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Niederlande (5)

 TOUR: Sand & Dünen

 

Radtouren durch die Niederlande sind immer schön. Radtouren durch die Niederlande sind immer flach. Es sei denn, da sind zwischendurch mal ein paar Dünen im Weg. Dort kann es dann schon mal leicht hügelig sein. Was man denn so als hügelig bezeichnen kann. Doch unsere Nachbarn sind in der Hinsicht sehr gelassen und fietsen mit ihren Rädern in aller Seelenruhe durch dieses einzigartige Fahrradparadies. Bei allen täglichen Erledigungen spielt das Rad eine immense Rolle. Und wer sich schon mal bewusst die Infrastruktur dort angeschaut hat, der weiß wovon ich schreibe. Ich zumindest konnte mir auf einer weiteren Tour durch das Flachland Nord-Hollands noch mehr bleibende Eindrücke verschaffen.

 

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Start im morgendlichen Nebel.

 

Los ging es morgens ab Egmond aan den Hoef. Der Nebel lag noch über den Feldern und dicke Tautropfen hingen von den Zäunen. Die Sonne war schon zu erahnen und die ganze Szenerie war voller Atmosphäre. Ich lenkte mein Fahrrad kreuz und quer zwischen den Feldern und genoss diese tiefe Stille im Dunst. Wind war so gut wie nicht vorhanden und so rollte ich auf tollen Wegen mit gutem Tempo vorwärts.

 

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Schon bald erreichte ich den Randbezirk von Alkmaar und fuhr an einer Schule vorbei. Der Unterricht schien jeden Moment zu beginnen, denn ein riesiger Bereich des Schulhofs war voller Fahrräder und immer noch rollten einige Schüler mit ihren Fiets hinein. Ich würde tippen, das 99% der Schüler mit dem Rad zum Unterricht kommen. Und auch wenn ich falsch liegen sollte und es 10% weniger wären, fände ich das krass. Davon kann man in Deutschland ja wohl nur träumen. Was eine sichere Infrastruktur alles so bringen kann. Radwege vor der Schule so breit wie Straßen!

 

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Wunderbare Morgenstimmung.

 

Alkmaar ließ ich aber rechts liegen und ruckzuck war ich wieder auf einsamen Wegen und zwischen Feldern unterwegs. Auf einem Feld waren im Dunst merkwürdige Bauten zu erkennen. Ich kam nicht nah genug heran, aber ich konnte erkennen, das es sich dabei wohl um Reste von Bunkern und Stellungen aus dem zweiten Weltkrieg handeln musste. In der Gegend waren auch andernorts Relikte dieser Zeit zu finden wie unter anderem Panzersperren bei Egmond aan den Hoef.

 

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Relikte des 2.Weltkriegs.

 

Auch die Stadt Bergen schnitt ich nur ganz am Rande und fuhr direkt in das Naturschutzgebiet „Schoorlser Duinen“ und war direkt am Anfang irritiert. Denn am Fuße dieser hügeligen Landschaft war doch tatsächlich ein – auch wenn zwar künstliches – Skigebiet! Auf einem überschaubaren Hang mit Skilift konnte man erstaunlicherweise auf einem speziellen Mattenteppich das Skifahren erlernen! Eine Skilehrerin brachte das anscheinend einer kleinen handvoll Unerschrockenen bei. Ich musste irgendwie schmunzeln. Und mit einem Grinsen im Gesicht ob dieses surrealen Anblicks ging es dann direkt hinein ins wunderschöne Naturschutzgebiet.

 

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Villa Duynstaete in Bergen.

 

 

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Ein bisschen schmunzeln musste ich ja schon irgendwie als ich dieses „Ski-Gebiet“ gesehen habe.

 

In den Schoorlser Duinen befindet sich übrigens die höchste Düne der Niederlande! Satte 54 Meter schraubt sich der Sand auf der sogenannten Radar-Düne in die Höhe! Auch Kletterdünen gibt es. Dort können sich Kinder und auch Erwachsene spaßeshalber herunterrollen lassen um Abends den Sand aus allen Körperporen zu puhlen! Der wunderbar hergerichtete Radweg durch die Dünen- und Heidelandschaft ließ jedenfalls für mich keine Wünsche offen. Kurze Auf- und Abfahrten zwischendurch boten ordentliche Abwechslung. Knorrige Kiefern in der zu dieser Jahreszeit noch grau wirkenden Mutter Natur wechselten sich ab mit einigen rein sandig und nur mit flachem Heidekraut bewachsenen Dünen. Verdorrte Baumstämme mit skurril verbogenen Ästen säumten hin und wieder den Weg. Tolle Fotomotive gab es also einige!

 

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Perfektes Terrain.

 

 

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Karge Dünenlandschaft, die aber trotzdem viele Motive bietet!

 

Nach wenigen Kilometern und am Ende durch ein weiteres Kiefernwäldchen gelangte ich durch das Dörfchen Groet direkt auf prima zu fahrenden Wegen durch landwirtschaftlich genutzte Felder. Der Duft von Kuhdung stieg mir in die Nase. Auf den Feldern waren Traktoren mit riesigen Güllefässern zu sehen. Es war wohl genau die Zeit wo die Bauern diese Art von Düngung vornehmen dürfen. Und so waberte mir immer wieder auf der ganzen Tour dieser markante, würzige Duft um die Nase. Typische Landluft halt. Hier auf der freien Fläche hatte ich aber mit mehr Wind von vorne gerechnet. Doch der hielt sich überraschend zurück. Teilweise wirkte es schon windstill. Und das hier! Na, ich will mich nicht beschweren. So oft hat man das ja nicht.

 

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Die Flache Landschaft Hollands.

 

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Windmühlen dürfen natürlich auch nicht fehlen.

 

Viele kleine Wassergräben teilten die Felder und Wiesen auf. Graugänse, Möwen und andere Vögel nahmen das Land für sich ein. Auch die typischen Windmühlen Hollands waren zu sehen. Die durften ja nicht fehlen und sind auch immer wieder schön anzusehen. Bei Burgervlotbrug musste ich eigentlich den Noordhollandsch Kanaal über eine Brücke überqueren. Doch die existierte nicht mehr. Sie war abgerissen worden und die Bauarbeiten für einen Neubau liefen. Da es in kürzerer Entfernung keine Ausweichmöglichkeit gab, setzte die Baufirma eigens ein kleines Motorboot als Fähre ein. Platz war da nur für eine handvoll Fußgänger und Radfahrer. Doch ich war ganz allein als der Fährmann überholte und hatte auf den zehn Metern von einem zum anderen Ufer meine Ruhe.

 

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Ausblicke vom Deich.

 

Hinter dem Dorf gelangte ich kurze Zeit später auf eine Art zweiten Damm. Also ein Damm hinter dem Damm. Wobei es bis zum Meer nach Luftlinie doch ein paar Kilometer waren. Doch von hier oben konnte ich wunderbar weit in die flache Landschaft schauen. Dazu war der Deich nicht gerade, sondern bog sich in vielen kleinen und größeren Kurven durch die Gegend. Da machte das Radfahren ordentlich Spaß und ich genoss richtig das gute Tempo.

