sie von dem Vorhaben hält, sagte sie: „Bei dem Leuchten in deinen Augen –  was soll ich denn da sagen? Das musst du wohl einfach machen!“ Damit war alles geklärt. Am Samstagfrüh habe ich Andreas angerufen und ihm gesagt, dass ich an Bord bin.“

Heiko „Auf mich hatte der Sweet-Spot aus Fahrrad fahren kombiniert mit Hightech eine unwiderstehliche Attraktivität. Zuvor prägte die Welt der Apps bereits meine berufliche Laufbahn, während meine erste Testfahrt auf einem E-Bike meine Vorstellung vom täglichen Pendeln auf den Kopf stellte. Die beiden Welten zusammenzubringen war eine riesige Herausforderung und daher ein doppelter Grund um sich dem anzunehmen.“

Bei der Kickstarter-Kampagne habt ihr damals in kürzester Zeit eine Menge Geld eingesammelt, der Druck war dementsprechend naturgemäß hoch. Konntet ihr den Erwartungen gerecht werden?

Heiko „Ich denke die Investoren waren sich bewusst, genau wie wir selber, auf welchen Ritt wir uns einlassen – und haben entsprechend mitgefiebert. Und das auf dem Fahrradmarkt, der wie alle Bereiche der Mobilität im Umbruch ist. Und die Herausforderung für Hardware und Software war maximal. Alle sind Hals über Kopf mitgegangen, genauso wie wir, auch ein bißchen vom Herzen geleitet.“

Carsten „Die Investoren schauen sich vor einem Investment in erster Linie das Team und viele Statistiken genau an. So Fragen wie „Ist Fahrradfahren ein Thema?”  Ja, Fahrrad fahren ist zunehmend angesagt. “Sind eBikes ein Thema?” Ja, ein deutlicher Trend: Starke Wachstumsraten gepaart mit einem deutlich sinkendem Käufer-Altersschnitt Jahr für Jahr. “Ist Smartphone ein Thema?” Absolut. Also durchaus ein Pferd auf das man setzen kann.“

 

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Was habt ihr damals gedacht, als die ersten Bestellungen nach langer Entwicklungsphase für das COBI eingingen?

Carsten „Das ging ja schon mit dem Kickstarter-Crowdfunding los, als wir zu Spitzenzeiten bis zu 200 Bestellungen am Tag hatten und uns dachten: “Wow, das ist echt ein deutliches Investment in unsere Vision!” Uns war jedoch auch bewusst, dass letztlich die harte Währung nicht die Anzahl der Bestellungen, sondern die Zahl der zufriedenen Nutzer sein würde.“

Heiko „Es war gerade am Anfang harte Arbeit uns diese Basis zu erarbeiten, da wir einige Aspekte des Produkts als selbstverständlich angesehen hatten aber diese nicht so aufgefasst wurden. Zum Beispiel haben wir lange nicht die Routen aufgezeichnet, weil wir davon ausgegangen sind, dass du dafür schon deine Lieblings-App auf dem Smartphone hast. Gerade bei einer neuen Produktkategorie sind solche Erkenntnisse aber unausweichlich.“

Im Leben und auch bei Start-Ups läuft leider nicht immer alles rund. Auch Rückschläge gehören dazu. Mit welchen hattet ihr zu kämpfen?

Carsten „Wir haben diese Marke mit einem riesigen Anspruch an uns selbst aufgebaut. Diesem Anspruch aus dem Stand gerecht zu werden – sowie die Vielfalt bzw. technische Komplexität des Produktes hat den ein oder anderen mal vor große Herausforderungen gestellt. Das Thema Customer Service beispielsweise lief am Anfang keineswegs so reibungslos wie wir uns das vorgestellt haben. Da liest du als Gründer plötzlich Feedback in Foren wie „niemand antwortet seit Wochen, das Produkt gibt es doch gar nicht, usw.“ Und du denkst dir, das ist doch nicht unsere Company, von der da gesprochen wird! Mit vereinten Kräften von Leuten, die schon 110% Einsatz eingebracht haben, konnten die Wogen geglättet werden. Die Zusammenarbeit zwischen Call-Center, Logistik und Produkt-Experten wurde restrukturiert und durch den Einsatz moderner Tools wurde die nötige Transparenz geschaffen. Aber es ist dennoch ärgerlich wenn du liest, dass die so wichtigen ersten Kunden keine oder unbrauchbare Hilfestellung bekommen haben.“

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Einige Auszeichnungen aus aller Welt schmücken die Wand im Flagshipstore

Wer euch kennt, der weiß wie viel Herzblut und Leidenschaft ihr in COBI steckt. Wie geht ihr mit ungerechtfertigter Kritik um, die ja zum Beispiel manchmal in der Anonymität des Netzes hochköchelt?

