Uuups…ein Weilchen her, dass ich einen reinen Beitrag geschrieben habe, außer den Mitteilungen, wann einer meiner nächsten Afterworkrides stattfindet. Wollen wir das doch mal wieder etwas ändern. Und evtl. habe ich hier etwas, was euch interessieren könnte.
Das nächste Abenteuer steht nämlich vor der Tür und ich möchte euch etwas bei meiner Vorbereitung mitnehmen. Dabei geht es um das Anfang Mai in Portugal stattfindende „Gravel Birds“. Ein noch etwas unbekannteres Gravel-Event, bei dem es unterschiedliche Streckenlängen von 350 km, 750 km und 1000 km gibt. Ich habe mich für die mittlere Distanz entschieden. Wie ihr wisst, brauche ich immer Bilder im Kopf, die mich fesseln und den berühmten „Will-ich-machen“-Effekt auf mich ausüben. Treffer.
„Gravel Birds“
In einer atemberaubenden Landschaft, viel durch landschaftliche Schutzgebiete (so erklärt sich der Name Gravel Birds also), geht es über staubige Schotterpisten, vorbei an sonnengetränkten Feldern, durch pittoreske Dörfer und sandige Abschnitte am Meer entlang. Das Gravel-Herz macht bumm-bumm-bumm, während dir die Sonnenstrahlen den Nacken bräunen und du an deinem Trinkschlauch Wasser nuckelst. Epische Erlebnisse in grandioser Landschaft, die einem auf ewig im Gedächtnis hängenbleiben. So meine verklärt-romantische Vorstellung von dem, was da kommt.
Doch bevor es so weit ist und der Gravelride dieses Ultracycling Events losgeht, heißt es, sich vernünftig vorzubereiten. Ich bin tatsächlich sehr entspannt, gar nicht so aufgeregt, wie es sonst der Fall war. Ob es mittlerweile die Erfahrung ist, weiß ich nicht. Klar, die Vorfreude ist riesig, aber was Training und Ausrüstung angeht, geht es relativ unaufgeregt bei mir zu. Wahrscheinlich nur die Ruhe vor dem Sturm, bevor es kurz vorher wieder hektisch wird.
Erste Gedanken zum Equipment
Ich werde mit meinem Rose Backroad nach Portugal aufbrechen. Auch, wenn mittlerweile ein waschechtes Race-Gravelbike Einzug im Stall gehalten hat (davon an anderer Stelle demnächst mehr), ist das Backroad bei diesem Event meine erste Wahl. Mittlerweile auf 1by umgerüstet, wird es mich mit einem 38er-Kettenblatt und 10-46er Kassette durch die Landschaft und über die etwas über 8000 Hm tragen.
Eigentlich wollte ich vor kurzem mein Profile Design-Auflieger noch gegen einen anderen von Deda tauschen, habe mich aber mittlerweile dagegen entschieden. Der Profile Design passt mir mit 7 cm-Spacern recht gut, die Wireless-Blips von Sram habe ich mithilfe einer Leaps-Halterung in die Endstopfen des Aufliegers untergebracht. Das ist erstens aufgeräumter, hält wunderbar nach erster Testfahrt und die Gänge sind weiterhin für mich gut zu bedienen.
Ein weiterer Grund mein Rose Backroad zu nehmen, liegt auch darin, weil ich hier die Aerobar montieren kann. An dem Gravel Racer habe die Möglichkeit aufgrund des aerooptimierten Lenkers nicht bzw. wäre eine Lösung sehr kostspielig und da sehe ich dann nicht den Vorteil. Zumal ich Gravel Birds zwar zügig, aber nicht im Renn-Modus fahren möchte. Zu schön ist die Landschaft, um einfach hin durchzurasen.
Das weitere Equipment rund um und am Gravelbike schwebt mir bereits vor. Natürlich soll es wieder so minimalistisch wie möglich sein. Durch die – hoffentlich – wärmeren Gefilde kann größtenteils auf wärmere Klamotten verzichtet werden. Die Nächte im Mai können jedoch noch recht kühl werden.Am Ende muss ich das kurzfristig nach der Wetterprognose entscheiden oder kann hoffentlich einiges daheim lassen. Dementsprechend wird sich noch zeigen, welches Taschen-Setup ich benötige.
