Das Transcontinental Race – Interview mit Torsten Frank

Das Transcontinental Race, oder auch manchmal TCR genannt, ist eines der größten Ultra-Distanz-Rennen der Welt und führt quer durch Europa. Um die 4000 Kilometer und unzählige Höhenmeter müssen bei diesem Rennen, im übrigen auch eines der härtesten, überwunden werden. Das Rennen ist Self-Supported, das heißt, das man sich unterwegs vor Ort selber versorgen muss. Wo man schläft, was man isst und so weiter. Jeder darf zuvor seine eigene, persönliche Route planen, um zu den Checkpoints in einem vorgegebenen Zeitraum zu gelangen. Das Race, das durch die spannendsten Landschaften Europas führt, ist eine riesige Herausforderung an Mensch und Bike. Torsten Frank, der im letzten Jahr am TCR05 teilgenommen hat, stellte sich dieser Herausforderung und mir zu einem ebenso interessanten Interview!

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Solche Aussichten bekunden das Abenteuer Transcontinental Race!

Hallo Torsten, wie lange fährst du schon begeistert Rennrad und an welchen Rennen oder Events hast du schon vor dem Transcontinental Race teilgenommen?

Ab 2011 fing ich quasi wieder an mit dem Sport und habe angefangen meine Statistiken auf Strava zu führen. Ab 2012 waren es dann schon ungefähr 5000 Kilometer im Jahr und ab 2013/14 bin ich dann immer so um die 11.000 Kilometer jährlich gefahren. Ich habe da so die typische Historie hinter mir. Im ersten Jahr mal eine RTF, um mal im Pulk mitzufahren, um zu wissen wie das denn so ist. Auch gedacht als Vorbereitung auf den Dreiländergiro. Mein eigentlich erstes richtiges Event. Da habe ich dann auch schon ein bisschen Blut geleckt. Dann kam die Maratona dles Dolomites, die ich jetzt schon fünfmal gefahren bin. Ich mag solche Alpen Gran Fondos.

„Das das Transcontinental Race Abseits meiner Komfortzone ist, das wusste ich.“

Wie kam es bei dir dazu an so einem Ultra-Distanz-Rennen teilzunehmen? Was hat dich daran gereizt?

Ich bin irgendwann auf den Begriff Transcontinental Race gestossen und habe mir Videos angeschaut, habe das so ein wenig verfolgt und fand es recht spannend. Irgendwann habe ich mir dann gesagt „das ist cool, einfach mal machen“.

Und was ist dann in dir vorgegangen als du tatsächlich die Zusage zur Teilnahme bekommen hast? Schließlich ist die Nachfrage nach einem Startplatz hoch und die Teilnehmerzahl begrenzt.

Ich habe ja da die Email bekommen wo am Ende stand „Congratulation…what now?“ Ja, „what now?“ *lacht* Das war dann auch so gemischt in Form von JA, GEIL! und „was nu?“. Die Überlegung kam dann, wovor habe ich Angst? Das das Abseits meiner Komfortzone ist, das wusste ich. Das das was ganz Neues ist, das wusste ich ebenfalls. Und das es Spaß machen würde in der Vorbereitung auch. Ich hatte im Grunde drei Punkte am Anfang. a) ich hatte Sorge das ich mir das Radfahren so ein bisschen zerleide. Kennt man ja, wenn man zuviel von einem macht, irgendwann ist man es leid. b) ist, das man sich da irgendwie so eine Malaise holt. Man fährt und man entwickelt da etwas langwieriges, zum Beispiel am Knie oder an der Achillessehne oder sonst irgendwo. Und c) hatte ich Sorge vor den ganzen Hunden dort, da hat man viel drüber gehört. *lacht*

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Auch in s/w absolut stimmungsvoll!

Eine Distanz von rund 4000 Kilometern quer durch Europa, mal eben so, ist eine große Herausforderung. Das in rund 15 Tagen zurückzulegen scheint ein waghalsiges Unterfangen. Wie hast du dich darauf körperlich und vor allem mental vorbereitet?

Ich hab natürlich viel gelesen und die zwei Aspekte, die du schon genannt hast, nämlich „körperlich“ und „mental“, sind schon richtig. Es würde keinen Spaß machen, wenn man absolut unfit an die Sache herangeht. Auf der anderen Seite, der fitteste Mensch der Welt, wenn der mental nicht ordentlich aufgestellt ist kommt der da auch nicht furchtbar weit. Beides muss also ein Paket ergeben. Jetzt war ich aber auch nie für den Gewinn dabei und habe gedacht, wenn ich nicht schon am zweiten Tag in den Top Ten bin schmeiße ich hin. Das läge mir fern. Von daher dachte ich nur, das ich ja so weit ganz gut in Schuss bin und das normale Training weiter mache. Vielleicht ein bisschen gezielter. Für den Kopf habe ich jetzt kein spezielles Mentaltraining gemacht, habe mich aber natürlich damit auseinander gesetzt was man für so ein Rennen braucht. Dazu zählt unter anderem sich an unbekannten Stellen und Plätzen zurechtzufinden, auch Nachts mal sonstwo zu schlafen und das einfach mal anzugehen.

Die Streckenführung, bis auf die Checkpoints bei diesem Self-Surpported-Race, bleibt quasi jedem selber überlassen. Auf was hast du bei deiner Routenplanung besonders geachtet?

Eigentlich ging es mir nur darum zügig von Checkpoint zu Checkpoint zu kommen. Ich verwende da schon gerne Luftlinie. *lacht* Ich habe aber schon geschaut wo mich die Route so lang führt. Das ist echt aufwendig das alles zu planen, obwohl man zwar bei komoot mit zwei, drei Klicks schon irgendeine Route hin bekommt. Aber man muss schon immer wieder drüber schauen, wo man jetzt entlang geführt wird. Kann ich überhaupt diese Straße nehmen und will ich sie auch nehmen? Aber letztendlich ich habe schon darauf geachtet eine ziemlich schnelle Verbindungen zu wählen. Ob da jetzt ein Pass dazwischen lag oder nicht war mir relativ egal. Andere Leute, die nicht so gerne klettern wie ich, gehen da anders vor. Die nehmen schon mal 100 Kilometer Umweg mit weniger Höhenmetern in Kauf. Trotzdem habe auch ich geguckt zum Beispiel 10 Kilometer um den Berg herumzufahren und dadurch Höhenmeter zu sparen. Das ergibt schon Sinn das zu optimieren, weil du einfach besser voran kommst. Ich habe jetzt aber nicht so etwas zu mir gesagt wie „wenn ich jetzt erstmal von Geraadsbergen nach Norden fahre, dann kann ich durch das ganze Rheintal nach unten fahren und hab’s die ganze Zeit schön flach. Das wäre mir zu blöd gewesen. Ich bin lieber direkt durch die Ardennen durch, die Höhenmeter waren mir nicht so wichtig. Das sind so die Erwägungen die man hat.