 

 

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„Grote Kerk“ in Schagen.

 

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Nette Einkehrmöglichkeiten gibt es genug rund um die „Grote Kerk“.

 

Der nächste Ort war dann Schagen. Schon von weitem konnte ich den imposanten Bau der „Groten Kerk“, der großen Kirche, sehen. Reich verzierte Türmchen und die großen Glasfenster am Kirchturm fielen mir sofort ins Auge an dieser evangelischen Kirche. Der Marktplatz davor ist umsäumt von vielen schönen kleinen Bistros, Restaurants und Bars. Bei gutem Wetter wird es wohl richtig voll auf dem dann schön sonnigen Platz. Hier kann man sehr gut verweilen. Einst war der Ort aber ein bedeutsamer Platz des Viehhandels. Doch seit 2001 die Maul- und Klauenseuche grassierte ist dies Vergangenheit und der Tourismus ist eines der bedeutendsten Standbeine geworden. Kein Wunder, denn die vielen kleinen, hübschen Geschäfte laden zum Geldausgeben ein. Nur die Öffnungszeiten fand ich ungewohnt. Von 11-18 Uhr ist offen, danach werden die Bürgersteige ruckzuck hochgeklappt und das Örtchen wirkt sehr verlassen. Doch ich hatte Glück und war mit dem Rad da, als die Geschäfte noch auf hatten. Deshalb konnte ich mich hier in einem kleinen Laden mit Verpflegung eindecken bevor es dann nach einer kleinen Pause wieder weiter ging.

 

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Pausenzeit.

 

Nachdem ich Schagen über beneidenswerte Radwege verlassen hatte – heul, schnief – sah es zunächst so aus als ob ich in einem Regenschauer gelangen würde. Wolkenfetzen ließen den Regen erahnen der dort hinten gerade niederging. Es sah nicht gut aus so auf freien Feld. Vereinzelte Tropfen betupften schon meine Windjacke, der typische Geruch des Regens war schon wahrzunehmen. Doch dann musste ich die Richtung ändern und streifte den Regenschauer nur am aller äußersten Rande und ich blieb trocken. Noch einmal Glück gehabt. Ab jetzt setzte sich das gute Wetter immer mehr durch.

 

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Welcome to paradise!

 

Ich hatte Schagen im Grunde durchquert und dann halb umrundet als es nun in Richtung Meer ging. Und je näher ich kam, desto mehr setzte sich die Sonne durch. Die Stimmung war direkt eine andere. Sonne, Sand, Meer…hinter Sint Maartenvlotbrug war es soweit. Ich gelangte in die Dünenlandschaft an der Nordsee. Spaziergänger gab es auf den Wegen nur wenige. Der Abschnitt hier war momentan noch von Menschenaufläufen verschont geblieben. Ganz anders als in Egmond aan Zee, wo der Strand total übervölkert war. Zumindest für meinen Geschmack. Hier bei Petten war es wesentlich ruhiger und beschaulicher. Und dann das…

 

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Hier war ich echt baff!

 

Der Hondsbossche Zeewering verschlug mir die Sprache. Hier wurde der Küstenabschnitt neu gestaltet. Hinter den eigentlichen Dünen gab es einen weiteren Damm. Dazwischen war Platz für ein- und auslaufendes Salzwasser. Durch einen einzigen Einschnitt in den Dünen. Hier können sich somit kleine Tümpel bilden. Das Konzept dahinter ist, das sich dadurch von ganz allein weitere Natur ansiedelt und letztendlich so der Küstenabschnitt verfestigt wird. Eine interessante Sache wie ich finde. Denn wenn die Niederländer auch keinen Fußball können 😉 , vom Deichbau verstehen sie was! Und der Moment, als ich auf diesen neuen Deich gelangte war schon krass. Denn hier wurden gleichzeitig drei (!) neue Wege angelegt! Einen für Reiter, einen für Fußgänger und den breitesten für Radfahrer. Gefühlt Kilometer lang! Immer die Küste entlang. Mit Rastplätzen, mit Abstellmöglichkeiten für die Räder, Ausblicken auf die See und schönen Zugängen zum Strand. Einfach ganz wunderbar! Mein Radfahrerherz schlug Purzelbäume. Würde ich hier wohnen, würde ich jeden Tag dort rauf und runter fahren. Es war herrlich hier unterwegs zu sein. Die Niederländer, dieses sympathische und eigentlich ja durchs Radfahren immer leicht schwitzende Volk, sehen das wahrscheinlich etwas pragmatischer und für sie ist das eher Mittel zum Zweck. Ich dagegen war in dem Moment so verdammt neidisch auf diese theoretisch ja dann also immer auch leicht duftende Bevölkerung. Regierung und örtliche Verwaltungen scheinen hier an einem Strang zu ziehen und dafür zu sorgen das die Menschen glücklich sind. Denn das ist es doch was Radfahren mit einem macht – und außerdem die Untertanen ruhig hält 😉

 

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Jaaaa, der Strand!!!!

 

Und auch wenn ich kein Bürger dieses sehr angenehmen, gelobten Rad-Landes bin: mich als Radtouristen haben sie definitiv in diesem Moment sehr, sehr glücklich gemacht. Und vielleicht habe ich auch eine kleine Träne verdrückt. Oder ich hatte da gerade auch nur ein Sandkorn im Auge.

Die Sonne schien jedenfalls vom Himmel herab und ich auf meinem Fahrrad bekam das erste mal das Gefühl das es wärmer wurde. Für einen Moment überlegte ich die Windjacke auch auszuziehen, tat es dann aber doch nicht. Denn der kaum wahrnehmbare Wind, der mir jetzt sanft entgegen wehte, durfte ich nicht unterschätzen. Eh man sich versieht kann man sich zu diesem Temperaturen noch verkühlen. Ich hatte 6 Grad auf dem Thermometer. Ich trat beschwingt und voller Endorphine in die Pedale.

 

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Im Naturschutzgebiet Schoorlse Duinen.

 

Bei Camperduin war das erhabene Gefühl dann leider kurzfristig vorbei bevor es schon ganz schnell wieder kam. Hier führte mich der Radweg wieder in die bezaubernde Landschaft der Schoorlse Duinen. Das Auf und Ab nahm wieder zu. Hohe Sanddünen waren auf der einen Seite zu sehen während ich an weiteren flachen Kiefernwäldchen und Heidekrautflächen zur anderen Seite vorbeifuhr. Es war einfach schön. Der Radweg schlängelte sich durch die Natur und bot so viel Abwechslung. Auch viele Wanderwege und Pfade schnitten den Radweg. Ein wahres Paradies für alle Erholungssuchende.

 

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Sieht buckelig aus, ist es aber nicht! Im Gegenteil.