Carsten „Durch unsere Agentur-Vergangenheit war es uns schon recht klar, was im Social Web so passieren kann und das es auch wichtig ist, Ruhe zu bewahren. Man muss auch Fehler eingestehen können. Für konstruktive Kritik sind wir immer offen. Viele Themen regeln sich auch innerhalb der Community – ganz organisch. Daher ist uns die Pflege der Community und die direkte Ansprache von Kritikern auch ein wichtiges Anliegen.“

Heiko „Ich denke wir haben viel Angriffsfläche geboten, da auf dem Smartphone die Konkurrenz, an der man sich natürlich messen lassen muss, unglaublich groß ist. Unser brandneues Produkt musste sich mit Fahrrad-, Navigations-, Entertainment-Apps und Wearables messen lassen, die seit Jahren auf dem Markt sind. Doch gerade am Anfang haben wir die meiste Zeit damit verbracht die Basis einer vernetzten Fahrrad- und eBike Plattform zu schaffen: von der Bluetooth-Anbindung der Apps an den COBI-Hub über Firmware-Updates und Ansteuerung unterschiedlichster E-Bike Systeme. Da mussten wir uns erstmal eine Infrastruktur schaffen und dabei blieb manche App-Funktion auf der Strecke. Die gute Nachricht ist, dass wir jetzt anfangen können das ganze Potenzial auszuschöpfen. Perspektivisch sind wir gerade erst auf die Startbahn gerollt. Wir halten aber mittlerweile eine gute Balance aus kurzfristigen Updates zur Nutzerzufriedenheit und langfristigem Blick nach vorne.“

Kommen wir zur Software. Damals bei Produktstart war die App noch etwas anfällig, mittlerweile ist eine sehr positive und kontinuierliche Entwicklung und Verbesserung zu spüren. Die User danken es euch. Worauf legt ihr die Schwerpunkte bei der Weiterentwicklung?

Heiko „Bis Mitte diesen Jahres wollten wir Kernpunkte wie Navigation, Fitness, Telefonie, Musik und Wettervorhersage abdecken. Das große Fitness-Update für Android ist mittlerweile auch auf der Straße! Parallel haben wir Feedback unserer aktiven Nutzer aufgenommen und zu weiten Teilen einfliessen lassen. Der nächste große Schritt für uns ist nun die Öffnung der Plattform. Aber wir müssen es nicht schön reden, es gab genügend Bugs zu beheben, aber wir sind selbst die größten Fans von COBI und fahren täglich viele Kilometer zur Arbeit. Morgens und Abends wird genau hingeschaut und wir selbst haben die geringste Fehlertoleranz. Aber es gibt natürlich die unterschiedlichsten Fahrräder, E-Bikes, Fitness-Sensoren und Smartphones, da kommt einige Komplexität zusammen. Doch man merkt mit jeder Woche wie sich die Wogen glätten.“

Wie sieht der Entscheidungsprozess aus wenn ihr ein neues Feature integrieren wollt?

Heiko „Das Ganze läuft ziemlich kollaborativ ab. Einmal die Woche schauen wir zusammen auf die Roadmap. Neben naheliegenden Funktionserweiterungen wollen wir aber auch zeigen welches Potenzial in COBI steckt und dabei ergeben sich dann auch überraschende Funktionen.”

Carsten „Wichtige Entscheidungen werden in einem erfahrenen Gremium mit konzeptstarken Köpfen getroffen – hier ist auch eine Menge Bauchgefühl im Spiel. Etwas was bei unserem Startup schon immer im Zentrum stand. Zusätzlich gibt es eine Ideen-Plattform auf der jeder Mitarbeiter, aber auch Ansätze der Beta-Gruppe oder aus der Facebook “COBI Benutzer”-Gruppe gesammelt und vertaggt werden. Dann muss man schauen wie weit das relevant für die diversen COBI Schwerpunkte ist. Dementsprechend wird es bewertet und letztlich auch priorisiert.”

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Foto: COBI

Für viele Radler ist die Aufzeichnung ihrer Touren heutzutage selbstverständlich geworden. Auch ihr habt jetzt den Fitness-Bereich seit einigen Wochen in der App implementiert. Erzählt doch mal was den User dort spannendes erwartet und was euch von anderen Anbietern unterscheidet.

Heiko „Durch COBI hat man zum ersten Mal die Möglichkeit Echtzeit-Fitnesswerte optimiert fürs Fahrradfahren interaktiv dargestellt zu bekommen. Andere Apps haben meistens eine reduzierte Ansicht der Werte die man voreinstellen muss. Bei uns geht das interaktiv mit dem Daumenschalter inklusive Sprachausgabe, so dass man blind Bereiche umschalten und sich Werte vorlesen lassen kann.“

Carsten „Beim Wechsel der Werte per Daumenschalter bekommt man den aktuellen Ist- sowie den Durchschnittswert – unter anderem für die Höhenmeter, Puls, oder Kadenz –  durchgesagt. Es sind Echtzeitdaten, das macht schon einen Unterschied. Denn viele Apps tracken oftmals passiv die Fahrt und geben dir hinterher eine Auswertung. Es ist möglich in den COBI Einstellungen die Zonen zu personalisieren. Auch eine Wattanzeige bekommt der Nutzer. Diese kostet z.B. bei Strava extra. Andere haben dies gar nicht weil die Berechnung mit zum Teil recht wenigen verfügbaren Daten auch komplex ist. Es werden unter anderem Gewicht und Größe des Fahrers aber auch das Gewicht des Bikes berücksichtigt. Beim E-Bike werden die Daten direkt vom Antrieb ausgelesen. Mit dem Bosch Intuvia Display gibt es normalerweise keine Wattanzeige.  Wir haben für die Zukunft des Fitnessbereiches noch einiges in petto!“

Heiko „Für uns ist das der Start der Fitnesswelt in COBI. Die Algorithmen werden stetig verbessert. Der Schlüssel ist natürlich, dass man seine Profildaten ausfüllt und so viel Sensordaten wie möglich zugänglich macht – je mehr Daten COBI zur Verfügung stehen, desto genauer wird die Berechnung.“

Im Netz finden sich viele Fitnessplattformen, auf die Radler ihre Tour-Daten hochladen können. Wie sieht es beim COBI aus? Zwar funktioniert der Upload bereits zu einigen Plattformen wie Strava, Apple Health und Co, aber wo könnte da die Zukunft hinführen oder ist das Thema „Fitness“ mit den vorhandenen Möglichkeiten schon bereits zu Ende gedacht?