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Torsten Frank und seinen  Titan-Rad, hier in Österreich.

Nach welchen Kriterien hast du dann dein Set-Up zusammengestellt und welches Rad hast du gewählt?

Ich habe angefangen zu überlegen, was brauche ich denn so? Eigentlich muss das Rad einfach nur passen und man muss darauf bequem sitzen können. Des weiteren die Frage, was will ich für Reifen fahren und möchte ich Aerobars haben? Es war relativ schnell klar, das ich Aerobars haben will, aber was bringt das mit sich? Mein Canyon Ultimate CSX hat einen integrierten Lenker, da bekommst du keine Aerobars drauf, das fiel also flach. Außerdem wären auch etwas breitere Reifen ganz gut. In das Canyon habe ich zwar auch schon mal für Paris-Roubaix 28mm Reifen rein bekommen, aber das wollte ich diesmal nicht. Und mein Crosser kam auch nicht in Frage, auf dem ich schon im Winter die Aerobars getestet hatte. Ich habe gedacht „ach nee, da kaufst du dir mal was Neues dafür“. Ich wollte aber auch kein Rad mit mechanischer Schaltung wie bei meinen Crosser, der mit einer mechanischen Ultegra ausgestattet ist. Und außerdem sollte es Flaschenhalterösen und Scheibenbremsen haben. Dazu kam die Überlegung welches Rahmenmaterial sollte es sein und kam relativ schnell auf Titan und habe nach etwas passendem gesucht.  Gefunden habe ich es in Form des des J.Guillem Orient.

„Und dann bist du so im Flow, es funktioniert alles und du fährst und es ist cool!“

Startschuss. Racetime. Du bist endlich im Rennen! Ich stelle mir vor, zu Beginn steigt das Adrenalin, alles ist irgendwie neu auf der Straße, obwohl du ja schon lange Rad fährst. Die Begeisterung ist da! Doch wie sah es nach ein paar Tagen aus? Stellt sich da ein gewisser Trott ein?

Ich habe natürlich im Vorfeld des Transcontinental Race gelesen und da schrieb einer, nach drei bis fünf Tagen ist man da  im Flow. Das ist tatsächlich so. Man startet in die Nacht hinein, da ist man zunächst ja im Pulk und irgendwann biegen da und dort welche ab und dann kommt der Moment wo man alleine ist. Der  erste Morgen kommt  auch und man denkt „aha, so ist das also“.  Schon ist auch der zweite Tag vorbei und man sucht sich Abends ein Hotel. Während der ersten beiden Tage, ich hatte da ja auch noch neue Pedalplatten montiert, dachte ich immer, da ist etwas am linken Cleat, ist das wirklich so richtig? Man bekommt Selbstzweifel und Gedanken so nach dem Motto „ich muss da mal was dran schrauben“ und nimmt sich das für Abends vor. Aber wenn du eincheckt, isst du erst einmal was, dann wäscht du Klamotten und lädst die Akkus und schon ist es elf und du schraubst dann auch nicht mehr. Am dritten Tag kamen dann so die Dinger, die doch weh taten wie zum Beispiel wenn du merkst hier und dort scheuert es noch beim fahren und du weisst an welchen Stellen du besser doch noch Gesäßcreme applizierst. Und dann bist du so im Flow, es funktioniert alles und du fährst und es ist cool.

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Torsten’s Rad beim TCR, das J. Guillem Orient!

Nimmst du im Rennen noch deine Umgebung wahr und genießt das pedalieren und die Natur oder bist du mehr auf die Strecke und dein Etappenziel fokussiert?

Du siehst schon alles um dich herum und genießt die Landschaft. Sehr viel geht dir über den Verkehr durch den Kopf mit dem du gerade unterwegs bist. In Rumänien habe ich die ganze Zeit immer nur über die Autofahrer geflucht. Aber du freust dich wenn der Asphalt in Ordnung ist, wenn es gut läuft. Gerade in den Bergen wie den Dolomiten genießt du natürlich auch die Aussicht. Du kannst da wirklich die Strecke und das Fahren genießen.

„Wenn du dich von solchen Dingen vom Rennrad runter bringen lässt, dann brauchst du nie mehr wieder auf den Sattel zu steigen.“

Wie war dein Kontakt zu den anderen Teilnehmern, z.B. an den Checkpoints? Sitzt man da vielleicht Abends zusammen und quatscht in gemütlicher Runde über die bisher zurückgelegte Strecke? Oder ist man dann doch eher Einzelgänger und bleibt für sich?

Das ist ganz unterschiedlich. Das hängt davon ab wie man sich unterwegs trifft, zum Beispiel natürlich auf den Hauptrouten. Da auch mal an der Tankstelle, wenn man dort schon mal ein Rad sieht und selber dort etwas braucht. Man wechselt dann ein, zwei Worte. Oder vor dem Supermarkt. Da mampft und quatscht man durchaus schon mal zusammen. So lange, bis man gegessen und sein Zeug wieder aufgeladen hat.  Auch beim Überholen. Dann fragt man schon mal „ey, wie hast du geschlafen, wie geht’s dir, wie kommst du voran?“. Das sind so kurze Begegnungen unterwegs. Abends sind das eher Zufallsdinger. Kontrollpunkte, klar, da kommt ja jeder hin.

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So schön können Radwege in Ungarn sein!

Wie hast du den Tod von Frank Simons während des Rennens, einem der Teilnehmer, aufgenommen? Und auch der Unfalltod ein halbes Jahr zuvor vom Organisator des Transcontinental Race, Mike Hall, war ja noch zu verarbeiten. In wie weit hat dich das beeinflußt? Es wurde seitens der Organisation ja auch überlegt das Rennen abzubrechen.

Die Organisation hatte das ja gegen 15 Uhr per Mail an die Teilnehmer gesendet. Da war man natürlich erstmal geschockt. Und ich hatte auch sofort an die Rennorganisatorin, Mike’s frühere Partnerin, Anna Haslock, gedacht, wie furchtbar das doch ist. Da verlierst du erst den Partner, rappelst  dich  noch zusammen, startest das Rennen und dann passiert so etwas in einem von dir selbst organisierten Race. Das war ja auch schon der dritte Tote bei einem Ultra-Distanz-Rennen in diesem Jahr (2017, d.R.). Natürlich hast du Empathie für alle Beteiligten. Aber auch der Gedanke, wie geht es jetzt mit dem Rennen weiter? Wird es jetzt abgebrochen? Das ist ja irgendwie auch Mist, man hat sich ja quasi auf dieses eigene Abenteuer des Lebens vorbereitet und das ganze Jahr drauf abgestellt. Aber was machst du denn dann? Für mich persönlich war aber auch relativ schnell klar , ich fahre weiter. Man muss sich auch vor Auge halten, das ich zu dem Zeitpunkt nur wusste, das er in der ersten Nacht in Belgien verunglückt ist. Viele Leute haben gesagt, wie soll es dann erst im „wilden Osten“ sein? Aber das kann ja kein Rennunfall gewesen sein, der mit der Ultra-Distanz zusammen hängt, wo übermüdete Radler im Graben hängen. Nein, das ist ein Verkehrsunfall wie er leider hier im westlichen Europa ständig vorkommt. Und wenn du dich von solchen Dingen vom Rennrad runter bringen lässt, dann brauchst du nie mehr wieder auf den Sattel zu steigen. Von daher war für mich klar, ich mache weiter.