Irgendwann kam ich dann zu dem Ort Bergen aan Zee. Dort gibt es ein See-Aquarium, ordentlich Strand, einen Park, aber wenig Geschäfte. Ich durchquerte den Ort schnell und tauchte wieder in die so liebliche Dünenlandschaft ein. Der Radweg bestand jetzt aus den so typischen roten Backsteinziegeln, die man überall an der Nordseeküste finden kann. Zuerst dachte ich, das der Weg jetzt etwas ruckeliger werden würde. Doch Fehlanzeige. Überraschend glatt war die Oberfläche. Und verdammt gut zu befahren. Hätte ich so nicht gedacht. Und doch hat die schönste Landschaft einmal ein Ende. Die Schoorlser Duinen spuckten mich bei Wimmenum wieder aus und kurz darauf war ich auch wieder am Ausgangspunkt meiner Tour angekommen.

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Die Tour „Sand & Dünen“ auf der Karte.                                     Screenshot runtastic.com

Ziemlich genau 80 Kilometer hatte ich zurückgelegt. Dies zwar mit meinem Crossbike, aber die Tour ist für jede Art von Fahrrad zu fahren. Man kann an vielen schönen Stellen Rast machen, eine herrliche Landschaft genießen und sich auf einer wunderbaren Tagestour auf dem Rad erholen. Ich war Ende März dort und es war relativ leer auf den Wegen. Doch ich denke in den Sommermonaten wird das etwas anders aussehen. Trotzdem wird jeder sein eigenes Plätzchen finden. Davon bin ich überzeugt. Empfehlenswert. Den Download der gpx-Datei zur Sand & Dünen-Tour gibt es hier1

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TOUR: Mit der Familie auf Entdeckungstour

Ich fahre bekanntlich ja sehr gerne mit dem Fahrrad durch die Gegend. Meistens fahre ich dann ganz für mich alleine. Für die Familie ist das aber nicht immer ganz einfach. Schließlich hat sie auch zurecht den größten Platz in meinem Leben und möchte nicht immer an den Wochenenden alleine sein. Deshalb habe ich mir mal eine Rad-Runde ausgeguckt, wo alle auf ihre Kosten kommen. Eine richtig schöne Familien-Runde, wo Kids was Tolles entdecken und erleben können und die Erwachsenen problemlos und stressfrei die Radtour und die herrliche Landschaft genießen können. Kilometer zählen nicht als Maßstab. Die nicht ganzen 40 davon reichen bei dieser Runde für einen schönen Tagesausflug um alle glücklich zu machen. Schauen wir uns diese Radtour also mal genauer an, wenn ihr wollt. Und am Ende gibt es den dazugehörigen gpx-Track zum Download!

Los ging’s im niederländischen Wellerlooi, unweit der deutschen Grenze zum bekannten Städtchen und Wallfahrtsortes Kevelaer am Niederrhein. Auf dem Kirchenvorplatz von  Wellerlooi war genügend Platz, um das Auto samt Fahrradträger abzustellen. Schnell das gesamte Hab und Gut, welches man ja so für einen Familienausflug unbedingt benötigt, in den Fahrradtaschen verstaut und aufgesattelt. Und schon ging’s los. Die Region nennt sich „Massduinen“, gelegen im nördlichsten Teil der Provinz Limburg,und ist gleichzeitig ein sehr beliebter Nationalpark in den Niederlanden. Er besitzt die größte Flussdünenlandschaften Europas! Ohne das man es erkennt radelt man schon in ihn hinein.

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Was für eine Konstruktion!
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Toller Ausblick auf die Maas!

Nur wenige hundert Meter geradelt, am Fluss Maas gelegen, gab es schon ein erstes Highlight auf einem Feld zu sehen. Ein aus Stahl und Seilen bestehender Aussichtsturm ragte hoch über die Baumwipfel hinaus. „Uitkijktorenwellerlooi“ so der sich ganz leicht zu merkende Name dieses Turms. Auf die Frage an den Spross ob wir hier denn schon anhalten müssen kam prompt die Antwort: „Na klar!“ Für einen Euro Eintritt, den man in einen Automaten wirft, öffnet sich das Drehtor und man kann mit dem Aufstieg der nicht von mir gezählten Stufen beginnen. Vorsicht, Drehwurm-Gefahr! Und auch wenn es auf der Plattform ein wenig wackelt, die Aussicht von dort oben ist grandios.

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Immer spannend für Kids – eine Fahrradfähre!

Für Kinder immer toll: eine Fahrt mit einer Fähre. In diesem Fall gab es – schon in Wurfweite des Aussichtsturms – eine kleine Radfähre direkt über die Maas. Nur zwölf Personen passen an Bord und leider ist die Fahrt auch viel zu schnell schon wieder zu Ende. Aber die Maas, das konnten wir beobachten, ist ein Paradies für Wassersportler. So spritzte ein Rennboot die Gischt kräftig in die Luft als es an uns in einiger Entfernung vorbeifuhr. Am gegenüberliegenden Ufer, unmittelbar am Fluss gelegen, gab es einen herrlichen Campingplatz mit toller Einkehrmöglichkeit und direktem Blick auf das Wasser. Sogar eine Live-Band spielte hier vor. Da wir aber erst wenige Meter geradelt hatten, fuhren wir direkt weiter.

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Kaum geradelt könnte man an der Anlegestelle schon wieder Pause machen.
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Lustiges Wandgemälde mit Rad zu Ehren des Rennradfahrers Wout Poels.

In Blitterswjik, dem nächsten Ort, gab es ein lustiges Wandgemälde des niederländischen Radrennfahrers Wout Poels zu sehen. Ein Foto-Stopp musste hier natürlich eingelegt werden bevor es kurz darauf schon wieder über die Maas ging. Diesmal allerdings über eine langgezogene Brücke, die Radfahrern keinerlei Schwierigkeiten macht sie zu überqueren. Drüben ging es dann ein kurzes Stück am Ufer entlang. Ein paar nette Cafés gab es hier. Doch wir schlugen den kurzen Abstecher zum Kasteel Well,gelegen in der Gemeinde Bergen, ein. Umgeben von einem Wassergraben und hohen Bäumen gehört es zu den schönsten Schlössern in Nord-Limburg. Ursprünglich im 15. Jahrhundert erbaut, bekam es aber erst im 17. Jahrhundert sein heutiges Aussehen. Es beherbergt ein kleines Privat-College aus Boston/USA und dient als europäisches Bildungszentrum für Studenten. Es gibt definitiv schäbigere Unterkünfte für das Studentenvolk.

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Schöne Rastplätze findet man reichlich auf dieser Fahrradtour.
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Am Kasteel Well, gleichzeitig ein College!