Carsten „Ganz sicher nicht. In Zukunft ist es z.B. durchaus denkbar, dass externe Fitness-Berater einen Blick auf die eigenen Daten werfen können und basierend darauf einen individuellen Trainingsplan erstellen, den der COBI Fahrer dann umsetzt. Einfache, vordefinierte Regeln könnten einem dann direkt Feedback auf das Training geben. Bei Bedarf bucht man sich einen erfahrenen Personal Trainer zu Analyse hinzu. Da dieser das dann online und weltweit für 100te Nutzer machen kann, senkt das deutlich den Preis für einen solchen Service.“

Wie ich finde bemerkenswerte Einblicke. Den zweiten Teil solltet ihr also defintiv nicht verpassen, denn da gibt es noch einiges was Carsten und Heiko zu erzählen haben!

 

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MOMENTE: USA-Roadbook Eastcoast -Teil 2

Die ersten Tage sind also vergangen, Boston liegt nun hinter mir. Wie bereits im ersten Teil erwähnt, eine Fahrradstadt ist dies nicht. Nur irgendwie so ein bisschen. Denn es gibt tatsächlich Unerschrockene, die mit ihren Commuter-Bikes rasant durch das Straßenbild huschen und die Radfahrer-Fahne hoch halten. Da sind Bänker dabei – die sehen zumindest danach aus – die todesmutig quer über vier Fahrspuren rasen ohne sich umzublicken. Anscheinend brauchen solche Menschen den Nervenkitzel, die oftmals bestürzenden Zahlen in der Finanzwelt reichen wohl nicht mehr aus. Aber Radfahrer haben es wirklich schwer, denn auch die wenigen Bike Lanes, die ich hier gesehen habe enden oftmals genauso im Nichts wie zu Hause daheim. Im Asphalt-Dschungel einer amerikanischen Großstadt, wo das PS-strotzende Auto immer noch oberste Priorität hat, ist dies aber noch viel beängstigender. Es mag sein, das es in Boston vielleicht noch irgendwo bessere Möglichkeiten zum Radfahren gibt, ich würde aber vermuten das die dann etwas außerhalb der Stadt liegen. Ok, in Vermutungen möchte ich mich aber auch nicht verstricken. Ich denke, Boston könnte eine interessante Fahrradstadt sein mit all ihren geschichtlichen und historisch wertvollen Orten. Da könnte man etwas draus machen. Schön fand ich deshalb auch die gut gemachten Verleihstationen, an denen man ganz vernünftige Räder ausleihen konnte. Und diese Fahrräder tauchten im Straßenbild dann auch immer wieder mal auf. Stationen dieses Systems gibt es nämlich einige. Ein Anfang wäre also da…

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In Boston kann man meinen das dies auch gesünder für Leib und Leben sei!

 

…der in Philadelphia aber jetzt schon gelungen ist. So der erste Eindruck. Der verdammt breite Parkway, der Weg der mich zum berühmten Museum of Art führte ( da wo Silvester Stallone oberhalb der Stufen in dem Film Rocky über die Stadt blickt ) und stark der Champs-Élysées in Paris ähnelt, sah ganz anders aus als noch bei Google! Dort war deutlich ein großer Parkplatz unmittelbar vor dem Museum zu erkennen. Doch vor Ort sah das ganz anders aus. Der Parkplatz für den ganzen Sommer gesperrt, der Asphalt komplett bunt bemalt und viele kostenlose Spielmöglichkeiten für Kinder aufgebaut. Dazu Sitzbänke und ein paar Snack-Stände. Rundherum wurde ganz viel Grün neu gepflanzt. Das Stadtbild wurde auf einigen Kilometern komplett umgekrempelt. Modernes urbanes Leben scheint hier wirklich zu funktionieren und auch tatkräftig vorangetrieben zu werden!  Das empfand ich als absolut positiv! Radfahrer fahren meist auf eigenen Spuren und dürfen sich an Ampeln wie in den Niederlanden oder auch Kopenhagen in Dänemark vor den Autos aufstellen! Hier habe ich die unterschiedlichsten Radtypen gesehen! Bänker, Sportler, Omis, Radkuriere und sogar den Arzt in OP-Kluft! Und da Philly recht flach daherkommt, wird das sicherere Radfahren zumindest an dieser Stelle der Stadt gut genutzt! Auch im weiteren Stadtbild war gut zu sehen, das Radfahren hier schon eine ganz andere Bedeutung einnimmt als noch in Boston! Viele Abstellmöglichkeiten an breiten Bürgersteigen sowie an Bürogebäuden und auch ein gut ausgebautes Verleihsystem tragen dazu bei, das die Bewohner das Angebot auch nutzen! Da hat mir sehr gut gefallen.