„Aber ich wollte noch die Transfăgărăsan fahren und wusste schon das es jetzt echt knapp wurde.“

Leider hast du ja das Transcontinental Race nicht beenden können. Wann kam da bei dir so der Punkt, wo du gedacht hast, jetzt geht es wirklich nicht weiter?

Ich wollte unbedingt, ich war ja weiterhin im Race-Modus, noch Kontrollpunkt 3 erreichen und war froh als ich das geschafft hatte. Dann war ich dort oben an dem Punkt in der Hohen Tatra und habe so ein bisschen die Zeit bei den anderen Teilnehmern vertrödelt und das Wetter war nicht das allerbeste, es war richtig am schiffen. Aber ich hatte ja noch ein Hotel unten in Poprad gebucht, da musste ich im Regen den Berg runter. Am nächsten Morgen war es immer noch am regnen und irgendwie hatte ich das Gefühl „uff, kein Bock“. Aber trotzdem wollte ich noch die Transfăgărăsan fahren und wusste schon das es jetzt echt knapp wurde und das ich den Kontrollpunkt dort nicht im Zeitlimit schaffen würde. Ab da war mir die Zeit dann relativ egal. Irgendwann war ich dann auch eher im Sightseeing-Modus unterwegs. Dazu kam noch der Unfall mit dem Vorderrad, wo mir die Felge in einem tiefen Schlagloch gebrochen ist, ich das aber noch relativ gut lösen konnte über Nacht. Das hat mich aber trotzdem auch wieder so einen dreiviertel Tag gekostet. Und meine Puffertage waren auch langsam erschöpft. Schlussendlich kam noch Durchfall dazu, der mich zwei weitere Tage kostete. Da wusste ich, das es keinen Sinn mehr macht. So bin ich dann nach Sofia gefahren und bin mit dem Flieger nach Hause.

Wie groß ist deine Enttäuschung gewesen?

Im Vorfeld wollte ich definitiv zur Finisher-Party gelangen, was man sich halt so vornimmt. Aber das hätte ich eigentlich nie erwarten können. Deshalb war ich sehr zufrieden wie mir das eigentlich gelungen ist, weil, du kannst ja auch Anwärter auf den Sieg sein und am zweiten Tag kann dir irgendetwas passieren und du kommst nicht weiter. Auf Grund dessen war es eine Super-Sache. Aber ein bisschen Wehmut, das ich nicht bis Meteora (Griechenland, d.R.), dem Ziel des TCR05, gekommen bin, kann ich schon vermelden. Von daher finde ich es ganz hervorragend, das ich ja jetzt weiß, das das Rennen dieses Jahr als Ziel auch wieder Meteora hat! *lacht*

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Kurzes Biwak mit „Kissen“

Wenn das mal kein Omen ist!  *lacht* Welches der Länder, die du durchquert hast, hat dich am meisten überrascht?

Nachdem ich so mehr oder weniger durch Deutschland, Belgien, Luxemburg und Frankreich durchgehuscht bin und immer so die Grenzen geschrammt habe, kam ich nach Österreich und dachte so „ach, das ist auch schön“. Von Österreich hätte ich übrigens nicht gedacht das es so flach sein kann. Dann kam ich nach Südtirol und südlich von Bozen, wo ich bis dahin auch noch nicht mit dem Rad war. Für mich habe ich dort den weltgeilsten Radweg gefunden, der da durch das Tal zum Monte Grappa führte. Keine Überraschung in dem Sinne, aber wunderschön! Der Weg von Villach nach Bratislava hat mich aber dann wirklich überrascht, der war schön flach. Die Horizonte in Slowenien waren total genial. Negativ überrascht haben mich die rumänischen Autofahrer, die sind echt Hölle! 

Und was war dein absolutes Highlight während des Transcontinental Race?

Das absolute Highlight war der Monte Grappa, oben auf dem Gipfel. Sowohl von der Begegnung mit drei  italienischen Damen, die mich dort fotografierten, als auch die Lichtstimmung und die Wolken. Und auch so die Historie des Monte Grappa, die da mit rein spielt. Das war schon ’ne geile Mischung. Auch das Zusammentreffen und quatschen mit den anderen Teilnehmern und den Volunteers, die nach der Schließung des Kontrollpunkts dort oben gemütlich Kaffee und Bier getrunken haben, war sehr schön.

Zum Schluß: wie ist dein persönliches Resümee des Transcontinental Race und was kommt jetzt?

Ja, nach TCR05 kommt TCR06! *lacht* Ich weiß nicht ob das wieder so eine Geschichte wird, wie bei dem Maratona dles Dolomites, eines der geilsten Alpen-Marathons, die mich in ihren Bann gezogen haben und ich nur empfehlen kann. Den habe ich ja dann direkt fünfmal hintereinander gemacht! Jetzt weiß ich nicht ob ich fünfmal hintereinander das Transcontinental Race machen werde, bzw. ob es mir überhaupt gelingt einen Startplatz zu bekommen. Auf jedenfall ist die Application für den TCR06 schon in der Mache!

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Was für eine Straßenführung in der Transfăgărăsan

Torsten, vielen Dank für das nette Gespräch und alles Gute weiterhin bei deinen kommenden Abenteuern!

Definitiv ist das Transcontinental Race also eine äußerst spannende Geschichte. Sich an seine Grenzen zu bringen, neue Länder,  Landschaften und Menschen kennenzulernen und dabei immer wieder neue Herausforderungen zu meistern. Das in Verbindung mit einem Rad ist eine hervorragende Kombination. Dieses Self-Supported-Rennen zu meistern ist nicht leicht, es gleicht einem großen Adventure, wo das Ziel zunächst in weiter Ferne liegt. Der Ausgang zunächst ungewiss. Die Checkpoints abzuklappern, klingt leicht, die Umsetzung ist schwer. Eine nicht kleine Anzahl an Teilnehmern gibt vor dem Ziel auf. Der Titel „Ultra-Distanz-Rennen“ sagt also schon einiges aus. Doch wer wie Torsten hier einmal Blut geleckt hat, der lässt sich nicht davon abbringen, noch einmal am Transcontinental Race mitzumachen! Jeder, der dort mitmacht, hat die Leidenschaft des Radfahrens und die Sehnsucht nach dem großen Abenteuer im Herzen. Das ist es, denke ich, was dieses Rennen ausmacht. Und wer jetzt Lust bekommen hat, der kann sich mal durch die Links unten klicken. Dort findet ihr den Link zu Torstens tollen Blog und viele weitere Informationen rund um eines der härtesten Rennen der Welt!