Weiter ging es dann mit unseren Fahrrädern über ein paar ruhige Straßen und vorbei am Strandbad Seurenheide bei Bosscherheide. Hier können die Kinder im Badesee planschen und wenn einem danach ist, kann man auf dem daneben liegenden Campingplatz eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Ruhig gelegen findet dort wahrscheinlich jeder seine verdiente Erholung. Am Wegesrand gab es auch so einiges zu entdecken. Vor einem Haus war ein kleiner Stand aufgebaut, an dem man unterschiedliche Setzlinge für den Garten kaufen konnte. Hier herrschte noch Gottvertrauen, denn das Geld konnte man in einer simplen Geldkassette hinterlegen. Schön das es so was noch gibt. Ein paar Straßen weiter trauten wir dann zuerst unseren Augen nicht, denn plötzlich standen dort Lamas auf der Weide. Die erste Frage war: „wie weit können die Spucken?“ Ich versicherte das wir weit genug entfernt standen und sie uns garantiert nicht treffen könnten.

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Man sollte immer aufpassen was es am Wegesrand so alles zu entdecken gibt!

Bald darauf waren wir schon mittendrin im Nationalpark Maasduinen. An der ehemaligen Schleuse zwischen dem Leukermeer und dem Reindersmeer gab es den nächsten Halt. Hier steht ein kleines Besucherzentrum mit angrenzendem Restaurant und toller Terrasse. Wenn man einmal die Gerüche des Waldes und der Tiere kennenlernen möchte, der kann hier einmal die Nase hinter kleinen Klappen stecken und versuchen zu erraten woher dieser und jener Duft denn stammt. Das Wasser an diesem Besucherzentrum ist ein herrliches Türkis. In der Sonne ist der Anblick wunderschön und man kann förmlich die Erfrischung des kostbaren Nass spüren. Die Kiefernwälder tun ihr übriges zu diesem schönen Ort. Die Schleuse an sich fertigte zwischen diesen beiden kleinen Seen zwischen 1971 und 2001 über 22500 Schiffe ab wie man an den hohen Wänden der selbigen ablesen kann, wenn man über einige Stufen darin hinabsteigt. Heute ist sie nicht mehr funktionstüchtig.

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Besucherzentrum Maasduinen
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Am Besucherzentrum des Nationalparks.

Aber apropos Kiefernwälder. Der weitere Weg führte nun durch eine erquickende Heidelandschaft und durch wohlduftende Kiefernwälder, aus denen bei der Sommer-Sonne angenehme Kühle zu spüren war. Die Radwege sind in den Niederlanden auch hier in solchen Gegenden hervorragend zu befahren. Und auch die „Holländer“ selber genießen am Wochenende anscheinend den Ausflug mit dem Rad in die Umgebung des Parks. Zu sehen gibt es immer wieder am Wegesrand einige Tiere wie Wildvögel  an den Wasserlöchern oder Hasen, die einfach mal so über den Weg hoppeln. Schöne Rastbänke unter Schatten spendenden Bäumen sind auch immer wieder zu finden. So lässt es sich für Groß und Klein gut aushalten und dem Gequengel vorbeugen.

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Türkisfarbenes Wasser wie es scheint.
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Schöne Heidelandschaft und beste Radwege!

Der Kontrast folgte sogleich. Oder die totale Abwechslung für die Kinder. Je nachdem wie man es betrachtet. Denn ehe wir uns versahen, passierten wir plötzlich wieder die Grenze zu Deutschland und standen vor dem Flughafen Weeze. Heute hauptsächlich ein Sprungbrett eines großen Billigfliegers war dies vor dem Krieg  ab 1933 ein Segelflugzeug der im Aufbau befindlichen deutschen Luftwaffe. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er zum  britischen RAF Stützpunkt Laarbruch umgebaut und diente bis 1999 gleichzeitig auch der NATO. Nach dem Golfkrieg gab es aber schon eine Verkleinerung der Anlage und die Atomwaffen wurden bereits 1992 im Zuge der Abrüstung abgezogen. Soviel nur kurz zur Geschichte. Heute kann man von hier günstig durch Europa fliegen oder von der kleinen, aber netten Besucherterrasse den Zivilflugzeugen bei den Starts und Landungen zuschauen. Die Maschinen fliegen zwar nicht im Minutentakt, aber man kann den Flugzeugen doch auch am Zaun schon recht nahe kommen. Und welche Kinderaugen leuchten da nicht? Fliegen fasziniert halt, egal ob Kinder oder Erwachsene.

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So nah können Kinder teilweise die Flugzeuge am Flughafen Weeze beobachten!

Und einige Meter weiter gab es dann auch ein richtiges Museum. Das ROYAL AIRFORCE MUSEUM Laarbruch ist in der alten Messe der Armee untergebracht und zeigt dem interessierten Besucher an Hand vieler toller Exponate die beeindruckende Geschichte dieses jahrzehntelang genutzten Stützpunkts. Der war im übrigen hoch angesehen bei der Bevölkerung und es gab einst sogar eine Petition gegen die Schließung! Jedenfalls erfährt man hier eine Menge über das Leben der Soldaten in der Kaserne und auch in das ehemalige Kino der Armee kann man einen Blick werfen. Ein bisschen muffig wirkt es dort schon. Und gruselig auch. Es hat etwas von der Lichtburg in Essen, nur ohne Oberrang und schlechtem Zustand. In den Ecken und auf den heruntergekommen Klappsitzen stehen und sitzen  einige uniformierte Puppen und das Ganze wirkt wie aus einem Gruselthriller entsprungen. Wer das mag ist hier genau richtig! Ob sich der Eintritt lohnt? Ja!

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Das Museum der Royal Airforce auf dem ehemaligen Stützpunkt Laarbruch.
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Der Besuch des kleinen Museums ist schon interessant!

Das Gelände des Stützpunkts ist ziemlich groß gewesen. Mit dem Fahrrad passierten wir den offiziellen Ausgang des Flughafens und fuhren nun  praktisch um das südliche Gelände herum. Verlassene Kasernengebäude mit ganzen Straßen, auf denen das Grün wucherte erblickten wir hinter Stacheldraht. Die Fenster waren verriegelt oder teilweise auch eingeschlagen. Verlassene Basketballplätze auf denen heute niemand mehr spielt. Ein wenig merkwürdig sieht das schon aus. Und wenn der Kurze schon sagt, „hier könnte man Zombie-Filme drehen“, na dann kann man sich in etwa vorstellen was einen dort erwartet. Den Mann hinter der Kasse des Museums hatte ich auch gefragt, ob man mit dem Fahrrad auch zu den alten verlassenen Hangars nördlich des Flughafen kommen würde, da ich mal davon gehört hatte. Doch er sagte, das würde nicht gern gesehen. So beließen wir es beim Umkurven des südlichen Teils des Geländes und radelten auch schon wieder in Richtung Niederlande.

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Verfallende Gebäude der alten Kaserne.
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Es täuscht, da wohnt keiner mehr.