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Hier darf der Radfahrer sich auch mal breit machen. In Philadelphia.

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Verleihstation in Philadelphia.

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Klare Kennzeichnung am Parkway in Philly.

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Großstadtdschungel mal in schön! Philadelphia kann das.

Hier die Links zu den bisherigen ROADBOOK-Einträgen:

USA-Roadbook Eastcoast – Teil 1

Folgt mir doch weiterhin auf meiner kleinen Tour! Weitere Fotos von mir findet ihr auch bei Instagram!

Alle Fotos in diesem Artikel außer dem Titelbild  ©2017 by bikingtom

 

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MOMENTE: USA-Roadbook Eastcoast – Teil 1

Es ist soweit, weitere spannende Geschichten warten auf euch, denn ich bin wieder mal unterwegs in den Vereinigten Staaten von Amerika! Zwar leider nicht permanent auf Radtour und dem Rücken eines Fahrrads, doch meine Augen und Ohren werde ich offen halten zu unserem geliebten Thema Radfahren! Drei Wochen werde ich nun die Ostküste der USA bereisen und wenn ich etwas interessantes entdecke werde ich es hier reinstellen. In einer Art Tagebuchform werde ich mit ein paar Fotos oder kleinen Artikeln berichten. Was tut sich in den amerikanischen Metropolen in Sachen Radfahren? Was gibt es positives oder eher negatives zu erzählen? Schauen wir mal was sich so ergibt.

Der Start der „Tour“ ist in Boston. Und, das Gute vorweg: hier gibt es auch ein Verleihsystem für Fahrräder. An den Ausleihstationen die ich gesehen habe, sind zumeist Räder in einem guten und soliden Zustand vorhanden. Beliebt bei Touristen ist diese Möglichkeit des Erkundens der Stadt. Zahlreiche Stationen bilden ein gutes Netzwerk. Doch in den Straßen Bostons fehlt es an den meisten Stellen an Radinfrastruktur. Trotz einiger „Bike Lanes“ würde ich mich dort nicht unbedingt wohlfühlen. Am Wasser entlang und den dortigen Promenaden sah es besser aus, aber trotzdem scheint da noch enormer Nachholbedarf zu sein. Eine Fahrradstadt ist dies nicht gerade, trotzdem ist die Stadt absolut sehenswert! Hier ein paar Fotos zum Anfang!     😉

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Typische Verleihstation in Boston.            Foto: bikingtom

Fahrradleichen gibt’s auch in Boston!            Foto: bikingtom

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Genau wie in Deutschland – keiner hält sich an irgendwelche Vorgaben! Weder Fußgänger noch Radfahrer!              Foto: bikingtom

 

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#28.07.2017

Man, das Wetter war diese Woche ja mal wieder leicht sprunghaft. Morgens auf dem Weg zur Arbeit war es sogar sehr frech zu mir. So könnte man es auch beschreiben. Kurz bevor ich morgens aus dem Haus gehe schaue ich standesgemäß auf die Wetter-App wie sich gleich die Wetterlage entwickeln wird. Das klappt zu 99% recht zuverlässig. An dem Tag war es anders! Die Vorhersage lautete: leichter Regen in 15 Minuten! Wenn diese Aussage kommt, dann sind es normalerweise nur ein paar wenige Tropfen, eine leichte, regendichte Jacke reicht da völlig. Da kann ich mich eigentlich gut drauf verlassen.  Denkste! Ich bin einen knappen Kilometer weit gekommen…bis sich die Schleusen öffneten! Petrus  hatte wohl vergessen das Tor zu schließen! Es regnete urplötzlich Bindfäden, so dick, das ich nicht mehr viel gesehen habe! Ich habe unter einem dünnen Baum angehalten und versucht noch schnell die Regenhose überzuziehen. Wieso zuerst die Regenhose? Ganz einfach, die Überziehschuhe hatte ich schlicht und einfach zu Hause liegen lassen, ich Knaller! So waren die Beine zwar trocken, aber die Füße in den Schuhen hatten nicht wirklich eine Chance. Die Schuhe hielten den gefühlten Monsunregen keine drei Minuten stand. Als ich auf der Arbeit ankam  genossen meine Füße Swimming-Pool-Feeling! Das Ende vom Lied? Dazu komme ich gleich noch…

Am Mittwoch hatte ich mich spontan mit Eric von URBAM BIKES auf einen Kaffee in Düsseldorf verabredet. Der aufmerksame Leser weiss, das ich vor einiger Zeit einmal ein Test-Rad aus Bambus dieser Marke da hatte um es ausgiebig probe zufahren! Diesmal war es so, das Eric ein Foto geteilt hatte, auf dem ein neues Rad von ihm zu sehen war. Eins von der Art, wovon ich seit einiger Zeit träume und ich voll Bock drauf hätte. Nämlich ein Gravelbike! Diese, für manche neumodische, Fahrrad-Gattung hat es mir angetan! Ich lechze momentan förmlich danach so ein Rad zu besitzen. Momentan vom Budget nicht drin, zu Hause bekomme ich wahrscheinlich den Vogel gezeigt, aber das Thema lässt mich nicht los. Das geborene Rad um sich perfekt auszupowern. Rennrad-Feeling – aber für’s Gelände und in einer etwas komfortableren Haltung. Ein Sportgerät sondergleichen, aber gemacht auch für Abenteuer. Eine rohe, aber charmante Seele innewohnend. Was ich damit meine? Ich habe ein passendes Video gefunden, das mein Verlangen genau wiederspiegelt! Das Video ist zwar von der Firma VOTEC, aber das macht nichts. Die Stimmung in diesem Clip ist perfekt!  Und dann war ich wie gesagt in Düsseldorf und war fasziniert von diesem Bike! Das Aussehen dieses Rads war der Hammer! Der natürliche Bambus mit den edlen, schwarzen Komponenten wie den Laufrädern von Shimano und der tollen SRAM-Schaltung. Dazu ein für die Hände komfortables Griffband. Ebenfalls in schwarz. Genau wie die Carbongabel. Was für ein Hingucker. Eine klitzekleine Runde durfte ich einmal aufsatteln. Nur ein paar Meter. Aber da war meine Seele schon verloren…