ALLE FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON TORSTEN FRANK.

tfrank.de – der Blog

Hier geht es zu Startseite des offiziellen Rennens!

Der Wikipedia-Eintrag zum Race!

Offizieller youtube-Channel


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INTERVIEW: COBI – Ein Blick hinter die Kulissen sowie Aussichten für die Zukunft – Teil 2

Im zweiten Teil des großen Interviews mit COBI geht es unter anderem um praktisch unbegrenzte Möglichkeiten mit einer hochinteressanten Neuheit, dem COBI DevKit, sowie der Hardware der 2. Generation und warum China qualitätsmäßig ein toller Produktionsstandort sein kann! Steigen wir also direkt ein…

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Die Jungs beantworteten mir alle meine Fragen rund um COBI. Heiko Schweickhardt (links) und Carsten Lindstedt.

Eine andere, ganz neue Möglichkeit der Nutzung der App soll es ja bald geben, das sogenannte COBI DevKit. Was muss man sich darunter vorstellen und welchen Mehrwert des COBI stellt dies für die User da?

Heiko „Mit COBI haben wir aus Hardware und Software eine grundlegende Infrastruktur fürs Smartphone geschaffen, die eine Basis schafft um sehr einfach, interaktive Fahrrad-Miniapps zu entwickeln. Die Themen Smartphone-Halterung, Stromversorgung, Fernsteuerung, E-Bike- und Sensor-Ansteuerung werden vom COBI System übernommen, während sich Entwickler voll darauf konzentrieren können kreative und nützliche Anwendungen mit den Fahrdaten umzusetzen. Dazu gibt es eine einfache Entwicklungsumgebung die es sogar Hobby-Entwicklern ermöglicht mithilfe von Web Standards COBI Erweiterungen zu erstellen. Für alle die schon immer diese eine Killer-App fürs Fahrrad im Sinn hatten, aber durch die Komplexität abgeschreckt wurden. Das ist das DevKit.“

Carsten „Zwei wichtige Aspekte möchte ich noch ergänzen: Man kann die eigenen Module mit dem COBI-Controller steuern. Zusätzlich bekommt man Zugriff auf die Sprachausgabe des Smartphones, was die Bedienung ohne dabei hinschauen zu müssen ermöglicht. Im Grunde kann jeder seine eigenen Ideen umsetzen, der schon mal eine eigene Website programmiert hat – der Rest ist so einfach wie Lego.“

Heiko „Das DevKit ermöglicht eine Vielzahl neuer Funktionen speziell optimiert fürs Fahrradfahren. Design-Richtlinien, wie sichere und gute Fahrrad-Apps zu bauen sind, werden wir mitliefern. Wir haben natürlich in den drei Jahren Entwicklung viel darüber gelernt, was es bedeutet ein Fahrrad-Dashboard zu bauen. Diese Erfahrungen werden wir den Entwicklern an die Hand geben.“

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Mit dem DevKit sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt!     Foto: COBI

Carsten „Das COBI DevKit ist eine ganz neue Plattform fürs Fahrradfahren. Am besten schaut man sich zu Beginn einfach mal die mitgelieferten Beispiele an. Diese illustrieren verschiedene Anwendungsszenarien – aber auch unterschiedliche technische Funktionalitäten.”

Heiko „Es sind keine Grenzen gesetzt. Vom einfachen analogen Fahrrad-Tacho, bis hin zur komplexen Multi-User App, ist alles möglich. Wir freuen uns schon sehr auf die kreativen Ideen der Entwickler-Community.“

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So könnte z.B. eine eigene App aussehen, auf der man erkennen kann wo die Freunde gerade auf dem Rad unterwegs sind!        Foto: COBI

Das klingt wirklich cool. Ab wann soll denn das DevKit verfügbar sein?

Heiko „Ab 2020…*lacht*… Spaß beiseite, die ersten Entwickler dürfen bereits zur EUROBIKE ran. Unser Team wird natürlich als Starthilfe zur Verfügung stehen.“

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Einblicke ins DevKit Foto: COBI

Für die Frage „wie viele Fahrräder braucht der Mensch“ gibt es die bekannte Formel n+1 wobei n für die bereits vorhandenen Räder steht. Euer System ist bisher leider jeweils auf einen Hub beschränkt, so das man das COBI nicht einfach bei seinen Rädern untereinander nach Belieben wechseln kann. Viele Radfahrer würde diese Möglichkeit sicherlich begrüßen…

Carsten „Wir haben es im ersten Schritt durch das myCOBI-Portal möglich gemacht, das eigene Bike mit mehreren Nutzern zu teilen. Es gibt aber tatsächlich bereits Nutzer, die mehrere COBI Systeme auf verschiedenen Rädern mit einer App benutzen. Auch dafür wird es eine Lösung geben. Zum genauen Release-Zeitpunkt, können wir aktuell noch nichts sagen.“

Ok, dann kommen wir schon zum nächsten Thema: Motorunterstützung. Bisher war ja meist der Bosch-Motor die erste Wahl, auch auf Grund der weiten Verbreitung. Aber wie sieht es denn mit anderen Herstellern aus?

Carsten „Zusätzlich zum COBI für Bosch ist bei ausgesuchten Händlern und Online-Stores bereits ein Nachrüst-Set für Räder mit Brose Antrieb erhältlich. Zum Beispiel das Turbo Levo von Specialized macht damit nun noch mehr Spaß *lacht*“

Die erste Generation der Hardware befindet sich seit geraumer Zeit im tagtäglichen Einsatz, zigtausende an Kilometern wurden bereits von den Usern abgespult. Was waren eure Überlegungen bei der seit kurzem erhältlichen 2. Generation und was unterscheidet sie vom Vorgänger?

Carsten „Als wir vor 3 Jahren COBI für Bosch entwickelt haben, benutze der Standard-Intuvia Controller eine analoge Technologie zum Übertragen der Steuersignale. Von Bosch wurde dann, abgeleitet vom Nyon Controller eine digitale Variante entwickelt, die robuster ist. Die alten Standard-Controller wurden dann nach und nach beim eBike Service ersetzt. Dadurch konnten einige Nutzer plötzlich ihr COBI nicht mehr steuern. Das Problem ließ sich leider nicht per Software-Update lösen, weil dafür einfach andere Hardware notwendig war. Mit dem neuen Hub ist dieser nun wieder kompatibel zu allen Bosch Antrieben inkl. Controllern am Markt.“


Die Akkupacks beim COBI für „Bio-Bikes“ hatten euch eine Zeit lang Probleme bereitet und musste oftmals zum Leidwesen aller umgetauscht werden. Woran hat das gelegen und wie ist die heutige Situation?