Direkt an der Grenze gelegen, gab es einen kleinen Supermarkt, der tatsächlich geöffnet hatte. Dort deckten wir uns mit etwas Kaffee, Wurst und anderen kleinen Dingen für zu Hause ein. Anscheinend hatten auch andere Leute die gleiche Idee. So war der kleine Laden selber gut besucht. Mit vollen Gepäcktaschen gelangten wir so wieder in den Nationalpark. Zur Linken gab es Felder, zur Rechten Kiefernwald. Alsbald tauchte auch wieder das Reindersmeer auf und wir konnten vom Ufer aus  das kleine Fährboot sehen, mit dem man sich an einem Seil über den See hangeln kann. Hin und wieder konnte man auch vor Spaß jauchzende Schreie von Badegästen hören, die irgendwo am See planschten.

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Am Reindersmeer
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Eine tolle Gegend um zu entspannen!
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Zufriedene Gesichter

Die Räder rollten prima und wir alle waren sehr entspannt. Langweilig war es dem Sohn bisher anscheinend nicht und auch das ja mal übliche Quengeln nach einigen Kilometern blieb aus. Die Tour musste also gar nicht so schlecht gewesen sein. Die letzten Meter wurde darüber sinniert was denn an diesem Tag das Schönste gewesen wäre. Die Meinungen gingen auseinander, doch das Wichtigste war, das jeder etwas gefunden hatte, was er wirklich toll fand. Und wenn am Ende dabei herauskommt das sich der Tag fast wie ein richtiger Urlaubstag anfühlte, ja dann konnte es doch nicht besser gelaufen sein, oder?

INFOS ZUR TOUR

Die Runde von rund 38 Kilometern ist für jedermann zu schaffen. Die Strecke ist flach und für Familien auch mit kleineren Kindern problemlos sehr gut zu radeln. Die Radwege sind, wie nicht anders zu erwarten, tadellos in den Niederlanden. Unterwegs gibt es einige Möglichkeiten sich zu stärken, Rastplätze findet man auch sehr häufig. Die sind auch allesamt angenehm sauber. Dem Familien-Ausflug steht also nichts mehr im Wege! Hier ist der Download zu der Strecke!

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TOUR: Ein wenig Texel/ NL

 

Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit mich ein paar Tage auf der schönen Insel Texel in den Niederlanden zu erholen. Natürlich kann ich mich nur richtig entspannen, wenn auch Radfahren zum Urlaubsprogramm gehört. Sonst fehlt da was. Und das geht ja mal gar nicht.

 Die ersten Tage auf der Insel war es verdammt windig. So windig, das ich doch am Strand ein wenig nervös wurde angesichts der entfesselten Winde und des im Tiefflugs über den Strand wehenden Sandes. Problemlos konnte ich mich und meinen Körper in mindestens 90 Grad Schräglage halten. Letztlich war die Entscheidung da gefallen, dann doch ein E-Bike zu mieten. Auf Texel kein Problem. Ein großer Händler in De Koog hatte eine große Auswahl von Rädern, hauptsächlich von Gazelle. Die E-Bikes, typisch holländische Fahrräder, waren ausgestattet mit dem Impuls-Antrieb und 7-Gang-Schaltung. Das aufrechte Sitzen auf diesem Rad ging zwar besser als erwartet, trotzdem merkte man jedes Schlagloch direkt auf der Wirbelsäule. Der Motor, ausreichend stark für die guten niederländischen Radwege, aber für meinen Geschmack trotzdem zu schwach auf der Brust. Der Unterschied zwischen dem Eco- und dem Sport-Modus war zumindest bei meinem Fahrrad ziemlich gleich null. Machte den Fahrspass wie gesagt für die Verhältnisse auf der Insel aber nicht kaputt. Und die Fahrräder waren ansonsten in einem sehr guten Zustand, gut gepflegt und die Verleihstation sauber und ordentlich. Also war alles parat für eine prima Tour.

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Das E-Bike Gazelle Orange Comfort, mein Mietrad.

 Los ging es dann direkt von De Koog entlang der Dünen, ein kurzes Stück nach dem Dorf ging es dann auch links ab, hinein in die wunderbare Dünenlandschaft. Sanft wellig schlängelte sich der Radweg durch die Landschaft. An einigen Stellen gab es Aussichtspunkte u.a. für die Vogelbeobachtung im sogenannten Naturreservat De Slufter. Dort war keine Menschenseele außer zwei freiwillige Staatsbedienstete des Reservats, die mir sehr freundlich viele Infos über das vor mir liegende Gebiet gaben! Dort gibt es eine derart hohe Artenvielfalt bei den Vögeln, das ich nicht damit gerechnet hatte! Durch ihren großen Feldstecher durfte ich dann auch mal einen Blick riskieren. Auch erfuhr ich das dieses Reservats einen natürlichen Zugang zum offenen Meer besitzt und dieses Gebiet so auch von den Gezeiten abhängig ist.  Interessant war auch das Texel nicht mit dem Landfrass durch das Meer zu kämpfen hat, sondern  das Gegenteil der Fall ist. Am südlichen Ende „wächst“ die Insel eher, da durch Strömung und Wind der Sand aufgehäuft wird.

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Durch und…
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…an der Dünenlandschaft vorbei um…
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…zum sogenannten „De Slufter“, einem Paradies für die Vogelwelt, zu gelangen!

Nach den vielen netten Informationen ging es weiter durch die Landschaft. Der nächste Stopp war direkt an Strand bei Paal 28, so heißen teilweise die Ausflugspunkte am endlosen Sandstrand. Dort konnte  ich bei schönem Wetter die rauhe Seeluft genießen! Die Strände schienen zu dieser Jahreszeit fast wie ausgestorben. Das empfand ich als sehr angenehm. Schön war’s.

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An der rauhen See.

 Danach surrte das Rad erstmal östlich durch das Landesinnere. Die Fietspads machten das radeln hier sehr bequem. Durch kleine Sträucherheine und Baumalleen wurde dies zu einem Vergnügen. Schnell erreichte ich das Dörfchen De Cocksdorp mit seiner schönen kleinen Kirche und gelangte von dort direkt auf den asphaltierten Deich. Das Wattenmeer sah dort eigentlich gar nicht so danach aus. Teilweise war das Wasser eher türkisfarben. Also ein wenig untypisch. Doch sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Man radelt dort ohne Abgrenzung auf dem Deich. Wenn man ausrutscht, rutscht man unweigerlich ins kühle Nass. Man sollte dort also nicht zu waghalsig fahren. Nach dem langen Stück, wieder südwärts,wo es ziemlich windgeschützt war, ging es dann auf der Landesinneren Seite weiter. Und sofort blies der Wind seinen rauhen Atem einem direkt ins Gesicht. Auch auf dem E-Bike musste man da doch ein wenig dagegen ankämpfen. Bald darauf ging es zwar wieder auf die andere Seite des Deiches, aber nur kurz. Denn dann ging es nun ins landwirtschaftliche Herz der Insel. Mittlerweile kamen rasch einige Regenwolken auf und der Himmel wirkte bedrohlich dunkel. Als die ersten Regentropfen kamen würde es Zeit eine Unterstellmöglichkeit zu finden.

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Unterstellen im Wartehäuschen.