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Das URBAM Gravelbike! Einfach irre!          Foto: URBAM BIKES

Ja, und so beschäftige ich mich irgendwie gerade halt mit diesem Thema oder besser andersherum: es beschäftigt mich. Und wie das so ist, plötzlich findet man überall irgendetwas dazu. So auch auf biketour-global.de, da lohnt es sich übrigens eh einmal vorbeizuschauen! Ein toller Blog! Das Video zum Transcontinental Race ist klasse. Ist wohl schon älter, aber hat mich trotzdem in den Bann gezogen. Die Bilder sprechen für sich! In Zeitschriften findet man mittlerweile auch einiges über Cyclocross oder Gravelbikes. Anscheinend ist der Trend doch sehr stark. Mich persönlich wundert das gerade nicht mehr. 😉 Ja nu, nix überstürzen. Dafür muss erst mal die Kohle her. Also weiterhin  malochen gehen, vielleicht ergibt sich ja dann mit etwas sparen was! 😉

So, und nun noch einmal zu meinen nassen Füßen und dem Ende vom Lied. Ich schätze also mal, der Grund warum mir gerade die Nase in einer Tour läuft, ist der, das ich einfach zu lange diese nassen Füße hatte und somit mein Körper gesagt hat „soooooo nicht, Freundchen!!!“ Also selber schuld. Vorteil: ich kann mich gerade noch mehr mit dem gewissen Thema beschäftigen…

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#21.07.2017

Das ist also der Sommer. Ein permanentes auf und ab. Und immer diese Gewitter dabei.  Gab’s das früher eigentlich auch? Da erinnere ich mich als Kind, das es einfach mal sechs Wochen am Stück Sommer gab OHNE ständige Unwettergefahr. Das gehört wohl nun auch zum Klimawandel, oder? Zumindest ein Stück weit. Ein Grund mehr das Fahrrad öfters in den Alltag einzubauen und etwas für die Umwelt zu tun. Jeder sollte das. Ok, das war jetzt der Appell am Morgen 😉

Momentan läuft es ganz gut, ich bin zufrieden. Worüber ich mich freue ist, das die Familie anscheinend doch tatsächlich Lust am Radfahren bekommen hat. Die letzten Wochenenden wollten sie immer gerne eine Runde drehen. Selbst der Kurze fragte einmal bei Sauwetter, ob wir nicht eine kleine Tour machen. Da mir Regen im Grunde völlig egal ist, war ich natürlich sofort dabei! Überrascht war ich aber schon, denn meistens ist er doch noch aus Zucker. Doch es hat mir riesig Freude bereitet. Die Strecke hatten wir bei dem Wetter so gut wie für uns und für ihn war das alles sehr spannend, denn welches Kind findet es nicht aufregend zu sehen, wie Binnen-Schiffe durch Schleusen am Kanal gebracht werden? Auch konnte ich ihm unterwegs zeigen auf welchen Fußballplätzen am Wegesrand der Papa sich einst schon duelliert hat und überhaupt wie schön es in der näheren Umgebung sein kann. Er fand das alles unheimlich interessant. Kann ich ja nicht so viel verkehrt gemacht haben, oder? Sogar zum Radlertreff am Radcafé Radmosphäre am Niederfeldsee in Essen jeden Dienstag ist die Familie mittlerweile heiß darauf mitzukommen. Wahrscheinlich weil es dort so leckere Snacks und, laut Sohn, so einen tollen Kakao gibt. Man muss also nur ein paar Anreize schaffen, dann klappt’s auch mit dem Familien-Radeln 🙂

Und auch so bleibt es spannend für mich und meinen Blog. Die EUROBIKE steht quasi vor der Tür und auch ich werde dieses Jahr vor Ort sein – offiziell als Blogger des The Wriders Club! Finde ich eine tolle Sache und da freue mich wie Bolle drauf. Neue Leute kennenlernen, Erfahrungen austauschen, Kontakte knüpfen, neue Produkte sehen, fühlen, testen und so weiter. Und überall Fahrräder um mich herum! Herrlich…

Vorher ist auch noch etwas geplant, da werde ich bestimmt noch den ein oder anderen Artikel zu schreiben. Da werde ich in anderen Gefilden unterwegs sein und von dort garantiert noch einige Themen aufnehmen. Das wird höchst interessant. Wohin es geht? Lasst euch überraschen…

