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MOMENTE

Der Ruhrpott – Unendliche Weiten

So zumindest fühlt es sich für mich an, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Straßen des Potts fahre. Obwohl ich hier schon so viel gesehen habe gibt es trotzdem bei jeder Radtour immer Neues zu entdecken. Und momentan hat mich dieses spezielle Entdeckungsfieber gepackt. Doch was macht diese Industrielandschaft so spannend? Mit Sicherheit sind es die Menschen und die Geschichte des Ruhrgebiets. Hier, wo einst genau das Herz des Kohlebergbaus schlug, gibt es diesen einzigartigen Menschenschlag. Das Püllecken Bier nach getaner Maloche, das Büdchen, wo es belegte Brötchen und Kippen gibt, der Schrebergarten als Oase des kleinen Mannes…ach, es gibt noch viele weitere typische Klischees des sogenannten „Homo Ruhri“. 

 

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Eine alte Tankstelle, Sinnbild alter Zeiten, an der berüchtigten und vielbefahrenen Gladbecker Strasse in Essen. Nun ein Highlight für Radfahrer, da ein Radweg teilweise direkt daran vorbeiführt. 

 

Das Ganze garniert auf dem Rücken des Fahrrads zu betrachten, ist eine unheimlich interessante Möglichkeit den Pott selber einmal ganz anders kennenzulernen. Ich selber mache dies selber momentan sehr gerne sonntagmorgens. Warum das? Ganz einfach. In den unzähligen Industriegebieten ist Sonntags so gut wie nichts los. Kein Lärm, keine LKW’s, leere Straßen. Das erlaubt mal eine ganz andere Perspektive auf die Firmen-Ansiedlungen und auf die Werksgelände. Und manchmal sind es Kleinigkeiten, die genau dort herausragen und einen gewissen Charme ausstrahlen. Ansichten, die man werktags nie bekommen würde. Da wagt sich kein normaler Radfahrer auf eine Tour durch die Lastwagen-Kolonnen, den Dreck, Staub und hohen Lautstärkepegel. Aber dort am Wochenende einmal herumzukurven bringt manchmal Erstaunliches zu Tage. 

 

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Nein, das ist nicht in Hamburg, sondern mitten in einem Industriegebiet im Duisburger Hafen.

 

Das Ruhrgebiet hat aber seine dreckigste Geschichte hinter sich gelassen. Der Kohlenstaub, der sich einst auf die frisch gewaschene Kleidung auf der Wäscheleine legte, ist längst passe. Okay, heute gibt es mancherorts massive Feinstaubprobleme durch den immensen Autoverkehr, aber davon mal abgesehen ist der Pott trotzdem doch ziemlich grün geworden. Besonders gut kann man das hier von den diversen Halden aus beobachten. Die alten Abraum-Halden sind beliebte Ausflugsziele und Naherholungsgebiete für die Menschen geworden. Manchmal ist oben auf den Halden eine Kunst-Installation zu sehen, auf anderen wiederum erobert sich die Natur ihren Raum. Aber von den allermeisten hat man einfach eine prima Aussicht auf das Ruhrgebiet und all das Grün. Man kann so viele bekannte Wahrzeichen des Potts von dort oben erkennen. Tipp: besonders die Halden, die eher unbekannter sind, lohnt es mal zu erkunden.

 

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Blick von der Halde Hühnerheide, nicht ganz so bekannt. Oberhausen.

 

Unter diesem Grün gibt es mancherorts aber noch „mehr“ Ruhrgebiet zu entdecken. Verlassene Gebäude und Orte, dem Zerfall preisgegeben. Darunter auch große Gelände wie der eines alten Güterbahnhofs. Teilweise irgendwie unheimlich, aber auf eine Art auch sehr faszinierend. Alte Bergbausiedlungen mit ihrer typischen Architektur. Manchmal neu herausgeputzt, ein anderes mal scheint dort die Zeit einfach stehengeblieben zu sein. Fabriken, in denen heute Vögel nisten anstatt das etwas produziert wird. 

 

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Schicker Baustil, aber etwas heruntergekommen. Bochum.

 

Zusätzlich gibt es überall noch versteckte Schleichwege zu finden. Manchmal fast überwuchert, hin und wieder skurril wenn man zum Beispiel urplötzlich dicht an einer Autobahn vorbeifährt. Oftmals scheinbar unbekannt und weiß der Geier von wem die vor langer Zeit angelegt wurden. Das habe ich mich schon oft gefragt, wenn ich solche Pfade gefunden habe. Und womit kann man das alles am besten erkunden? Richtig! Natürlich mit dem Fahrrad!

 

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Kleine Schleichwege findet man, wie hier in Bottrop, sehr oft im Ruhrpott.

 

Diesen Charme, aber auch Mortalität möchte ich euch hier einmal vorstellen mit ein paar Fotos. Aus meiner Ecke des Potts. Ich finde das wahnsinnig aufregend. Es lohnt sich auch einmal abseits der beliebten Touristen-Pfade zu radeln. Die Geschichte dieser Region lässt sich so prima erforschen. Man kann viele Details entdecken, die kaum jemand beachtet. Seien es Ornamente an alten Gebäuden oder kleinere Denkmäler, die jemanden aus der Umgebung gewidmet wurden. Dadurch kann man viele interessante Informationen erhalten. 

 

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Mitten auf einem Weg liegt dieser Grabstein! Oberhausen.

 

Bewußt auf solche Details auf einer Radtour zu achten, das kann den eigenen Horizont durchaus erweitern. Spaß macht das definitiv. Und das ganz bestimmt auch in all den anderen Regionen Deutschlands. Also immer neugierig bleiben…viel Vergnügen, klickt doch mal durch und holt euch Anregungen für eure nächste Radtour 😉

 

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