Ein Bushaltestellenhäuschen schützte mich perfekt vor dem Regenschauer und nach einer halben Stunde war der Spuk auch schon wieder vorbei und ich konnte bei nur noch leichten Wolken weiter radeln. Es ging erst durch das richtig urige Örtchen Oosterend und seinen kleinen Gassen mit zwei, drei gemütlichen Restaurants und Kneipen. Ehe man sich versah war man schon wieder durch den Ort durch und befand sich auf asphaltierten Feldwegen wieder. Über das nun offene Land fegte der Wind nun kräftig und man musste schon ordentlich trampeln. Doch die gute Landluft tat den Lungen gut. Vorbei an Bauernhöfen, Feldern und Äckern ging es kreuz und quer durch die Landschaft. Nun wieder westwärts gewandt.

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Tolle Radwege im Inselinneren.
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De Cocksdorp
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Am Deich bei De Cocksdorp.
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Direkt auf dem Deich und am Wattenmeer!

Den größten Ort der Insel Texel, Den Burg , links liegen lassend, kam ich der Dünenlandschaft der westlichen Seite wieder näher. Durch die Dünen, die zum Nationalpark gehören, windet sich der Radweg und ist wunderbar zu fahren. An vielen Stellen lohnt sich ein Halt um auf schmalen Pfaden auch etwas in dieser tollen Landschaft zu wandern!

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Unterwegs sind immer einige schöne Rastmöglichkeiten zu finden!
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Da kann man sich kaum entscheiden wo man halten soll!
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Zum Schluss der Tour ging es wieder durch den National Paark Duinen van Texel!

Danach war es auch nicht mehr weit bis De Koog. 44 sehenswerte Kilometer hatte ich auf dem Tacho! Noch rechtzeitig vor Ladenschluss könnte ich das E-Bike problemlos wieder abgeben! 20€ plus 50€ Kaution empfand ich als einen fairen Preis! Ein Tag und eine Tour, die sich wirklich gelohnt haben!

Hier der Link zur gpx-datei zum nachfahren der Route!

 

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TOUR: Auf dem Fietssnelweg F35 & die Region Twente/NL

 

 Bei dieser Tour wollte ich zwei Dinge miteinander verbinden. Der Fietssnelweg F35 hat genauso eine Vorbildfunktion in den Niederlanden wie hierzulande der Radschnellweg RS1, der einmal das gesamte Ruhrgebiet durchqueren soll. Die „holländische“ Version soll von Enschede bis Almelo und von dort mit Abzweigung nach Vriezenveen bzw. Nijverdal führen.  Das wollte ich mir also unbedingt  einmal ansehen. Außerdem wollte ich auch gerne die Region Twente beradeln, von der ich schon einiges gelesen hatte. So ging es dann bei besten Wetter mit strahlend blauen Himmel los.

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Der Tau ist noch auf den Wiesen früh Morgens.

 Startpunkt war der Ort Epe bei Groningen,  kurz vor der niederländischen Grenze. Der Morgentau auf den Weiden in dieser ländlichen Idylle glänzte im Sonnenschein, die Luft war zu dieser Tageszeit noch recht frisch. Mein erstes Ziel für diesen Tag war Enschede in den Niederlanden, dort wo der F35 in der Nähe des Bahnhofs beginnt. Ich bahnte mir den Weg entlang von Feldern und Weiden bevor ich – schwupps – auch schon über der Grenze kam und entlang von Glanerbrug Richtung Enschede radelte. So als ob jemand den Schalter umgelegt hätte, so war da plötzlich eine wunderbare Radverkehrsinfrastruktur vor mir. Mal wieder staunend radelte ich über Straßen mit breit markierten Radwegen und fahrradfreundlichen Ampeln. Teilweise empfand ich zum Beispiel die Radwegführung an Straßeneinmündungen und größeren Kreuzungen – positiv gesehen – als ein wenig schwieriger  zu verstehen, weil ich solche tollen Konzepte in Deutschland bisher nicht erlebt habe. Doch es ist im Grunde ganz simpel und nach ein paar Minuten in diesen „Straßengewirr“ fällt es einem ebenfalls sehr leicht sich dort zurechtzufinden.

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Einstieg in den F35 in Enschede
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Start
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Das Logo des Fietssnelweg.

 Vorbei am Zentrum von Enschede mit seinen vielen Geschäften und Cafés und dem nahegelegenen Hauptbahnhof fand ich dann ohne Probleme den Anfang des Fietssnelweg F35. Ein roter Asphaltteppich empfing mich und mein Fahrrad. Der Radschnellweg führt parallel entlang der Eisenbahnlinie. Er ist wie bei einer Straße mit weißen, kurzen Linien in der Mitte markiert und hat eine Breite von 4 Metern. Also ausreichend Platz für Radfahrer. Ein Genuss dort mit dem Rad zu fahren. Doch schon nach relativ wenigen Metern erreichte ich auch schon das Ende des ersten Abschnitts, denn der Fietssnelweg ist leider noch nicht durchgängig befahrbar. Doch es wird ernsthaft daran geschraubt und gebaut.

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Am Ende des ersten Abschnitts.
Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Umleitungsschild des F35

 Um auf den nächsten Abschnitt zu gelangen waren meist vorbildlich angebrachte Umleitungsschilder installiert, denen leicht zu folgen war. Die Umleitungen führten selbstverständlich über vorhandene Radwege.

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Am Stadion vom FC Twente
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Optimal um das Stadion mit dem Rad zu erreichen.

 Am Stadion des FC Twente ging es dann wieder weiter auf dem F35. Über dem großzügig gestalteten Vorplatz und unter der Unterführung der Bahnlinie gelangte ich rechts ohne Probleme wieder auf dem Radweg. Die Anreise für sämtliche Fußballfans mit dem Fahrrad und der Bahn ist hier äußerst günstig gestaltet, denn hier wurde natürlich auch ordentlich Platz geschaffen um Fahrräder gut abstellen zu können. Das hat mir sehr gut gefallen. Unweit des Stadions sind außerdem die Universität von Twente,  eine Eisbahn sowie ein Shopping-Center beheimatet. Auch deshalb ist die Lage und die Führung des F35 hier optimal!

Ein Seitengleis ohne Drängelgitter überqueren
Ein Seitengleis ohne Drängelgitter überqueren
Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
In Richtung Hengelo.

 Kurz darauf kam ich dann nach Hengelo, wo man den Radschnellweg wieder verlassen und durch die Innenstadt radeln muss. Doch kurz darauf erreichte ich den nächsten Abschnitt des ehrgeizigen Projekts. Weiter entlang der Bahnlinie und vorbei an einem Klärwerk mit seinen Faultürmen kam ich dann zu einer sehr sehenswerten Brücke mit einer sehr gelungen Unterführung. Am besten sieht man das auf dem Foto. Gestalterisch erste Sahne und absolut vorbildlich für Radfahrer.

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Gelungene Streckenführung unter der Brücke hindurch.

