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INTERVIEW

Im Interview mit Torsten Abels zur CYCLINGWORLD 2019

Ja, da ist zuerst wieder die Sache mit der möglichen Werbung. Ich bin verpflichtet dies zu kennzeichnen. Nennt es wie ihr wollt, Hauptsache ihr habt Freude an diesem Artikel. Also: ACHTUNG! KÖNNTE WERBUNG BEINHALTEN! 😉 Pssst…Tipp…am besten bis zum Ende lesen…da gibbet dann noch was…

 

Am 23. und 24. März 2019 ist es wieder soweit. Die CYCLINGWORLD in Düsseldorf öffnet ihre Tore im altehrwürdigen Areal Böhler dann zum dritten Mal. Eine Fahrrad-Messe, die sich auf die Fahnen geschrieben hat „Europas neue Ausstellung für feinste Radkultur“ zu sein. Und das kann ich so nach meinen ersten Besuchen in den letzten beiden Jahren definitiv bestätigen. Diese Messe ist anders. Das Wort „Radkultur“ wird groß geschrieben. Denn hier trifft alter Stahl auf neuen Stahl. Raritäten und Nostalgie kommen mit modernen, innovativen und design-orientierten Produkten zusammen. In einer Form, die es bisher so europaweit noch nicht gab. Für mich und wahrscheinlich auch für viele andere Besucher, die dieses Format schon einmal besucht haben, war auch der zwanglose und relaxte Austausch mit den Ausstellern ein absolutes Plus bisher. So entspannt geht es sonst kaum auf einer Messe zu!  Und so ist es kein Wunder, das die CYCLINGWORLD sich zurecht gerade zu einem der Hot-Spots der Fahrradbranche mausert! Ich war jedenfalls von den ersten beiden Ausgaben total geflasht und sie gehört bereits jetzt zu meinen absoluten Highlights des Jahres!

 

Cyclingworld

 

Der Charme dieser Fahrrad-Messe liegt auch in der gewollt bunten Ansammlung und Zusammenwürfelung an Ausstellern, die in den einzigartigen Industrie-Hallen versammelt sind. Dieses Jahr werden rund 300 davon aus rund 20 Nationen erwartet. Die Nachfrage ist so groß, das die CYCLINGWORLD um weitere 2500 Quadratmeter vergrößert wurde. Aber nicht nur das, auch die Side-Events lassen aufhorchen. Da wird es wie bereits im letzten Jahr neben dem Cyclocross-Race und dem Cargobike-Cup nun auch noch ein Single-Speed-Rennen geben. Dazu gibt es noch Ausfahrten, die große BROSE-Demoworld mit zahlreichen Möglichkeiten Fahrräder in einem großen Parcours zu testen und ein tolles Bühnenprogramm. Weiterhin gibt es noch die Verleihung der CYCLINGWORLD AWARDS, wo die Abstimmung momentan noch läuft. Uff, da bleibt einem erstmal die Spucke weg. 

 

Cyclingworld
Die Gesichter hinter der CYCLINGWORLD: Torsten Abels (l.) und Stefan Maly

 

Grund genug also, um mit einem der beiden Projektleiter einmal über das Gestern, das Heute und die Zukunft zu sprechen. So nahm sich Event-Manager Torsten Abels bei schönstem Sonnenschein in einem netten Café in einem schicken Düsseldorfer Szene-Viertel extra Zeit, um mir ein paar Fragen zu beantworten. 

 

Nur wenige Wochen sind es noch bis zum Start der dritten CYCLINGWORLD. Kannst du noch ruhig schlafen oder sind die Nächte kurz?

„Nee, alles gut. *LACHT* Die Tage sind kurz, weil du dich um die Aussteller kümmern musst. Es fehlt mal hier, mal da eine Info. So musst du halt viel schreiben und telefonieren. Was aber gar nicht so verkehrt ist, weil du so noch mal den persönlichen Kontakt vor der Messe hast. Ruhig schlafen können wir aber auf jeden Fall.“

Habt ihr den Wetter-Gott auch für dieses Jahr wieder auf eure Seite ziehen können?

*GRINST* „Das wäre natürlich das Idealste, aber andersrum wäre es natürlich mal interessant alles bei schlechterem Wetter zu machen,  um einfach mal zu sehen, ob die Abläufe dann stimmen. Ich glaube aber, das wir keinen Wintereinbruch mehr bekommen. Und die ganze Demo-Area im Regen muss ja auch nicht sein. Deshalb wäre mir schon gutes Wetter lieber.“

 

„Bei uns siehst du wahrscheinlich nicht, was du sonst überall siehst.“

 

Bisher habt ihr ja selber weltweit nach ungewöhnlichen, besonderen und faszinierenden Ausstellern gesucht. Macht ihr immer noch die Akquise selber oder rennen euch die potentiellen Aussteller mittlerweile von alleine die Bude ein?