Carsten „Es gab zum Marktstart Probleme mit den zugekauften Pins, welche die Verbindung zum Hub herstellen. Interessanterweise waren alle Battery Packs, die wir zum Test hier hatten fehlerfrei. Von den Kunden kamen dann die ersten Beschwerden, woraufhin die Fehleranalyse losging. Als die Ursache gefunden war,  wurden deutlich bessere Pins verbaut und die Qualitäts-Tests in der Produktion optimiert. Wann immer jemand ein Problem hat, wird das Battery Pack von uns so schnell wie möglich ersetzt. Natürlich kostenfrei.“

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Im Showroom von COBI.       Foto: COBI

So weit ich weiß produziert ihr das COBI in China. Wie schwer ist es die hohen Ansprüche an Qualität dort sicherzustellen und jemanden zu finden der das auch vor Ort überwacht?

Carsten „Die Qualität der Produkte aus China kann richtig gut sein, nur kann es schwierig sein, den richtigen Partner zu finden. Hier profitierten wir von unseren erfahrenen Hardware-Kollegen und deren Netzwerk. Unser Produzent stellt auch Logitech Produkte her, wenn er nicht gerade COBI Systeme herstellt. Es gibt vor Ort Teststationen für Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Rütteln und so weiter. Die Testkriterien wurden von uns definiert. Zusätzlich haben wir Ort einen Experten, ein erfahrener deutscher Ingenieur, der bereits viele Jahre in China lebt. Er sichert bei Bedarf die Qualität in der Produktion.“

Heiko „Wer uns bei Kickstarter verfolgt hat der weiß, dass wir am Anfang in Osteuropa ( in Polen, d.R. ) produzieren wollten und nicht in China. Aber wir haben in China bessere Bedingungen vorgefunden. Früher hat man in China produziert weil es günstig war; heute aufgrund der höheren Dichte an Kompetenz und langjährigen Erfahrung. Wir haben dort auch eigene Software-Tools zur Qualitätsprüfung im Einsatz.“

Auch in Nordamerika hat COBI inzwischen eine Zweigstelle. Hierzulande bekommt man ja von dem Geschäft dort drüben nicht viel mit. Wie sieht es denn dort auf dem Markt für euch aus? Wo ist der Unterschied zum hiesigen europäischen Markt?

Heiko „Die USA benötigen das richtige Timing – es ist kein wirkliches Fahrrad-Land, aber ein totales Gadget-Land. Im T-Mobile-Flagship Store in Santa Monica wird COBI als Highlight präsentiert, aber davon abgesehen lassen wir es noch relativ ruhig angehen. Diese gezielten Platzierungen werden wir aber weiter ausbauen und wenn die Amerikaner plötzlich E-Bikes als Gadgets entdecken sind wir bereit durchzustarten.“

Carsten „Wir haben einen sehr erfahrenen Salesman eingestellt, der aus dem Fahrrad-Business kommt und vor Ort alles regelt. Mit dem Haibike Urban Plus und dem IZIP E3 ProTour gibt es zwei e-Bike Modelle am Markt, die standardmäßig mit  COBI ausgestattet sind. Besonders freut uns, dass es auch dort bereits richtig gute Testergebnisse gibt.“

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Vom Start-Up-Unternehmen zum Vorreiter beim äußerst angesagten Thema „Connected Biking“. Was ist nötig um dieser Rolle auch weiterhin gerecht zu werden?

Heiko „Als Connected Biking wird vieles bezeichnet. Wenn man Leute auf der Straße fragt, geht das von „Bluetooth-Verbindung zum Fahrrad“ bis „GPS-Sender im Rahmen“.  Aber was bringt es eigentlich dem Nutzer? Fährt er dadurch öfter Fahrrad? Bereichert es sein Leben? Wir denken der Schlüssel um erfolgreich zu sein ist dem Fahrer “Superkräfte” zu verleihen – ihm Möglichkeiten im Kontext des Fahrradfahrens zu bieten, die vorher einfach nicht möglich waren. Und davon möglichst viel, elegant und sicher.“

Carsten „In einem Satz: Connected Biking heißt für uns Fahrrad und Fahrer ganzheitlich zu vernetzen – mit seiner Digitalen Welt und allem, was ihm wichtig ist.“

Eine letzte Frage. Die EUROBIKE steht quasi vor der Tür und ist für viele Firmen der Fahrradbranche eine Art Trend-Barometer und somit Pflichtveranstaltung. Wie wichtig ist es für euch dort als Aussteller Präsenz zu zeigen?

Carsten „Auf der Eurobike werden wir den Händlern und den Herstellern unsere Hardware- und Software-Neuerungen vorstellen. Für die Hersteller von E-Bikes werden wir eine neue COBI Version vorstellen – welche deutlich stärker auf die Anforderungen der Hersteller zugeschnitten ist. Für den Handel und die Kunden wird das neue Battery-Pack mit gesteigerter Leistung, verkürzter Ladezeit und der lang ersehnten Anschlussmöglichkeit für das Nabendynamo-Kabel vorgestellt! Für Fitness-Enthusiasten werden wir 2018 moderne Bluetooth Sensoren ins Angebot aufnehmen.

Wir freuen uns auf tolle Gespräche mit den Besuchern und können es kaum erwarten, die Zukunft von COBI anfassbar zu machen.“

Ich danke euch für das offene und ehrliche Gespräch und die Zeit die ihr euch dafür genommen habt! Ich bin gespannt, wie ihr eure Ideen weiterentwickeln werdet. Die Kunden dürften sich freuen!

Und wer den ersten Teil des Interviews noch einmal lesen möchte, der findet den Link zu dem Artikel hier!

 

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INTERVIEW: COBI – Ein Blick hinter die Kulissen sowie Aussichten für die Zukunft – Teil 1

Im ersten Teil des großen Interviews gewähren die Jungs unter anderem einen tieferen Einblick hinter die Kulissen und zeigen so auch mal eine Seite von COBI, die man bisher vielleicht nicht kannte! Höchst interessant! Dazu gibt es noch weitere spannende Infos wie zum Beispiel das Thema Fitness-Integration! Der zweite Teil des Interviews erscheint dann am Freitag, den 18. August!