 Leider hörte dort bei Borne aber der F35 bereits wieder auf und so musste ich wieder durch die nette Innenstadt dieses Dörfchens mit seiner schönen Kirche. Danach empfingen mich wieder Felder und Wiesen, von Autoverkehr nichts mehr zu spüren. Die Bahnlinie war unweit entfernt, doch der jetzt kommende Teil des Radschnellwegs war noch nicht fertig. Lediglich die rote Asphaltschicht war auf einem kleinen Stück aufgetragen, die Markierungen fehlten. Nach nur wenigen Metern endete dieser Teil des F35 vor einem Maisfeld. Bis Almelo geht der Radweg selber also noch nicht. Nur ein winziges Teilstück in Almelo selber existiert bereits. Bis dort fuhr ich aber dann nicht mehr, ich drehte vor dem Maisfeld um und begab mich nun auf den Rückweg. Allerdings jetzt durch die freie Natur, nicht mehr am Fietssnelweg gebunden.

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Außnahmsweise mal eine Straße überqueren.

 Mein Fazit bis hier hin und zu diesem Radschnellweg: es bleibt noch viel Arbeit zu tun. Doch die bereits fertigen Abschnitte sind vorbildlich gestaltet und sind einfach ideal für die allermeisten Pendler in der Region. Der Einzugsbereich der möglichen Pendler ist immens. Bequem kann man zügig seine Ziele in der Region erreichen und erleichtert das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad ungemein. In den Niederlanden gewohnheitsmäßig eh noch mehr als bei uns in Deutschland. Deutlich hebt sich der Fietssnelweg aus der Umgebung ab. Sein blau-weißes Symbol ist auffällig und an einigen Stellen auch auf dem roten Belag aufgetragen. Das ganze ist ein überaus ehrgeiziges Projekt, an dem noch viel getan werden muss. Tatsache ist aber, das die Niederlande und hier die Region Twente auch im Stande ist ein solches Projekt in die Tat umzusetzen! Die Erkenntnisse die bei diesem Projekt gewonnen werden, könnten auch beim Radschnellweg RS1 im Ruhrgebiet oder aber auch neuerdings in Berlin und vielen weiteren Städten ungemein helfen!

Hier einmal der Link zur offiziellen Seite des Fietssnelweg F35!

Fietssnelweg Radschnellweg Niederlande bikingtom
Entlang der Bahnlinie.
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Hier endet der Radschnellweg vor einem Maisfeld.

 Nun ging es über einsame und wunderbare Wege, vorbei an Feldern und Weiden. Auf den Wiesen lag frisch gemähtes Gras und wartete nur darauf von der Ballenpresse aufgesammelt zu werden. Ein kurzes Stück der Twickelervaart entlang kam ich zu einer kleinen, aber feinen Brücke, die aussah als ob sie aus einem Teil der Herr der Ringe-Filme entsprungen war. Ein Steg führte auf der anderen Seite in eine Moorlandschaft. Für Fahrräder allerdings nicht gedacht, entschloss ich mich nach einem Blick auf die Karte das Rad dort zu schieben, denn der Weg durch das Moor führte mich unweit wieder auf eine Straße. Ein sehr beschaulicher und schöner Ort um einmal richtig die Ruhe in der Natur zu genießen. Und das bei dem tollen Sonnenschein!

Radtour Niederlande bikingtom
Schöne Natur
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Wunderschön gelegen.

 Von der anderen Seite erreichte ich schnell wieder meine Ursprüngliche Route. Vorbei an der schönen und sehr alten  „Watermoolen Noordmolen“ die zu einer Rast einlädt ging es ein ganzes Stück durch die Wälder bis ich zum Twentekanaal kam. Das Ufer mit Schilf bewachsen, radelte ich dort einige Meter entlang, überquerte den Kanal über eine schmale Brücke und radelte weiter durch Feld, Wald und Wiese. Gerade die einsamen Wiesen hatten es mir bei dem Sonnenschein angetan und so machte ich eine kleine Pause und lag genüsslich in der warmen Herbstsonne. Herrlich!

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Am Twentekanaal.
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Wassermühle.
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Päuschen in der warmen Herbstsonne.
Durch Felder und Wiesen
Durch Felder und Wälder

 Voller Glücksgefühle fuhr ich weiter. Eine schöne Wasser-Mühle auf dem Weg durch die Weiden war auch „De Oldemeule“ mit einer alten einsamen Eiche davor. Ich bewegte mein Rad aber weiter. Ich passierte eine kleine Gedenkstätte eines abgestürzten Jagdgflugzeugs aus dem zweiten Weltkriegs, welche mit frischen Blumen und Wimpeln der Alliierten geschmückt war und kam in den schönen Ort Boekelo. Dort fuhr am Bahnsteig gerade eine alte Museumseisenbahn ein, an der einige alte Personenwaggons angekoppelt waren. Ein sehr schöner Anblick. Genau wie die Brauerei von Grolsch, die ebenfalls am Wegesrand lag.

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„De Olde Meule“
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Gedenkstätte.

Den Vororten von Enschede entlang radelte ich wieder in Richtung Grenze zu Deutschland. Die schöne Radinfrastruktur wurde auf heimatlicher Seite der Grenze nach und nach immer spartanischer. Ein kurzes Stück an der Bundestrasse B70 entlang stand dann dort ein kleiner Aussichtsturm, der einen Blick in die Landschaft des Hündfeldermoor/Amtsvenn erlaubt. Graugänse lagen dort versteckt im hohen Gras und warteten wohl auf den Aufbruch in wärmere Gefilde.

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Museumszug in Boekelo.
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Wieder heimwärts.
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Schmaler und versteckter Radweg.
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Blick in das Amtsvenn.

 Durch teilweise schmale Pfade, aber offiziellen Radwegen erreichte ich so nach knapp 85 Kilometern meinen Ausgangspunkt in Epe. Ein aufregender und schöner Radtag ging zu Ende.

 

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TOUR: Radurlaub in Gelderland/NL

Mein Radurlaub im Mai letzten Jahres führte mich in die Niederlande. Man hört ja immer eine ganze Menge über die fahrradfreundliche Infrastruktur dort. Jetzt wollte ich das mal mit eigenen Augen erleben und natürlich auch spüren.

Eine meiner Rundtouren führte mich also zum Startpunkt nach Uddel, ans „Uddelermeer“. Entstanden ist dieser See in einer der letzten Eiszeiten. Von dort ging es entlang einiger Felder bis zum nächsten Ort nach Garderen. Beim dortigen Bäcker kaufte ich ein paar Backwaren für unterwegs. Also wieder aufgesessen und ab dafür. Der Weg führte mich direkt in den wunderschönen „Speulderbosch“. Der Radweg war so exzellent zu fahren, das meine Euphorie bei diesem auch passenden Wetter schon nach wenigen Kilometern überschwänglich wurde. Kein Mensch weit und breit. Nur der Wald, mein Rad und ich. Ich musste anhalten um einmal diese wunderbare Ruhe und Stille zu genießen. Die Waldluft tat ihr übriges. Ein tolles Gefühl.