Ja und dann geht also noch in Kürze das große, ausführliche Interview mit COBI online. Die Jungs konnte ich letzte Woche in Frankfurt besuchen. Das war eine tolle Sache und äußerst informativ! So bin ich also wirklich sehr zufrieden momentan, an anderen Projekten wird aber auch noch gebastelt. Mal sehen, wohin die Reise geht. Aber es macht Spaß, wenn man sein Hobby auf so einer Basis ausleben kann. Die Grundlage für das alles, das Radfahren an sich, darf aber nicht zu kurz kommen. Deshalb schwinge ich mich nachher auch wieder auf den Sattel und radel gen Arbeit. Denn einen Hauptberuf habe ich nebenbei auch noch 😉

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TOUR: Mit der Familie auf Entdeckungstour

Bisher habe ich ja meistens Touren vorgestellt, auf denen ich so gut wie alleine unterwegs war. Schon von der Kilometeranzahl  und teilweise auch den Höhenmetern her sind diese Radtouren nicht so gut geeignet für Familien. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal eine Fahrradtour vorstellen, auf der man der ganzen Familie gerecht wird. Es geht nicht um das „Kilometerfressen“, sondern um Abwechslung und Sehenswürdigkeiten, die die ganze Sippe spannend finden kann und die Bedürfnisse der Großen UND der Kleinen bedient. Kommt also mit uns mit auf eine landschaftlich reizvolle und Sehenswürdigkeiten nicht armen Tour rund um den Nationalpark Maasduinen in den Niederlanden und an der Grenze zu Deutschland, wo man ganz schnell auch Fernweh bekommen kann…Viel Spaß beim lesen und vielleicht radelt ihr die Tour ja mal nach! Den gpx-Track gibt es wieder am Ende des Berichts zum Download! Und wenn es euch gefallen hat, könnt ihr gerne mal ein LIKE da lassen 😉

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Flussdünenlandschaft im Nationalpark Maasduinen.

# 29.06.2017

Mittlerweile ist nun auch offiziell Sommerzeit. Der Tag fängt früh an und hört spät auf. Das Radfahren früh morgens zur Arbeit ist schon um diese Uhrzeit ein Genuss. Zu keiner anderen Jahreszeit kann ich in dieser Herrgottsfrühe so entspannen. Es ist eine angenehme Dämmerung wenn es aus dem Haus geht. Die Ruhe in den Straßen ist eine Wohltat, bei schönem Wetter werden die ersten kleineren Wolken sogar schon andächtig rosa. Besonders schön ist es wenn da am Radschnellweg die Natur noch ein kleines Schauspiel mit Bodennebel veranstaltet. Manchmal halte ich dann kurz an, inhaliere die frische, noch fast reine Luft tief ein und genieße den Moment bevor es dann weitergeht. Auch die Hasen hoppeln schon munter über den Radweg. In den letzten Jahren waren sie eher eine Plage, so viele waren das. Dieses Jahr hält es sich fast in Grenzen. Die Ausweichmanöver waren schon nervig, muss ich zugeben. Aber so ist es ok. Die Vögel zwitschern auch schon auf den Bäumen und im Gebüsch und begrüßen den Tag, wenn da die Sonne langsam kurz über den Horizont erscheint. Morgens um fünf scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.

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Früh morgens kurz nach fünf auf dem Weg zur Arbeit

Ganz anders sieht es nach Feierabend aus. Zwar ist es nach wie vor wunderbar wenn die Sonne scheint, aber auf den Straßen ist es laut, die Luft kann man vor lauter Abgasen kaum einatmen. Und das in der Grünen Hauptstadt Essen! Das Gezwitscher der Vögel dringt gar nicht mehr bis zu den Ohren durch. Ich bin immer heilfroh wenn ich das erste Stück über die oftmals verstopften und gefährlichen Straßen hinter mir habe und ich endlich wieder auf dem RS1 bin. Er wirkt für mich wie eine Freiluftschneise. Die Luft dort ist wesentlich besser. Trotzdem ist dort das Gewusel an manchen Tagen groß. Die Ruhe des Morgens ist verflogen und der Radschnellweg zeigt ein anderes, lebendiges Gesicht. Ich bin aber froh über jeden Radfahrer der ihn nutzt! Und die Stadt Essen übrigens sollte das auch!

Und wenn ich hier so in der „Radmosphäre“, dem Café am RS1 in Altendorf sitze, diese Zeilen tippe, mit Blick auf die Trasse, dann sehe ich die Radler wie sie einer nach dem anderen von links oder rechts den Niederfeldsee entlang fahren. Viele von ihnen sind ebenfalls Pendler. Einige sind wahrscheinlich früh morgens schon vor oder kurz nach mir genauso wie ich diesen Radweg in Richtung Arbeit gefahren. Auch sie werden diese herrliche Ruhe und den sich anbahnenden Sonnenaufgang genossen haben und ganz entspannt zur Maloche gekommen sein.

Und das Fazit meines Gesabbels? Radfahren kann soooo glücklich machen! Jeden Tag!

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MOMENTE: Immer schneller und weiter – Zahlen, Rekorde, Statistiken

Ich stöber gerne in diversen Zeitschriften und dem weltweit umspannenden Internet nach interessanten Artikeln. Und genau dort habe ich vor kurzem im sozialem Netzwerk Facebook einen zum Nachdenken animierenden Post gefunden. Nachdem Marius R. in drei Tagen an die 500 Kilometer heruntergerissen hat kam bei ihm die Frage auf:

„Und jetzt“?