„Wir haben diesmal wieder rund 30 Aussteller mehr dabei. Fast 300 Brands!  Und wir haben jetzt immer noch Anfragen. Das ist schon irgendwie irre. Bei uns siehst du wahrscheinlich nicht, was du sonst überall siehst. Wir werden durch Mundpropaganda der zufriedenen Aussteller der letzten beide Jahre schon ein wenig weitergegeben. Das wir empfohlen werden merken wir deshalb definitiv. Ich glaube, die Art der Akquise, so wie wir sie machen, werden wir auch weiterhin beibehalten. Ich freue mich jetzt schon auf die Messen der nächsten Monate in Utrecht, Berlin oder sonst wo um  a) Aussteller wiederzutreffen und b) mich denen vorzustellen. Es war letztes Jahr wirklich so, das sie davon begeistert waren, das wir einfach mal kurz Hallo gesagt haben. Und ich glaube, das macht uns auch so ein bisschen aus, das wir das ganze tatsächlich auf einer persönlichen Basis laufen lassen. Wir sind die direkten Ansprechpartner, da ist kein anderer dazwischen. Deshalb können wir bei Problemen auch immer sofort helfen. Ich glaube, das hast du bei vielen anderen Messen nicht.“

Und das kaufe ich Torsten auch ab. Wenn man ihm zuhört, wie er über die Beziehung zu den Ausstellern spricht, schwingt keinerlei Überheblichkeit mit, sondern ernstes Interesse an deren Produkten und den Menschen dahinter. Diese Symbiose scheint ein sehr wichtiges Rädchen im „großen Ganzen“ dieser andersartigen Fahrrad-Messe zu sein! Das überträgt sich meiner Meinung nach auf das Konzept der gesamten CYCLINGWORLD. Sie weiss dadurch zu begeistern. Das zeugt für ein feines Gespür von Torsten und Stefan. Das ist es, was anderen vielleicht manchmal fehlt. Den Vibe auf die Besucher zu transportieren. Mit tollen Rädern, ungewöhnlichen Produkten, interessanten Themen und Ausstellern, die diese Messe verstanden haben und dadurch bereichern.

 

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Außergewöhnlich. Das beschreibt die Messe gut.

 

Sagt ihr auch mal NEIN zu einem Aussteller, weil er nicht zum Konzept passen könnte?

„Letztes Jahr hatten wir so 4-5 fahrradfremde Sachen dabei, die haben wir jetzt rausgenommen. Es ist aber auch nicht so das wir die Halle füllen müssen. Eher ist es so, das wir Anrufe kriegen und uns gesagt wird: „du, Torsten, wir haben uns überlegt doch noch zur Messe kommen. Wir haben ja drüber gesprochen…“ Und ich sag dann: Ja nee, is klar,…dann kommt!“ *LACHT* 

Gibt es besondere Kriterien für eure Auswahl?

„Ich für mich persönlich habe mein eigenes Kriterium.  Das heisst, da wo ich bei Ausstellungen stehen bleibe und was mich gefangen nimmt, da geht direkt bei mir der Alarm an. Das wird für mich sofort interessant. Du merkst es aber auch direkt bei der ersten Ansprache der Leute, ob sie die Richtigen sind für die CYCLINGWORLD. Einmal natürlich vom Produkt her, aber auch von der Person, ob sie das Konzept unserer Messe versteht.“

 

„Viele Leute sind der Meinung, dass wir was Gutes machen und das ist für uns ein prima Gefühl.“

 

 

Die ersten beiden Ausgaben der Messe waren bereits ein voller Erfolg. Und auch die kommende CYCLINGWORLD scheint noch einmal einen drauf zu legen. Wie schwer ist es den Charme dieser außergewöhnlichen Messe zu bewahren und nicht als 08/15-Messe wahrgenommen zu werden?