Einladung zur Pause
Einladung zur Pause
Baumkronen

Nach dem Örtchen Drie ging es weiter durch den Wald, die Sonne blitzte durch das Blätterdach. So radelte ich unbeschwert dahin, genoss die Schönheit des Waldes und erfreute mich am Dasein. Ich war zwar sehr beschwingt, musste aber dann glatt noch einmal an einer schönen Bank am Wegesrand halt machen um diesen inneren Frieden tief aufzusaugen. Nach ein paar Kilometern kam ich dann in den nächstgrößeren Ort Putten. Eher umfuhr ich ihn anstatt mittendurch zu brausen. Ich kam an unheimlich schön gelegenen, feinen Hotels vorbei, umgeben von kunstvoll gestalteten Parks, für jedermann zugänglich.

Ein Radweg mitten durch die Wiesen
Ein Radweg mitten durch die Wiesen
„Fietspad“ – welch‘ schöner Name

Weiter ging es durch reine Fahrradstrassen, links und rechts für unsereins typische  Holland-Häuser. Alle sehr hübsch mit gepflegten Vorgärten. Ich überquerte die Autobahn 28 und stieß so kurz darauf das erste mal auf Wasser, dem „Nuldernauw“, einem schmalen, sogenannten Randsee. Dort ist ein beliebtes Erholungsgebiet u.a. mit einigen Campingplätzen und Wassersportmöglichkeiten. Die sind allerdings nördlich noch etwas besser, denn dort am „Wolderwijk“ wird das Wasser dann doch etwas breiter. Ich fuhr also am besagten Wasser entlang, das die Grenze zwischen den Regionen Gelderland und Flevoland bildet. Nachdem ich die Campingplätze hinter mir gelassen habe, war am Uferrand auch wieder etwas mehr Natur zu sehen, wie z.B. einige Schilfflächen.

Lauschiges Plätzchen kurz vor Harderwijk
Lauschiges Plätzchen kurz vor Harderwijk

Ich kam dem Ort Harderwijk nun immer näher. Am Ortsrand gab es dann am Radweg ein sehr nettes Plätzchen am See. Eine – was auch sonst – prima Bank lud zum Päuschen ein. Bei Sonnenschein und bei leichten Plätschern der Wellen am Ufer konnte ich mich bestens stärken. Erfrischt und fröhlich radelte ich dann entlang der kleinen Promenade bis in den Ort. Dort an der Uferpromenade ließen einige Leute ein paar Drachen steigen, der Wind reichte völlig dafür aus. In kleinen Cafés saßen die Leute und genossen das Wetter und das Leben, genau wie ich.

Ein Stück der Stadtmauer von Harderwjik an der Uferpromenade
Ein Stück der Stadtmauer von Harderwjik an der Uferpromenade

Weiter ging es jetzt durch den Ort, das Wasser lag nun wieder hinter mir. Kurz vor dem Ortsende führte mich eine hervorragende, reine Fußgänger- und Radlerbrücke über eine vielbefahrene Hauptstrasse. Ach wenn es so was doch auch mal öfters in heimischen Gefilden geben würde.

Ein Traum vieler Radfahrer - zumindest in Deutschland
Ein Traum vieler Radfahrer – zumindest in Deutschland

Ich bog links ab, der Weg wurde kurzzeitig etwas schlechter – kaum zu glauben. Doch dann wusste ich plötzlich ganz genau, das dieser Weg sich defintiv  lohnte. Ich kam zum „Beekhuizerzand“, einem ca. 200 ha großen, sogenannten Treibsandgebiet. Ich weiß zwar nicht, ob man dort wirklich in Treibsand versinken kann, aber die Gegend ist wunderschön. Der Radweg ist asphaltiert und führt am Rand des Sandes vorbei. Rings um das Gebiet ist viel Kiefernwald. Außerdem kann sich das Gebiet schon mal bis auf 40 Grad aufheizen

Ein wunderschönes Fleckchen
Ein wunderschönes Fleckchen

und Teile werden auch als Übungsplatz des niederländischen Militärs genutzt. Trotzdem ist der Schlenker durch diese Gegend empfehlenswert. Infotafeln stehen ebenfalls am Wegesrand und erzählen etwas über Flora und Fauna. Und was hab ich dort gemacht? Natürlich eine Pause. So was muss man einfach genießen, es wäre viel zu Schade dort einfach durchzubrausen.

Und der Radweg mittendurch...
Und der Radweg mittendurch…

Vom offenen Terrain ging es dann in den „Leuvenumse Bos“, die Landschaft zählt als ein Naturmonument. Heideflächen – hier auch „Cyriasisches Feld“ genannt, nach der Amsterdamer Familie Cyriack – wechseln sich ab mit Laub- und Kiefernwäldern. Auch Erlen und Weiden  wachsen in dieser herrlichen Landschaft.

Wege durch eine herrliche Landschaft
Wege durch eine herrliche Landschaft

Bei Ermelo kratzte ich die Kurve und radelte jetzt, nach 55 km, durch eine weitere Heidelandschaft. Diesmal durch die „Ermelosche Heide“. Hier gibt es auf Grund des Naturschutzes keine asphaltierten Wege. Aber das macht nichts, man kann trotzdem bequem durch die Natur cruisen. Außerdem gibt es dort, durch Heidekraut bewachsene, relativ flache Erdwälle eines alten römischen Militärlagers zu sehen. Man kann die Begrenzungen dadurch noch ganz gut erkennen. Eine Infotafel und eine große Statue aus Stein erinnern und informieren über diese Begebenheit.

Wo einst die alten Römer hausten
Wo einst die alten Römer hausten

Eigentlich wollte ich von diesem Punkt  aus ziemlich direkt wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Doch wie bereits erwähnt, meine Euphorie und Lust mit dem Rad zu fahren war noch ungebremst. So entschloss ich mich mein Rose-Bike noch ein bisschen weiter auszuführen. An diesem Tag passte einfach alles zusammen.

Umweltschonender Rasentraktor
Umweltschonender Rasentraktor

Deshalb rollten wir beide jetzt vorbei an saftigen Weiden, durch kleine Wäldchen und erfreuten uns an der lieblichen Natur. An der „Elspeetschen Heide“ machte ich noch einmal ein kurzes Päuschen und dachte ein wenig über den vergangenen, wunderbaren Radtag nach. Es gab wirklich eine ganze Menge zu sehen. Die Runde war sehr abwechslungsreich gewesen und man bekam viele Eindrücke aus diesen Teil Gelderlands geboten. Mit einem Lächeln stieg ich wieder aufs Rad und fuhr die letzten Kilometer über Elspeet bis nach Uddel. Das Tacho zeigte 78 Tageskilometer an.

Wo man über den vergangenen Radtag sinnieren kann...
Wo man über den vergangenen Radtag sinnieren kann…

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