Schon länger begleite ich durch diverse Artikel die Firma COBI, die sich durch ihre smarte „Connected Biking“ Lösung mittlerweile einen sehr guten Ruf erworben hat. Ich hatte die tolle Gelegenheit die Jungs in ihrem Headquarter in Frankfurt für ein Interview zu treffen. Carsten Lindstedt ( Co-Founder & Head of Brand Experience ) und Heiko Schweickhardt ( Co-Founder & Head of Software Development ) empfingen mich im Loft-artigen Flagshipstore, gelegen am Frankfurter Westbahnhof. Sie nahmen sich an einem Freitagabend eine ganze Menge Zeit um all meine Fragen zu beantworten. Dabei zeigten sie vor allem eins, nämlich bedingungslose Leidenschaft für ihr Produkt. Die Überzeugung, der Glaube an ihr Produkt COBI, spiegelte sich in jeder Antwort, jeder Aussage und jedem Wort wieder. Wenn das ein Garant für ein erfolgreiches Product-Placement eines Start-Ups ist, dann haben die Jungs bisher wohl nicht ganz so viel verkehrt gemacht! Oder wie Heiko es wohl passend sagt: „Wir rollen erst noch zur Startbahn!“ Und das kaufe ich den Jungs ab! Denn sie haben anscheinend noch eine ganze Menge Überraschungen in petto!

 

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Carsten Lindstedt

Zu Beginn führte Carsten mich erst einmal durch das Headquarter, gleichzeitig der Flagship-Store des Unternehmens. Dort kann man im modernen, lockeren Ambiente die ganze Produktpalette direkt montiert auf verschiedenen Fahrrädern oder in Vitrinen bestaunen. Hier bekommt man schnell eine Vorstellung davon, was das COBI überhaupt ist. Die Kunden können hier testen, sich kompetent alle Funktionen erklären lassen oder bekommen Tipps und Unterstützung bei der Montage des Systems direkt vor Ort

Die Grenzen zwischen den offen gestalteten Büros und dem Store sind fließend, die Wege zwischen den einzelnen Abteilungen wie Softwareentwicklung, Kundenservice oder dem Testlabor “The Garage” sind kurz. Überall stehen die verschiedensten Fahrräder diverser Marken herum auf denen das COBI auf Herz und Nieren im tagtäglichen Einsatz geprüft und getestet wird. An der Wand hängt ein Teil der vielen Auszeichnungen, die das Team weltweit bereits eingeheimst hat. Ein wenig sympathisch-chaotisch sieht es vielleicht hinter den Kulissen aus, so stellt man sich ein Start-Up-Unternehmen wohl auch vor. Doch im COBI-Universum macht das durchaus Sinn. Denn die Kreativität scheint dadurch nur noch mehr beflügelt zu werden wie ich dann im Interview bei einem wohlverdienten Feierabendbierchen zum späten Abend feststellen durfte.

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Heiko Schweickhardt

Hallo Carsten und Heiko, stellt doch mal in kurzen Worten das COBI vor, für die Leute die es noch nicht kennen.

Carsten „COBI ist das weltweite einzige “connected biking” System, welches das Smartphone vollständig als digitales Cockpit ins Fahrrad integriert und so jedes Fahrrad zum vollvernetzten Smartbike macht. Besonders viel Spaß macht das Plug and Play Upgrade beim Bosch System, da dort zusätzlich Motorsteuerung und eine Vielzahl von Live-Daten integriert werden, auch die verbauten Lichter können automatisch gesteuert werden. Die zentrale COBI App für iOS und Android wurde speziell für den Radfahr-Kontext gestaltet und kann während der Fahrt sicher und komfortabel per Lenkerfernbedienung bzw. Sprachausgabe bedient werden. Die Hände bleiben so am Lenker und der Blick auf die Straße gerichtet. Eine weitere Besonderheit ist, dass sämtliche Funktionen kabellos updatefähig sind. Das gilt neben den Apps auch für die Firmware, welche die Elektronik abseits des Smartphones steuert – sogar für das kabellose Rücklicht – genau wie bei Tesla.“

Heiko „Bei COBI geht es darum alles was man am Smartphone liebt beim Fahrradfahren einfach zugänglich zu machen, egal um was es sich dreht – das beginnt bei Navigation, Musik und Fitness, aber erstreckt sich früher oder später auch auf Apps an die man im Fahrrad Kontext noch gar nicht denkt, aber diese durch COBI dem Fahrradfahrer zugänglich gemacht werden.“

 

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Foto: COBI

 

Warum gerade das Smartphone?

Carsten „Das Smartphone hat für viele Menschen einen sehr wichtigen Platz im Alltag eingenommen. Man trägt es ständig bei sich, es bietet Zugang zur Lieblingsmusik, den Freunden, allerlei wichtigen Online-Services und vielem mehr. Mit den passenden Apps wird vieles bereits jetzt zentral gesteuert. Die Lieblingsserie wird zum Fernseher, und die neusten Hits – passend zum individuellen Geschmack – zur Anlage gestreamt. Bus- oder Bahn-Tickets kauft man bei Bedarf bequem per App, man entdeckt neue lokale Angebote und kann per Navigation den Weg dahin planen. Bezahlt wird auch schon bald per Smartphone. Es ist also ganz natürlich, dass man auf all das auch beim Radfahren nicht verzichten möchte. Kurz: das Smartphone ist Teil des Radfahrens, so oder so. Das Ergebnis sind teils gefährliche Kompromisse, die jeden Tag auf den Straßen und Radwegen zu beobachten sind: ob das Smartphone zum telefonieren zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt oder einhändig fahrend zum Navigieren oder Chatten vor die Nase mit freihändigen tippen gehalten wird. Entweder nimmt man das so hin, oder man überlegt sich eine bessere und sicherere Lösung, die auf das Smartphone zugeschnitten ist. Zunächst gibt es ein paar grundlegende Problem zu lösen. Zuallererst den richtigen Ort fürs Smartphone zu finden und eine einfache und zugleich sichere Befestigung zu bieten. Ort und die Ausrichtung war für uns naheliegend: im Querformat zentral am Lenker – wie im Auto-Cockpit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die sichere und zuverlässige Bedienung beim Fahren. Neben der Steuerung per Lenkerfernbedienung wurde das App-Design fürs Radfahren gestaltet: Große, klare Typografie, starke Kontraste, nur ein Minimum an relevanter Information – immer passend zum inhaltlichen bzw. dem Bewegungs-Kontext, also ob man gerade fährt oder steht. Die integrierte Ladefunktion per eBike-Batterie oder dem wechselbaren Battery Pack beim COBI für normalen Räder, behebt das schmerzhafte Laufzeitproblem des Smartphones bei intensiver Nutzung.“

 

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Was war euer Schlüsselmoment, wo ihr gedacht habt „wow, das ist eine geile Idee, das müssen wir machen“?