„Wir sind erst am Anfang. Natürlich war es bisher ein Erfolg, aber ich würde mir trotzdem noch ein paar mehr Besucher wünschen. Noch haben wir bisher mehr investiert und insofern müssen wir da auch weiter nach vorne denken. Vielleicht ist es aber auch gar nicht verkehrt, das wir weiterhin nicht die ganz großen Global Player dabei haben und wir eher gesund wachsen. Es ist mit Sicherheit charmanter und auch vielfältiger so wie wir es jetzt haben. Sehr geil war letztes Jahr, als wir Freitag Abends noch so einen kleinen Umtrunk für die Aussteller gemacht haben. Als jemand von ihnen zu dem Stand kam, an der wir die Bierchen ausgeschenkt haben, meinte er: wir machen ja viele Messen, aber ich habe jetzt gerade auf dem Weg hierhin so viele Sachen gesehen, die ich noch nie gesehen habe! Ich freue mich jetzt schon richtig drauf! Und das ist so eine Aussage, wo ich sage: genau das ist es eigentlich! Wenn er sieht das wir anscheinend eine gute Akquise und einen guten Job gemacht haben ist es genau das was wir wollen. Da bin ich auch echt stolz drauf das wir meines Erachtens geile Sachen zusammengesucht haben, wir es uns nicht einfach gemacht haben und stattdessen den harten Weg gegangen sind.“

 

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Stilvolle Bikes sind ein Erkennungsmerkmal der CYCLINGWORLD.

 

Wenn du die ersten beiden Ausgaben Revue passieren lässt, woran erinnerst du dich am liebsten und welchen Moment verdrängt du lieber gerne?

„Einen schrägen Moment, den ich am liebsten verdrängen würde, weiss ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich war eher bei der ersten CYCLINGWORLD verwundert, wie leicht das alles ging. Es lief irgendwie von ganz alleine. Ich arbeite seit 25 Jahren bei Events und bin eigentlich immer der Problemlöser. Aber es kamen keine Probleme! Das haben wir wohl anscheinend gut gemanagt. Und das, obwohl wir ja fast im Grunde nur zu zweit sind! Alles, was du nach außen siehst sind Stefan Maly und ich! Das ist schon cool und es ist schon spannend das alles wachsen zu sehen. Viele Leute sind der Meinung, dass wir was Gutes machen und das ist für uns ein prima Gefühl.“

Kommen wir zur aktuellen CYCLINGWORLD 2019. Auf was darf der Besucher diesmal besonders gespannt sein? 

„Da haben wir zum Beispiel das „Mountainbike-Museum“ aus Arnheim. Eine sehr geile Sache. Oder aber auch legendäre Firmen wie Campagnolo und Bianchi aus Italien! Wir haben dazu noch das Forum, wo der CYCLINGWORLD AWARD vergeben wird und wo eine Live-Übertragung des Radrennens „Mailand-Sanremo“ gezeigt wird. Neu ist zum Beispiel auch die Kinder-Welt von Puky mit einem schönem Kinder-Parcours. Weiterhin gibt es  im Außenbereich am Samstag ein Fixie-Rennen, noch vor dem Cyclocross-Rennen. Sogar diverse Ausfahrten gibt es. Eins sogar extra nur für die Ladys! Ach, und  es gibt noch so viele kleine und schöne Sachen. Etliche Räder, Accessoires und Lifestyle-Designobjekte. Die Besucher werden immer aufs Neue überrascht sein, wenn sie durch die Halle schweifen! Sie müssen jetzt einfach nur dahin kommen und sehen, dass das eine tolle Sache ist.“

Cyclingworld,Areal Böhler
Noch sind die Hallen leer…aber bald gibt es hier feinste Radkultur zu bestaunen.

Gibt es einen Aussteller, auf den ihr euch selber besonders freut, weil ihr es geschafft habt ihn nach Düsseldorf zu lotsen?

„An Campagnolo waren wir zum Beispiel wirklich schon lange dran. Wir freuen uns deshalb sehr auf die Italiener! Oder aber auch Argon18 ( aus Kanada, d. Red. ) ist da. Es gibt noch so viele weitere, kleine Aussteller, auf die wir uns aber wirklich genauso freuen!“

Versteht sich die CYCLINGWORLD auch so ein wenig als Trendsetter zum Thema „Mobilität“ im urbanen Lebensraum? Gibt es da Dinge, auf die ihr deshalb besonders achtet? 

„Nicht wir sind die Trendsetter, sondern die Jungs, die bei uns ausstellen. Wir sammeln nur interessante Ideen. Vielleicht auf eine andere Art und Weise dargestellt. Wir haben an Ständen alles irgendwie so durchgemischt, so das der Besucher quasi genötigt ist sich alles zu erarbeiten und überall durchzugehen, nicht nur in die E-Bike oder Cargobike-Ecke. Dadurch hat jeder Aussteller was davon und steht auch nicht in direkter Konkurrenz zu seinem Nachbarn. Aber Trendsetter sind definitiv die Aussteller.“ 

 

Argon18,CYCLINGWORLD,bikingtom
Aussteller auch jenseits des Teichs werden kommen, wie zum Beispiel Argon18 aus Kanada!