Die Frage wurde direkt selber beantwortet:

„Jetzt bin ich ein vollwertiges Mitglied der Leistungsgesellschaft, …, wo alles Zahlenreihen untergeordnet wird.“

Weiter heißt es:

Gemessen und vermessen, damit dem Profit und der Maximierung vielleicht doch noch eine quantifizierende Steigerung abgerungen werden kann.“

„Kalte Statistiken und Analysen, wo nichts von Gefühlen, von Glück und Liebe drin steht.“

„Unkreative Bilder von Kilometern, Kalorien, Durchschnittsgeschwindigkeiten und Höhenmetern.“

Mit klaren Worten ausgedrückt. Muss man so sagen. Doch was steckt dahinter? In der heutigen Gesellschaft herrscht ein permanenter Druck auf den Menschen. Immer und überall muss man sich selber und vor allem meistens anderen immer etwas beweisen. Ob beruflich oder privat, das spielt keine Rolle. Man muss immer besser sein als der andere. Größer, schneller, besser, mehr…so lautet die Devise heute. Alles wird hektischer, der Blick auf die Uhr lässt so manchen Puls hochgehen. Und viele kleine Dinge im Alltag bemerkt man schon  gar nicht mehr, die aber den Menschen selber kontrollieren. Willkommen in der modernen Zeit.

Und dann hat der Mensch ja noch seine Freizeit. Auch hier wird permanent versucht alles unter einem Hut zu bekommen. Sei es Familie, Freunde, der Verein, was auch immer. Nach der Arbeit und am Wochenende  kann es somit also auch das ein oder andere Mal hektisch zugehen. Wohl gemerkt: der Tag hat nur 24 Stunden! Zur Belohnung all dessen gibt man sich zum Ausgleich dem Lieblingssport hin. In diesem Fall sagen wir mal rein zufällig dem Radfahren.

Hier geht es dann direkt ins Hamsterlaufrad. Vielleicht und auch wahrscheinlich nicht jeder besitzt und benutzt einen Radcomputer, aber die meisten schon. Würde ich mal behaupten. Der klassische Radcomputer mit den Mindestanforderungen an Hauptfunktionen wie Stundenkilometer, Tages-Kilometer und Gesamtstrecke. Jeder Radfahrer weiß nach der Tour gerne wieviel Kilometer er denn gestrampelt hat. Beim Gespräch am Montag mit den Kollegen kann man so mehr oder weniger einen „raushauen“ wie man so schön sagt. Beim Kaffee mit Kollegen, die ihn entweder bewundern oder bemitleiden. Aber das ist ein anderes Thema.

Doch es gibt da auch die Sportler unter den Freizeitsportlern, die jeden Zentimeter, jeden Höhenmeter und jeden Stundenkilometer verbissen auf die Waage legen. Ganz zu schweigen von jeden Gramm zu viel das es gilt auf und am Rad zu vermeiden. Jeder gefahrene Kilometer wird so zum Wettkampf mit sich selbst oder den mitfahrenden Freunden. Die obligatorische Analyse per Datentool ist ein absolutes „MUSS“ um bei der nächsten Runde gewappnet zu sein. Besser zu sein als beim letzten Mal. Besser zu sein wie der „Konkurrent.“ Optimierung hält auch hier immer mehr Einzug um Rekorde zu brechen und persönliche Siege einzufahren. Natürlich gilt es im Wettkampf, im richtigen Wettbewerb und Rennen das Beste aus sich heraus zu holen. Das liegt in der Sache der Natur. Aber was bringt – auch dem Normalo-Radfahrer – der ganze Aufwand um Ziffern und immer verbesserten Zahlen? Was hat man davon? Kurzfristige innerliche Befriedigung?

„Erlebnisse, die Tatsache, das ich mich wohl und gesund fühle, das ich mich über die bunt blühende Natur oder ein gesichtetes Rehlein freue, verschwindet in unserem ruhelosen Maximierungsbestreben oft in einem Wust von Zahlenkolonnen.“

Genau darum geht es. Man muss also selbstverständlich unterscheiden zwischen Wettkampf-Sportler und dem „Otto-Normal-Radler.“ Nur das die Auswertung mit all seinen Facetten auch schon hier auf den Vormarsch ist. Ist es nicht vielleicht auch das Interesse an der eigenen Fitness, der eigenen Belastbarkeit, den eigenen Möglichkeiten,  das die Menschen in den Zahlendschungel treibt? Um so ein Bewusstsein für den eigenen Körper zu bekommen? Radfahren ist da zweifelsohne prädestiniert für. Doch kann das nicht auch zwanghaft werden wenn man sich nur hinter Zahlen verschanzt? Ist es also gut für den Menschen oder eher von Nachteil sich immer mehr dem Streben nach Höher, Schneller und Weiter zu verschreiben?

Letztendlich muss das, so salopp es auch klingt, jeder für sich selbst beantworten. Ich versuche das einmal aus meiner Sicht zu beschreiben. Wie sieht also bikingtom die ganze Sache? Hier mein Erklärungsversuch.