Carsten „Diesen Moment hatte zuerst Andreas (Gahlert, COBI CEO & Founder), das war so gegen Oktober 2013 auf dem Feldberg an dessen Fuße er wohnt. Er war einer der ersten der vom E-Bike begeistert war. Als er mal wieder unterwegs war und Klingel, E-Bike-Display, Smartphone, Powerbank und Licht am Lenker sah, dachter er sich: „Es kann doch nicht sein, dass der Lenker so voll ist, und die Geräte nicht miteinander vernetzt sind! Und warum kommt der Ladestrom fürs Smartphone nicht direkt vom E-Bike?” Das musste man doch zu einem zentralen Gerät zusammenfassen können. Es folgten diverse technische Machbarkeitsprüfungen. Anschließend hat Andreas dann erste Industriedesign-Skizzen und ein 3D-Renderings beauftragt: sieht denn so etwas total schlimm am Lenker aus und könnte man das tatsächlich mit anspruchsvollem Design lösen? Mit den ersten vielversprechenden Skizzen und positiven Rückmeldungen zur Elektronik fragte er uns vier ehemalige Kollegen schließlich, ob wir das zusammen stemmen wollten. Wir alle konnten einfach spüren, was aus dieser Vision und diesem Team entstehen könnte. An einem Freitag hatte er mich gefragt, und ich sagte ihm “mein Bauch sagt ja, aber gib mir mal Zeit bis Sonntagabend”. Nachdem ich meiner Freundin Idee und Vision erklärt hatte und sie fragte, was sie von dem Vorhaben hält, sagte sie: „Bei dem Leuchten in deinen Augen –  was soll ich denn da sagen? Das musst du wohl einfach machen!“ Damit war alles geklärt. Am Samstagfrüh habe ich Andreas angerufen und ihm gesagt, dass ich an Bord bin.“

Heiko „Auf mich hatte der Sweet-Spot aus Fahrrad fahren kombiniert mit Hightech eine unwiderstehliche Attraktivität. Zuvor prägte die Welt der Apps bereits meine berufliche Laufbahn, während meine erste Testfahrt auf einem E-Bike meine Vorstellung vom täglichen Pendeln auf den Kopf stellte. Die beiden Welten zusammenzubringen war eine riesige Herausforderung und daher ein doppelter Grund um sich dem anzunehmen.“

Bei der Kickstarter-Kampagne habt ihr damals in kürzester Zeit eine Menge Geld eingesammelt, der Druck war dementsprechend naturgemäß hoch. Konntet ihr den Erwartungen gerecht werden?

Heiko „Ich denke die Investoren waren sich bewusst, genau wie wir selber, auf welchen Ritt wir uns einlassen – und haben entsprechend mitgefiebert. Und das auf dem Fahrradmarkt, der wie alle Bereiche der Mobilität im Umbruch ist. Und die Herausforderung für Hardware und Software war maximal. Alle sind Hals über Kopf mitgegangen, genauso wie wir, auch ein bißchen vom Herzen geleitet.“

Carsten „Die Investoren schauen sich vor einem Investment in erster Linie das Team und viele Statistiken genau an. So Fragen wie „Ist Fahrradfahren ein Thema?”  Ja, Fahrrad fahren ist zunehmend angesagt. “Sind eBikes ein Thema?” Ja, ein deutlicher Trend: Starke Wachstumsraten gepaart mit einem deutlich sinkendem Käufer-Altersschnitt Jahr für Jahr. “Ist Smartphone ein Thema?” Absolut. Also durchaus ein Pferd auf das man setzen kann.“

 

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Was habt ihr damals gedacht, als die ersten Bestellungen nach langer Entwicklungsphase für das COBI eingingen?

Carsten „Das ging ja schon mit dem Kickstarter-Crowdfunding los, als wir zu Spitzenzeiten bis zu 200 Bestellungen am Tag hatten und uns dachten: “Wow, das ist echt ein deutliches Investment in unsere Vision!” Uns war jedoch auch bewusst, dass letztlich die harte Währung nicht die Anzahl der Bestellungen, sondern die Zahl der zufriedenen Nutzer sein würde.“

Heiko „Es war gerade am Anfang harte Arbeit uns diese Basis zu erarbeiten, da wir einige Aspekte des Produkts als selbstverständlich angesehen hatten aber diese nicht so aufgefasst wurden. Zum Beispiel haben wir lange nicht die Routen aufgezeichnet, weil wir davon ausgegangen sind, dass du dafür schon deine Lieblings-App auf dem Smartphone hast. Gerade bei einer neuen Produktkategorie sind solche Erkenntnisse aber unausweichlich.“

Im Leben und auch bei Start-Ups läuft leider nicht immer alles rund. Auch Rückschläge gehören dazu. Mit welchen hattet ihr zu kämpfen?

Carsten „Wir haben diese Marke mit einem riesigen Anspruch an uns selbst aufgebaut. Diesem Anspruch aus dem Stand gerecht zu werden – sowie die Vielfalt bzw. technische Komplexität des Produktes hat den ein oder anderen mal vor große Herausforderungen gestellt. Das Thema Customer Service beispielsweise lief am Anfang keineswegs so reibungslos wie wir uns das vorgestellt haben. Da liest du als Gründer plötzlich Feedback in Foren wie „niemand antwortet seit Wochen, das Produkt gibt es doch gar nicht, usw.“ Und du denkst dir, das ist doch nicht unsere Company, von der da gesprochen wird! Mit vereinten Kräften von Leuten, die schon 110% Einsatz eingebracht haben, konnten die Wogen geglättet werden. Die Zusammenarbeit zwischen Call-Center, Logistik und Produkt-Experten wurde restrukturiert und durch den Einsatz moderner Tools wurde die nötige Transparenz geschaffen. Aber es ist dennoch ärgerlich wenn du liest, dass die so wichtigen ersten Kunden keine oder unbrauchbare Hilfestellung bekommen haben.“

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Einige Auszeichnungen aus aller Welt schmücken die Wand im Flagshipstore

Wer euch kennt, der weiß wie viel Herzblut und Leidenschaft ihr in COBI steckt. Wie geht ihr mit ungerechtfertigter Kritik um, die ja zum Beispiel manchmal in der Anonymität des Netzes hochköchelt?