 

Für mich persönlich könnte ich fast sagen, das tatsächlich DOCH die Messe eine Art Trendsetter im weitesten Sinne des Wortes zu sein scheint. Dadurch, was die beiden sich auf die Messe-Fahnen geschrieben haben, nämlich „Messe für feinste Radkultur“ zu sein, ist mein Interesse eben genau auf diese Radkultur geweckt worden. Es gibt nicht nur das Radfahren an sich, sondern Radfahren ist noch so viel mehr. Radfahren ist/ sind Menschen, Geschichten, Rituale, Legenden, Freundschaft, Schweiß, Zusammenhalt, Abenteuer, Frieden und, und, und… Doch kommen wir noch einmal in die Jetzt-Zeit zurück.

 

Cyclingworld,bikingtom
Klasse statt Masse.

Um E-Mobilität kommt man ja heute nicht mehr herum. Für manche scheint es ein Segen zu sein, andere verfluchen diesen Trend. Wie stehst du dazu?

„Das nimmt meines Erachtens gar nicht mehr so massiv zu. Es sind mittlerweile viele gute Produkte auf den Markt. Man muss zwar mal weg von dem Akku unterhalb des Gepäckträgers, es muss irgendwie „stimmiger“ werden. Aber das Thema E-Mobilität ist trotz allem nicht mehr von der Hand zu weisen! Und der Weg ist auch richtig! Mein Zugang dazu ist zwar relativ neutral. Klar bin ich bereits auch schon ein paar mal E-Bike gefahren und finde das schon cool. Aber ich fahre tatsächlich noch ein normales Fahrrad!“ *LACHT*

 

„Wir haben noch ganz viele Konzepte und Ideen im Kopf.“

 

Ab geht’s in die Zukunft. Wo seht ihr die CYCLINGWORLD in 5 Jahren?

„Das Ganze verfolgt eine langfristige Planung und Idee. Ziel ist es vielleicht, irgendwann mal die kompletten 20.000 Quadratmeter zu bespielen, momentan sind es 14.000! Das Areal ist mittlerweile echt ein Hot Spot, was Messen angeht! Wir selber hätten eigentlich schon dieses Jahr nochmal einen größeren Schritt machen können, wenn ein paar von den größeren Firmen vielleicht etwas mutiger gewesen wären. Aber das kann ja noch kommen. Fakt ist aber: je kleiner die Firma wird, desto einfacher ist es sie für uns zu gewinnen. Aber wir haben noch ganz viele Konzepte und Ideen im Kopf. Wir sehen Möglichkeiten, die aber noch nicht verwirklicht werden können. Wir sind immer noch ein Start-Up und müssen immer noch ankommen. Das geht nicht so schnell, das du dich in die Köpfe der Leute einbrennst.  Sie wissen zwar jetzt mittlerweile was wir sind, aber ein bisschen hätte ich mir gewünscht das es dieses Jahr schon eintrifft. Aber schlußendlich ist es vielleicht gar nicht so verkehrt nicht so schnell so rasant zu wachsen. So neben der VELOBerlin im Osten sind wir hier im Westen also ganz gut aufgestellt.“

Letzte Frage: welches Fahrrad fährst du persönlich am liebsten?

„Ein Fahrrad mit möglichst wenig Widerstand. Ich fahre am liebsten ein Fahrrad, mit dem ich nicht schnell fahren kann, weil ich immer früher mit dem Rad so gerast bin und dann natürlich immer geschwitzt habe. Ich habe mir vor ein paar Jahren von einem Freund eine alte Electra gekauft, eine Straight 8 Ball. Drei Gänge, und das war’s. Ich bin eher so der Cruiser-Typ.“

Vielen Dank für’s Gespräch, Torsten.

 


INFO:

Tagesticket  gibt es für 10€, Wochenendticket kostet 15€

weitere Informationen gibt es unter www.cyclingworld.de

 

Und wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, auch einmal die CYCLINGWORLD zu besuchen, dann könnt ihr hier jetzt                 2 x 2 Freikarten gewinnen! Die konnte ich für euch an Land ziehen 😉 

Alles, was ihr tun müsst, ist, mir eine email an biking.tom@gmx.de zu schreiben mit dem Kennwort: 

„CYCLINGWORLD 2019“

Vergesst euern vollständigen Namen nicht! Einsendeschluss ist der 17. März 2019! Die Gewinner werden per Zufall gezogen und per E-mail benachrichtigt. Die Eintrittskarten werden dann am Ticket-Schalter hinterlegt! Viel Glück!

 

 

Fotos, wenn nicht anders gekennzeichnet Hersteller/CYCLINGWORLD.

One Comment

  • Isabel

    Die Messe klingt superspannend. Das Interview natürlich auch! Dieses Jahr wird es zwar nichts, aber für das nächste wird der Termin wohl mal geblockt.

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