Ich bin von Klein auf immer dem Sport verbunden gewesen. Fußball hat mich groß gemacht, Radfahren hält mich fit für den Rest meines Lebens! Ergebnisse waren also von Anfang an ein ständiger Begleiter. Jedes Wochenende. In der Meisterschaft, bei Turnieren und sonstigen Veranstaltungen. Bis das Radfahren kam. Und dann? Einen Radcomputer wollte ich von Beginn an. Einfach um zu sehen: was bin ich heute gefahren, wieviel bin ich insgesamt geradelt? Einfach nur diese Infos reichten mir. Nur um einen kleinen Überblick zu haben. Nicht mehr, nicht weniger. Schließlich wollte ich einfach nur Radfahren. Kein Wettkampf, einfach die Gegend erkunden. Das war’s. Je mehr ich fuhr, desto mehr Infos kamen dann zum Vorschein, die mich interessierten. Die aufkommenden Möglichkeiten dann damals Touren auch mit dem Smartphone per GPS aufzuzeichnen fingen mich an zu faszinieren. Plötzlich gab es Apps die sämtliche Daten einer Radtour plötzlich mitlesen konnten. Die Daten konnte man auf Tourenportalen auslesen.  Höhenmeter, Kalorienverbrauch, Trittfrequenz und Puls waren auf einmal allgegenwärtig. Heute nicht mehr wegzudenken.

Doch ich sah das alles zwar als höchst interessant an, doch ich habe heute für mich den goldenen Mittelweg aus dem Datenwust gefunden. Ich kann damit umgehen. Als Beispiel dienen meine Wege als Pendler. Zunächst waren die Daten wichtig um herauszufinden wie lange ich bis zur Arbeitsstelle im Durchschnitt brauche, jetzt sind die gefahrenen Zeiten eher zweitrangig geworden. Denn die Zeiten sind sich in all den Jahren so ähnlich geworden das ich schon nach den Zahlen hinter den dem Komma  gucken müsste. Das ist mir zu müßig.

Absolut toll finde ich aber für meine Touren die Aufzeichnung um nachvollziehen zu können woher ich genau gefahren bin. So kann ich mir die Radtouren auf google earth anschauen und sehe so die Route noch einmal vor dem inneren Auge. Eine tolle Möglichkeit um in Erinnerungen zu schwelgen. Sich an die schönen Orte zu erinnern an denen man vorbeigefahren ist oder auch einen Halt eingelegt hat. Kein Zahlensalat in dem Moment, sondern sich zurückgesetzt fühlen. Gedanklich Gerüche wahrnehmen von frisch geschnittenem Gras, vom Regenschauer, der klare, feuchte Luft brachte.

Selbstverständlich habe ich auch noch immer sportliche Anreize und dazu bevorzuge ich auch Zahlen. So möchte ich immer in einem Monat mehr Kilometer fahren als in dem gleichen Monat des letzten Jahres. Vielleicht meine größtes „Laster“ in diesem Zusammenhang. Darauf achte ich recht gewissenhaft. Gefahrene Höhenmeter dagegen erachte ich zwar auch als wichtig, bin da aber nicht so verbissen als das es ein „Muss“ für eine bestimmte Anzahl sein müsste. Sehr interessant finde ich die Werte meiner Durchschnittsgeschwindigkeit. Sie lässt Rückschlüsse auf meine Fitness zu. Zum Anfang eines Jahres ist sie zum Beispiel drei bis vier Stundenkilometer unter dem Level wie in den Sommermonaten. Dabei fahre ich im Winter ja auch sehr viel mit dem Rad.

Jedenfalls habe ich Touren, die fahre ich unter rein sportlichen Gesichtspunkten. Da peile ich schon mal den persönlichen Rekord für die längste Strecke an einem Tag, für den schnellsten Kilometer „ever“ an. Oder versuche die Bestzeit meiner Haus- und Hof-Runde zu toppen und gebe dabei Vollgas. Genauso möchte ich manchmal den Berg vor der Haustür schneller bezwingen als beim letzten Mal. Und da genau liegt der Unterschied zwischen fast schon krankhaften Zwang alles an Zahlenwerten zu toppen was geht und einfachem Radfahren. MANCHMAL gehe ich sportlich ans Eingemachte, um mich auszupowern weil ich gerade Bock drauf habe. Und manchmal, eher meistens, radel ich einfach damit ich in der Natur abschalten, von der Landschaft etwas sehen kann und viele Dinge erlebe, sehe und fühle, die ich z.B. mit dem Auto niemals so intensiv wahrnehmen könnte. Ein gesunder Mix aus sportlicher Herausforderung und entspannendem Entdeckertums der Landschaft und der Region beim Radfahren.

„Natürlich macht Leistung Spaß, auch stolz und zufrieden. 190 Kilometer an einem Tag ist schon cool für mich, aber wir sollten aufpassen, das wir uns nicht zu sehr  einer Diktatur der Zahlen ausliefern.“ Marius R.

Manchmal wünschte auch ich mir das Radfahren einfach nur puristisch wäre, man sich einfach auf den Sattel schwingt und losfährt. Sonst nichts. Heute muss erst das Smartphone mit der Aufnahme gestartet und das Navi bequemt werden. Ich glaube, das man sich immer vor Augen halten sollte das Zahlen und Statistiken nicht alles sind. Sie können zwar ein netter Begleiter sein, dürfen aber nicht zur Obsession werden. Es gibt wichtigeres im Leben als irgendwelchen Rekorden hinterher zu fahren, von denen die wenigsten wissen das sie überhaupt existieren.

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