Carsten „Durch unsere Agentur-Vergangenheit war es uns schon recht klar, was im Social Web so passieren kann und das es auch wichtig ist, Ruhe zu bewahren. Man muss auch Fehler eingestehen können. Für konstruktive Kritik sind wir immer offen. Viele Themen regeln sich auch innerhalb der Community – ganz organisch. Daher ist uns die Pflege der Community und die direkte Ansprache von Kritikern auch ein wichtiges Anliegen.“

Heiko „Ich denke wir haben viel Angriffsfläche geboten, da auf dem Smartphone die Konkurrenz, an der man sich natürlich messen lassen muss, unglaublich groß ist. Unser brandneues Produkt musste sich mit Fahrrad-, Navigations-, Entertainment-Apps und Wearables messen lassen, die seit Jahren auf dem Markt sind. Doch gerade am Anfang haben wir die meiste Zeit damit verbracht die Basis einer vernetzten Fahrrad- und eBike Plattform zu schaffen: von der Bluetooth-Anbindung der Apps an den COBI-Hub über Firmware-Updates und Ansteuerung unterschiedlichster E-Bike Systeme. Da mussten wir uns erstmal eine Infrastruktur schaffen und dabei blieb manche App-Funktion auf der Strecke. Die gute Nachricht ist, dass wir jetzt anfangen können das ganze Potenzial auszuschöpfen. Perspektivisch sind wir gerade erst auf die Startbahn gerollt. Wir halten aber mittlerweile eine gute Balance aus kurzfristigen Updates zur Nutzerzufriedenheit und langfristigem Blick nach vorne.“

Kommen wir zur Software. Damals bei Produktstart war die App noch etwas anfällig, mittlerweile ist eine sehr positive und kontinuierliche Entwicklung und Verbesserung zu spüren. Die User danken es euch. Worauf legt ihr die Schwerpunkte bei der Weiterentwicklung?

Heiko „Bis Mitte diesen Jahres wollten wir Kernpunkte wie Navigation, Fitness, Telefonie, Musik und Wettervorhersage abdecken. Das große Fitness-Update für Android ist mittlerweile auch auf der Straße! Parallel haben wir Feedback unserer aktiven Nutzer aufgenommen und zu weiten Teilen einfliessen lassen. Der nächste große Schritt für uns ist nun die Öffnung der Plattform. Aber wir müssen es nicht schön reden, es gab genügend Bugs zu beheben, aber wir sind selbst die größten Fans von COBI und fahren täglich viele Kilometer zur Arbeit. Morgens und Abends wird genau hingeschaut und wir selbst haben die geringste Fehlertoleranz. Aber es gibt natürlich die unterschiedlichsten Fahrräder, E-Bikes, Fitness-Sensoren und Smartphones, da kommt einige Komplexität zusammen. Doch man merkt mit jeder Woche wie sich die Wogen glätten.“

Wie sieht der Entscheidungsprozess aus wenn ihr ein neues Feature integrieren wollt?

Heiko „Das Ganze läuft ziemlich kollaborativ ab. Einmal die Woche schauen wir zusammen auf die Roadmap. Neben naheliegenden Funktionserweiterungen wollen wir aber auch zeigen welches Potenzial in COBI steckt und dabei ergeben sich dann auch überraschende Funktionen.”

Carsten „Wichtige Entscheidungen werden in einem erfahrenen Gremium mit konzeptstarken Köpfen getroffen – hier ist auch eine Menge Bauchgefühl im Spiel. Etwas was bei unserem Startup schon immer im Zentrum stand. Zusätzlich gibt es eine Ideen-Plattform auf der jeder Mitarbeiter, aber auch Ansätze der Beta-Gruppe oder aus der Facebook “COBI Benutzer”-Gruppe gesammelt und vertaggt werden. Dann muss man schauen wie weit das relevant für die diversen COBI Schwerpunkte ist. Dementsprechend wird es bewertet und letztlich auch priorisiert.”

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Foto: COBI

Für viele Radler ist die Aufzeichnung ihrer Touren heutzutage selbstverständlich geworden. Auch ihr habt jetzt den Fitness-Bereich seit einigen Wochen in der App implementiert. Erzählt doch mal was den User dort spannendes erwartet und was euch von anderen Anbietern unterscheidet.

Heiko „Durch COBI hat man zum ersten Mal die Möglichkeit Echtzeit-Fitnesswerte optimiert fürs Fahrradfahren interaktiv dargestellt zu bekommen. Andere Apps haben meistens eine reduzierte Ansicht der Werte die man voreinstellen muss. Bei uns geht das interaktiv mit dem Daumenschalter inklusive Sprachausgabe, so dass man blind Bereiche umschalten und sich Werte vorlesen lassen kann.“

Carsten „Beim Wechsel der Werte per Daumenschalter bekommt man den aktuellen Ist- sowie den Durchschnittswert – unter anderem für die Höhenmeter, Puls, oder Kadenz –  durchgesagt. Es sind Echtzeitdaten, das macht schon einen Unterschied. Denn viele Apps tracken oftmals passiv die Fahrt und geben dir hinterher eine Auswertung. Es ist möglich in den COBI Einstellungen die Zonen zu personalisieren. Auch eine Wattanzeige bekommt der Nutzer. Diese kostet z.B. bei Strava extra. Andere haben dies gar nicht weil die Berechnung mit zum Teil recht wenigen verfügbaren Daten auch komplex ist. Es werden unter anderem Gewicht und Größe des Fahrers aber auch das Gewicht des Bikes berücksichtigt. Beim E-Bike werden die Daten direkt vom Antrieb ausgelesen. Mit dem Bosch Intuvia Display gibt es normalerweise keine Wattanzeige.  Wir haben für die Zukunft des Fitnessbereiches noch einiges in petto!“

Heiko „Für uns ist das der Start der Fitnesswelt in COBI. Die Algorithmen werden stetig verbessert. Der Schlüssel ist natürlich, dass man seine Profildaten ausfüllt und so viel Sensordaten wie möglich zugänglich macht – je mehr Daten COBI zur Verfügung stehen, desto genauer wird die Berechnung.“

Im Netz finden sich viele Fitnessplattformen, auf die Radler ihre Tour-Daten hochladen können. Wie sieht es beim COBI aus? Zwar funktioniert der Upload bereits zu einigen Plattformen wie Strava, Apple Health und Co, aber wo könnte da die Zukunft hinführen oder ist das Thema „Fitness“ mit den vorhandenen Möglichkeiten schon bereits zu Ende gedacht?

Carsten „Ganz sicher nicht. In Zukunft ist es z.B. durchaus denkbar, dass externe Fitness-Berater einen Blick auf die eigenen Daten werfen können und basierend darauf einen individuellen Trainingsplan erstellen, den der COBI Fahrer dann umsetzt. Einfache, vordefinierte Regeln könnten einem dann direkt Feedback auf das Training geben. Bei Bedarf bucht man sich einen erfahrenen Personal Trainer zu Analyse hinzu. Da dieser das dann online und weltweit für 100te Nutzer machen kann, senkt das deutlich den Preis für einen solchen Service.“

Wie ich finde bemerkenswerte Einblicke. Den zweiten Teil solltet ihr also defintiv nicht verpassen, denn da gibt es noch einiges was Carsten und Heiko zu erzählen haben!

 

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