Beim Reifen-Setup möchte in den bestmöglichen Kompromiss von Schnelligkeit und Gripp eingehen. Die Pfade sind in Portugal eine Mischung aus sauschnellen feinem Schotter, als auch teilweise ruppigem Geläuf. Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung beim Graveln in dem Land gewesen. Bei trockenen Verhältnissen würde ich daher bislang auf den Schwalbe G One RS Pro setzen wollen, bei feuchterer Angelegenheit auf den Schwalbe G-One R Pro. Es kann aber auch eine Kombi aus beiden werden. Wenn ihr mit den Reifen oder der Kombi Erfahrung habt, schreibt es gerne in die Kommentare.

Das ist Gravel Birds
"Gravel Birds" ist ein selfsupported Gravel- und Bikepacking-Event im Süden Portugals. Start- und Zielort ist die Stadt Castro Verde in der Region Alentejo. Es handelt es sich nicht um ein Etappenrennen mit Begleitfahrzeugen oder Versorgungsstationen, sondern die Teilnehmenden planen ihre Versorgung, Übernachtungen und Strategie eigenständig und bewegen sich überwiegend auf unbefestigten Wegen durch abgelegene Landschaften (selfsupported).
Das Event führt durch die weiten Ebenen des Alentejo, über die Hügel der Serra do Caldeirão und teilweise bis an die Küste des Atlantischer Ozean. Der hohe Offroad-Anteil macht das Rennen technisch anspruchsvoll und landschaftlich besonders reizvoll. Zur Auswahl stehen mehrere Distanzen: eine kürzere Route mit rund 350 Kilometern, die sich gut als Einstieg eignet, die „Classic“-Strecke mit etwa 750 Kilometern als Hauptchallenge sowie eine rund 1.000 Kilometer lange XL-Variante. Je nach Distanz kommen mehrere tausend Höhenmeter zusammen, was neben Ausdauer auch eine gute Kletterfähigkeit erfordert.
Gravel Birds wurde erstmals im Jahr 2022 ausgetragen und hat sich seitdem als fester Termin im europäischen Bikepacking-Kalender etabliert, gilt dennoch immer noch als Geheimtipp. Im Mittelpunkt stehen nicht nur sportliche Leistung und persönliche Grenzen, sondern auch Gemeinschaft, Naturerlebnis und die Entdeckung einer weniger bekannten, ursprünglichen Seite Portugals.
Das betrifft auch das Zelt, denn eigentlich möchte ich das MSR Hubba Hubba-Bikepacking-Zelt mitnehmen, den Überwurf aber weglassen, sodass ich quasi nur einen Insektenschutz über mir habe. Das würde mir reichen. Zumal alles sehr schnell auf- und abgebaut wäre. Aber wie bereits erwähnt, sind die Temperaturen in der Nacht entscheidend. Also abwarten.
An sich habe ich für Gravel Birds genügend Zeit, die 750 km zu absolvieren. Dennoch reizt es mich einen gewissen Anteil auch durch die Nacht zu fahren. Daher wird meine Lupine SL Nano SF-Leuchte wieder erste Wahl sein, ich suche jedoch noch nach einer anständigen Helmlampe, die mir gerade bei nächtlichen Abfahrten den Weg großzügig ausleuchten soll. Auch hier gilt: Wer noch Tipps parat hat, schreibt es gerne in die Kommentare.
Sobald meine Equipment-Liste sich genauer füllt, werde ich sie euch hier im Detail hier vorstellen. Im nächsten Artikel erzähle ich euch über meine Gedanken zum Streckenverlauf. Der ist offiziell noch nicht vorgestellt, aber die Strecke vom letzten Jahr dürfte einen Anhaltspunkt bieten, was da auf mich zukommt.